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mangelhafte  Eisenbahnnetz  und  der  Schwerfälligkeit  der  russischen
Verwaltung,  daß  die  Ereignisse  einen  verhältnismäßig  langsamen
Verlauf  nehmen  würden.  Im  Notfall  wollte  man  hinter  die  Weichsel
zurückgehen  und  Ostpreußen  eine  Zeitlang  den  Russen  überlassen.
Die  hierdurch  gewonnene  Seit  aber  wollte  man  im  Westen  benutzen.
Nur  geringe  Streitkräfte  sollten  im  Osten  aufmarschieren  und  die
Russen  nach  Kräften  aufhalten;  während  dieser  Seit  aber  wollte
man  sich  mit  der  gesamten  übrigen  Beeresmacht  gegen  Frankreich
und  England  wenden,  diese  Staaten  völlig  niederwerfen  und  sich
dann  gegen  Rußland  zurückwenden,  um  auch  Bier  den  Sieg  zu
erringen.  Die  Absicht  ging  dahin,  in  Belgien  vorzumarschieren  und
in  Krankreich  mit  den  Armeen  des  rechten  Flügels  in  weitem  Bogen
nach  Süden  herumzuschwenken.  Die  l.  und  2.  Armee  sollten  von
Hause  aus  auf  dem  linken  Maasufer  vorgehben  und  wurden  dazm
dem  einbeitlichen  Zefehl  des  Kommandeurs  der  2.  Armee  unterstellt;
  die  3.,  4.  und  5.  Armee  sollte  sich  so  anschließen,  daß  das
ganze  Beer  etwa  um  Diedenhofen  als  Drehpunkt  herum  allmählich
nach  Süden  Front  machte  und  mit  dem  rechten  Flügel  die  ungefähre
Richtung  auf  Haris  bekam.  Der  linke  Flügel  in  Lothringen  sollte  sich
zunächst  abwartend  verhalten,  wohl  weil  man  einen  Angriff  in  dieser
Richtung  erwartete;  dann  aber  sollte  zunächst  die  Zefestigung  von
Nanzig  angegriffen  werden,  und  dann  wollte  man  zwischen  Coul
und  Epinal  auf  TCharmes  vorstoßen  und  endlich  im  Derein  mit
den  von  NWorden  her  vorgehenden  Truppen  die  französische  Armee,
wenn  es  die  taktischen  Derhältnisse  gestatteten,  wenn  möglich  von
Daris  abdrängen  und  einkesseln.  So  wenigstens  entwickelten  sich
die  Absichten  im  Laufe  der  Ereignisse.

Ob  dabei  mit  einer  Teilnahme  Englands  am  Kriege  und  mit
der  Feindschaft  der  belgischen  Cruppen  gerechnet  war,  bleibe  dahingestellt;
  besondere  Truppen  waren  gegen  Antwerpen  und  die  nördliche
  Küste  jedenfalls  nicht  vorgesehen.  Immerhin  war  mit  Rücksicht
  auf  England  und  Belgien  der  Grundgedanke  des  deutschen
Aufmarsches,  nämlich  den  Feind  von  Norden  her  zu  umfassen,
besonders  deswegen  richtig,  weil  er  dazu  führen  konnte,  entweder
die  Engländer  von  ihrem  MWutterlande  zu  scheiden  und  mit  den
Franzosen  zusammen  auf  Haris  zurückzuwerfen,  oder  sie  gegen  die
nördliche  Küste  zu  drängen  und  von  den  Franzosen  zu  trennen.

Man  hat  die  Frage  aufgeworfen,  ob  es  nicht  zweckmäßiger  gewesen
  wäre,  zuerst  im  Westen  defensiv  zu  bleiben,  sich  beim  Beginn
  des  Krieges  gegen  die  Russen  zu  wenden,  diese  in  der  Dersammlung
  zu  fassen  und  die  Derletzung  der  belgischen  Neutralität
den  Feinden  zu  überlassen.  Ich  bin  nicht  dieser  Ansicht.  Ein  solcher
Aufmarsch  war  ein  zweischneidiges  Schwert.  Erstens  hätten  die
Russen  den  ihrigen  nach  rückwärts  verlegen  und  damit  die  Deutschen
  weiter  nach  sich  ziehen  können,  als  ihnen  lieb  war;  dann  war
das  ganze  SEisenbahnnetz  auf  einen  Aufmarsch  nach  Westen  ein-