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von  Hrittwitz  gezwungen,  angriffsweise  vorzugehen,  um  sein  l.  Korps
nicht  einer  einseitigen  Niederlage  auszusetzen.  Im  übrigen  war  es
doch  wohl  ein  strategischer  Kehler,  sich  zuerst  gegen  die  Armee
Rennenkampf  zu  wenden,  bevor  man  mit  der  krarew-Armee
abgerechnet  hatte.  Man  hätte  dann  freilich  ein  Stück  von  Cstpreußen
  freiwillig  eine  Seitlang  preisgeben  müssen,  aber  andererseits
  wuchs  die  Mrglichkeit,  am  Ende  des  Feldzuges  überhaupt
zu  siegen,  wenn  man  zunächst  die  Warew-Armee  geschlagen  hatte.

Auch  die  Esterreicher  wurden  bei  der  Feldzugseröffnung  vom
Glück  nicht  begünstigt.  Sie  hatten  schon  am  12.  August  den  Feldzug
  gegen  Serbien  begonnen.  An  diesem  Tage  hatte  die  2.  Armee
unter  dem  General  von  Boebhm-Ermolli,  der  auf  dem  närdlichen
Ufer  der  Save  und  Donau  operieren  und  möglichst  starke  Kräfte
auf  sich  ziehen  sollte,  den  Brückenkopf  von  Schabatz  genommen.
Dadurch  begünstigt,  hatte  Hotiorek  mit  der  5.  und  6.  Armee  die
Drina  überschritten.  Bald  aber  mußte  er  nach  vielfach  unglücklichen,
  wenn  auch  heldenmütigen  Gefechten  das  feindliche  Ufer
der  Drina  und  der  Save  wieder  räumen.  Am  25.  August  nachts
verließen  auch  die  letzten  Teile  seines  IV.  Korps,  das  zur  2.  Armee
gehörte,  Schabatz.  Diese  aber  war  vom  serbischen  Kriegsschauplatz
  fort  nach  Galizien  gerufen  worden.  Dort  hatte  man  sehr
bald  erkannt,  daß  die  Russen  sehr  viel  stärker  waren,  als  man
vermutet  hatte,  und  daß  sie  auch  zum  Vormarsch  schon  bereit  waren,
als  man  sie  noch  mitten  im  Aufmarsch  glaubte.  Man  hatte  dennoch
  an  dem  einmal  geplanten  Angriff  festgehalten,  aber  man
hatte  noch  im  letzten  Augenblick  beschlossen,  die  Armee  in  Galizien
durch  den  größeren  Teil  der  Truppen  Boehm-Ermollis  zu  verstärken.


Aus  diesen  wurde  eine  neue  Heeresabteilung  vorläufig  unter
General  von  Köveß  geschaffen,  die  bei  der  Derteidigung  Galiziens
mitwirken  sollte.  Währenddem  schlossen  die  Angriffsarmeen  an  der
Grenze  auf.  Stwa  am  20.  August  standen  sie  zum  Angriff  bereit  1).

Die  beiderseitigen  Flotten  hielten  sich  während  dieser  Feit  zurück.
Die  Engländer  beschränkten  sich  darauf,  den  Übergang  des  Generals
French  und  seiner  Armee  nach  Frankreich  sowie  deren  Nachschub
zu  sichern;  die  Deutschen  suchten  durch  Minenstreuung  den  Derkehr
  der  englischen  Schiffe  nach  Möglichkeit  zu  unterbinden.  Schon
in  den  ersten  Tagen  nach  der  Kriegserklärung  wurde  das  deutsche
Minenschiff  „Königin  Luise“,  am  18.  August  das  kleine  Unterseeboot
  „U  15“  von  den  übermächtigen  Engländern  zerstört;  dafür
aber  brachte  am  8.  August  eine  deutsche  Mine  dem  kleinen  englischen
  Kreuzer  „Amphion“  den  Untergang.  Hatronillen  beider
Harteien  durchfurchten  die  Wordsee.

1)  Siehe  Karte  2.