X  Einleitung.

treten,  die  wir  heute  noch  nicht  übersehen  können,  die  es  uns  aber
ermöglichen  werden,  unsere  Fahne  wieder  zu  erheben.  Das  deutsche
Volk  selbst  wird  den  Wahn  zerreißen,  der  ihm  heute  den  Blick  verschleiert.
  Es  wird  einsehen  lernen,  daß  nur  sittliche  Kraft,  Arbeit
und  Unterordnung  unter  einen  führenden  Willen  den  Weg  zur  Macht
bereiten  können,  und  daß  ohne  Macht  jeder  unter  die  Füße  getreten
  wird,  daß  die  Macht  im  Inneren,  wenn  sie  nicht  über  allen
steht,  nur  einzelnen  Klassen  und  Belfern  der  Gewalthaber  für
kurze  Seit  Genuß  und  Dorteil  verschaffen  kann,  daß  aber  nur  dann
wirkliche  äußere  Macht  entstehen  kann,  wenn  die  Regierung  allen
gerecht  wird  und  nur  für  das  allgemeine  Zeste  bestrebt  ist.  Dann,
aber  auch  nur  dann,  wird  sich  unser  deutsches  olk  wieder  erheben
  aus  tiefer  Schmach,  die  Feinde  niederwerfen,  die  heute
triumphieren  und  ihre  Macht  scheinbar  für  alle  Seiten  gründen.
Es  wird  gelernt  haben  in  der  Erniedrigung,  es  wird  wahrem
Fortschritt  Kuldigen  und  das  Gute  erkennen,  das  in  der  Dergangenheit
  bestand;  es  wird  fähig  werden,  die  Rolle  zu  übernehmen,  die
ihm  die  VDorsehung  allem  Anschein  nach  zugewiesen  hat:  Führer
der  Menschheit  zu  sein  auf  dem  Wege  des  Fortschritts  und  der  Gesittung.
  Ich  glaube  an  den  inneren,  heute  leider  verborgenen
Wert  des  deutschen  Dolkes.  Ich  glaube  an  einen  gerechten  Gott
und  halte  es  daher  für  unmöglich,  daß  die  Mächte  der  Lüge,  der
Genußsucht  und  der  rohen  Gewalt  auf  die  Dauer  Berr  werden
können  auf  dieser  Erde;  und  wenn  ich  auch  selbst  bald  ins  Grab
sinken  muß,  so  will  ich  doch  noch  einmal  meinem  Dolke  zurufen,
daß  es  aufwachen  möge  aus  seiner  Derblendung,  daß  es  sich  aufraffen
  möge  zu  neuer  Tat,  und  daß  es  des  eingedenk  sein  solle,
was  es  heißt,  ein  Deutscher  zu  sein.  Dieser  Weckruf  aber  wird  nicht
ungehört  verhallen.  Früher  oder  später  —  vielleicht  erst,  wenn
der  grüne  Rasen  noch  viele  gute  Deutsche  deckt  —  wird  die  Tat
ihm  folgen.  Die  Derhältnisse  werden  stärker  sein  als  der  Wille
unserer  Gegner,  und  dann  wird  sich  das  deutsche  Volk  erheben,  wie
ein  Hhönix  aus  der  Asche  der  Erniedrigung,  und  wird  wieder  seiner
selbst  würdig  durch  die  Geschichte  schreiten.  1

Niemals  will  ich  glauben,  daß  ein  Dolk,  das  so  Großes,  so
Gewaltiges  geleistet  hat  wie  das  deutsche,  untergeben  kann,  solange
  es  noch  aufwärts  strebt  und  noch  nicht  der  Fäulnis  preisgegeben
  ist.  Heute  sind  nur  einzelne  Teile  des  deutschen  olkes
dem  Derderben  verfallen.  Die  große  Masse  ist  noch  innerlich  gesund
und  wird  auch  äzußerlich  gesunden;  sie  wird  die  schadhaften  Teile
von  sich  stoßen.  Schon  zeigen  sich  überall  die  Ansätze  einer  kräftigen
Entwicklung.  Sie  werden  sich  weiter  entfalten,  das  ganze  Dolk
überschatten  und  es  —  wenn  vielleicht  auch  spät  —  auf  eine  neue
Sonnenhöhe  führen.

Das  ist  meine  feste  Suversicht.  Sie  drückt  mir  die  Feder  in  die
Zand  und  gibt  mir  den  Mut,  die  nachfolgenden  Zeilen  zu  schreiben.