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Die  Narew-Armee  kam  in  geschlossener  Masse  heran,  die  jemen-Armee
  hatte  sich  in  zwei  Gruppen  gegliedert.  Die  Rauptgruppe
sollte  rittlings  der  Bahn  Kowno—Epdtkuhnen  in  Ostpreußen  eindringen,
  die  Cinie  Tilsit—Insterburg—Angerburg  gewinnen  und
Königsberg  belagern;  die  Flankengruppe,  die  aus  zwei  Armeekorps
  und  einigen  Schützenbrigaden  bestand,  sollte  sich  von  Südwesten
  heranschieben  und  zugleich  die  Derbindung  mit  der  Armee
Samsonow  halten.  Dieses  Vorgehen  führte  bald  zum  GSusammenstoß
  mit  dem  Feinde.  Schon  am  17.  August  griff  das  I.  Korps  die
vorgehenden  Russen  bei  Stallupönen  an  und  meldete  zahlreiche  Gefangene
  und  eroberte  Maschinengewehre,  während  die  Regimenter
45  und  da  bei  Malkelzmen  und  Goldap  der  russischen  Flügelgruppe
in  zähem  Gefsechte  erhebliche  Verluste  beibrachten,  um  dann  auf
Gumbinnen  zurückzugehen.

Generaloberst  von  Hrittwitz,  der  die  8.  Armee  kommandierte,
war  keineswegs  gewillt,  die  ihm  anvertraute  Hrovinz,  in  der  die
ZRussen  sengend  und  brennend  eingezogen  waren,  ohne  Schwertstreich
  preiszugeben.  Nur  das  XX.  Korps  und  zwei  Landwehrbrigaden
  ließ  er  der  Narew-Armee  gegenüber  in  der  Linie  Soldau—
Ortelsburg  stehen.  Alles  andere  zog  er  heran,  um  dem  Vorgehen
der  Armee  Rennenkampfs  Einhalt  zu  gebieten.  Es  waren  nur
wenige  Truppen,  über  die  er  gebot.  Rechts  vom  l.  Korps,  das  durch
die  RKauptreserve  von  NUönigsberg,  die  Division  Brodrück  und  die
2.  Landwehrbrigade  verstärkt  war,  marschierte,  mit  der  Eisenbahn
und  im  Nachtmarsch  herangeholt,  das  XVII.  Korps  auf;  noch  weiter
rechts  das  l.  Reservekorps,  die  3.  Reservedivision  und  die  72.  Reservebrigade.
  So  gegliedert,  griff  Hrittwitz,  im  wesentlichen  durch
das  selbständige  Vorgehen  seines  I.  Korps  gezwungen,  am  20.  August
  die  gewaltige  feindliche  Armee  bei  Gumbinnen  und  sdlich
davon  an  und  suchte  sie  auf  beiden  Flügeln  zu  umfassen.  Dieser
Dersuch  konnte  natürlich  angesichts  der  feindlichen  Uberlegenheit
niemals  gelingen.  Auf  dem  linken  Flügel  wurden  zwar  einige
Vorteile  errungen,  doch  waren  auf  beiden  Flügeln  starke  russische
Kräste  im  Dormarsch,  um  ihrerseits  zu  umfassen.  Da  außerdem
bedrokliche  Nachrichten  über  das  Dorgehen  der  2.  russischen  Armee
von  Hraschnvsch  aus  auf  Soldau  und  GCrtelsburg  einliefen,  entschloß
  sich  Hrittwitz,  trotz  aller  auf  dem  linken  Flügel  gewonnenen
Dorteile  und  8000  Gefangenen,  das  Gefecht  abzubrechen  und
das  Schlachtfeld  zu  räumen.  Die  LCoslösung  vom  Feinde  gelang
unter  dem  Schutze  der  Dunkelheit.  Das  Schicksal  Ostpreußens
aber  schien  entschieden.

Hlan  des  Oberkommandos  war  es  gewesen,  den  Gegner  erst  an
der  Angerapp--Linie  anlaufen  zu  lassen,  und  dann  erst  aus  der
Derleidigung  heraus  über  ihn  herzufallen,  wenn  er  seine  Zauptkräfte
  würde  verbraucht  haben.  Nur  das  offensive  Verhalten  des
I.  Armeekorps  hat  diesen  Olan  unmöglich  gemacht  und  den  General

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