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korps,  zwei  Schützenbrigaden  1),  sechs  Reservedivisionen  und  einem
Gardekavalleriekorps;  die  zweite,  die  Narew-Armee,  die  sich  bei
Warschau  versammelt  hatte  und  von  dort  aus  vorgerückt  war,  bestand
  aus  fünf  Armeekorps  2).  Beiden  Armeen  waren  zahlreiche
Kosaken  beigegeben.  Swischen  diesen  Truppen  sollten  die  deutschen
Kräfte  erdrosselt  werden.  Der  Rest  der  russischen  Armeen  aber
versammelte  sich  der  Hauptsache  nach  derartig,  daß  sie  Galizien  von
Norden  und  Osten  umklammerten.  Die  4.  und  5.  Armee  standen  bei
Lublin  und  Tholm;  die  5.  bei  Dubno  und  Tarnopol;  die  8.  von  östlich
Tarnopol  südlich  bis  zum  Dujestr;  ferner  waren  gegenüber  Czernowitz
  starke  Kräfte  unter  Brussilow  versammelt.  Swei  Reservearmeen
sammelten  sich  hinter  diesen  Truppen.  Wie  stark  alle  diese  Kräfte
waren,  läßt,  wie  gesagt,  sich  heute  noch  nicht  angeben;  jedenfalls
waren  sie  sehr  bedeutend  stärker  als  ihre  österreichischen  Gegner.
Auch  wurden  sie  im  Laufe  des  Krieges  durch  zahlreiche  RNeuformationen
  verstärkt.

Den  Gberbefehl  führte  der  Großfürst  Zikolai  Kikolajewitsch,  der
auch  die  gegen  Hreußen  angesetzten  Armeen  kommandierte  3).  Er
war  sich  allem  Anschein  nach  vollkommen  klar  darüber,  daß  Rüußland
  nur  durch  ungeheuren  Menscheneinsatz,  zu  dem  es  bei  seiner
riesigen  Bevölkerung  vollauf  befähigt  war,  seine  sonstigen  Mängel
ausgleichen  müsse,  und  handelte  dementsprechend  mit  einer  großartigen
  Menschenverachtung.  In  dem  wichtigsten  Hunkt  aber  hat
er  meines  Erachtens  gefehlt.  Das  Zauptgewicht  wurde  von  ihm  auf
die  Bekämpfung  ESsterreichs  gelegt.  Mun  wußte  man  sehr  gut,  daß
eine  Sertrümmerung  der  Donaumonarchie  nur  möglich  sei,  wenn  es
zugleich  gelang,  auch  Deutschland  niederzuringen.  War  dieses  Siel
erreicht,  dann  war  Esterreich  ohne  weiteres  geliefert.  Alles  kam
daher  darauf  an,  Deutschland  zuerst  niederzuwerfen.  Gegen  Deutschland
  mußten  demnach  die  hauptkräfte  versammelt  werden.  Es  ist
ohne  weiteres  klar,  daß  GEsterreich  auf  alle  Fälle  verloren  war  und
zum  Teil  sogar  im  Rücken  gefaßt  wurde,  wenn  eine  gewaltige
Reereswoge  sich  außer  nach  Ostpreußen  über  Hosen  und  Schlesien
in  das  deutsche  Land  ergoß.  Freilich  glaubte  man  in  Cstpreußen
mit  den  angesetzten  Kräften  des  Sieges  sicher  zu  sein.  Die  Ereignisse
aber  haben  bewiesen,  daß  das  doch  nicht  der  Fall  war.  Einen
Umstand  des  dortigen  Kampfes  hatte  man  russischerseits  in  Rechnung
zu  stellen  vergessen:  den  Beldenmut  der  deutschen  Truppen  und  die
Genialität  ihrer  Führung.

1)  Diese  Armeekorps  waren  das  II.,  III.,  IV.,  XX.  und  XXII.  Linienkorps
und  das  III.  fibirische;  die  Schützenbrigaden  führten  die  Uummern  1  und  5.

biese  Armeekorps  waren  das  I.,  XVII.,  XV.,  XVIII.  und  VI.

2)  Siehe  Karte  2.

w.  Bernhar  di,  Deutschlands  Hesdenkanipf.  5