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Besatzung  der  Forts  zur  Garnison  gehörte,  hatte  bei  dem  Vorrücken
der  Deutschen,  die  man  für  viel  stärker  nahm  als  sie  in  Wirklichkeit
waren,  die  Stadt  schleunigst  verlassen,  und  so  wurde  sie  ohne  Not
den  Deutschen  preisgegeben,  die  nun  die  ganz  modernen  Forts  von
innen  her  angreifen  konnten.

Schon  am  7.  August  früh  zog  General  Emmich,  der  als  Kommandierender
  des  X.  Korps  mit  der  Uberrumpelung  der  Stadt  beauftragt
  worden  war,  an  der  Spitze  seiner  einzigen  Brigade  in  diese
ein  und  besetzte  schleunigst  die  vollständig  überraschte  Sitadelle.  Noch
am  gleichen  Tage  folgten  die  II.  Brigade,  die  in  der  Zäbe  der  Forts
geblieben  war,  und  das  Infanterieregiment  Nr.  16;  am  8.  verstärkte
  die  27.  Brigade  die  immer  noch  schwache  Stadtbesatzung.  Am
gleichen  Tage  noch  fiel  als  erstes  Fort  Barchon  in  die  Zände  des
Siegers;  die  2.  und  d.  Kavalleriedivision  aber  überschritten  die
Maas  in  der  Nähe  der  holländischen  Grenze  und  stellten  die  starke
Besetzung  der  Gette-Linie  fest,  während  die  9.  Kavalleriedivision  nach
Süden  hin  sicherte.  Noch  am  8.  August  abends  wurde  ferner  aus  dem
VII.,  X.  und  IX.  Armeekorps  unter  dem  General  von  Einem  eine
besondere  Belagerungsarmee  gebildet,  der  alle  eintreffende  schwere
Artillerie  und  auch  Hioniere  beigegeben  wurden.  Sie  sollte  in  erster
Cinie  die  Forts  der  Nordfront  nehmen,  um  der  1.  Armee  die
Möglichkeit  zu  verschaffen,  in  der  geplanten  Weise  zwischen  der
holländischen  Grenze  und  der  Stadt  aufzumarschieren;  dann  sollten
die  übrigen  Forts  folgen.  Schon  den  16.  August  früh  war  die  Auf
gabe  gelöst.  An  diesem  Tage  Bißte  das  letzte  Fort  der  Festung  Tüttich
die  weiße  Fahne.  Die  Besatzungen  waren  sämtlich  gefangengenommen,
  soweit  sie  bei  der  Einnahme  überhaupt  noch  am  Ceben  waren.

Der  rasche  Erfolg  war,  abgesehen  von  der  vorbildlichen  Haltung
  aller  Truppen,  vor  allem  den  deutschen  42-cm-Baubitzen  zu
danken,  die,  in  aller  Stille  von  den  Kruppschen  Werken  fertiggestellt,
die  militärische  Welt  durch  die  Gewalt  ihrer  nicht  geahnten  Treffgenauigkeit
  und  Wirkung  überraschten.  Die  stärksten  Hanzer  und
Betongewölbe  konnten  ihnen  nicht  widerstehen.  Wie  Kinderspielzeug
  warfen  sie  die  gewaltigsten  Verteidigungswerke  durch  einander:
das  starke  Lüttich  unterlag  ihnen  in  wenigen  Tagen.  Sbensowenig
aber  hatte  es  genützt,  daß  man  die  gesamte  Givilbevölkerung  gegen
die  Deutschen  aufgeboten  hatte.  Kanatisch  nahm  sie  an  dem  Kampfe
teil.  Selbst  Weiber  beteiligten  sich:  aber  siegreich  überwanden  die
deutschen  Zelden  auch  diesen  Widerstand,  der  sich  schon  beim  Vormarsch
  auf  Lüttich  und  bei  dem  der  Kavallerie  im  höchsten  Grade
geltend  gemacht  hatte.  Er  war  nur  eine  Erschwerung  des  Dormarsches
  gewesen,  hatte  ihn  aber  nicht  zu  verhindern  vermocht.
Den  Deutschen  war  es  trotz  aller  Widerstände  gelungen,  das  eigene
Aufmarschgebiet  frühzeitig  zu  erstreiten,  dem  Feinde  aber  das  seinige
zu  verwehren.

Mittlerweile  hatte  das  II.  Kavalleriekorps  am  12.  August  durch

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