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Übergang  über  die  Sambre  westlich  Namur  erzwungen.  Den
23.  erfolgte  dann  der  allgemeine  Angriff,  der  nach  blutigen  Gefechten,
  an  denen  auch  die  Bevölkerung  erbitterten  Anteil  nahm,
mit  dem  beschleunigten  Rückzug  der  Franzosen  endete.  Am  24.
reichten  sich  die  2.  und  3.  deutsche  Armee  südlich  der  Festung  die
Hand,  nachdem  auch  noch  ein  großer  Teil  der  in  Namur  verbliebenen
  belgischen  Division,  die  sich  nach  Süden  durchzuschlagen
suchte,  gefangen  worden  war.  Dem  größeren  Teil  gelang  es  freilich,
  hinter  dem  Rücken  der  Deutschen  über  Marienburg  und  Ostende
nach  Antwerpen  zu  entkommen.

Swei  Tage  lang  hatte  die  Schlacht  südlich  von  Tamur  gedauert,
  aber  sie  hatte  mit  einem  glänzenden  Siege  der  deutschen
Waffen  geendet.  Auch  drei  französische  Reservedivisionen,  die  bei
Dervins  versammelt  worden  waren,  waren  herangezogen  und  in  die
Niederlage  mit  verwickelt  worden.  Wo  die  4.  Reservedivision  dieser
Gruppe  geblieben  ist,  konnte  nicht  festgestellt  werden.  Sahlreiche  Geschütze
  und  Gefangene  wurden  von  den  Deutschen  erbeutet.  Die  drei
Korps  vom  linken  Flügel  der  2.  Armee  machten  allein  2000  Gefangene
  und  erbeuteten  55  Geschütze,  während  die  Derluste  bei
der  2.  Armee  selbst  im  ganzen  auf  I1000  Mann  geschätzt  wurden.

Wenn  der  Angriff  von  vornherein  das  Gewicht  mehr  auf  den
südlichen  Klügel  der  5.  Armee  gelegt  hätte  und  die  2.  defensiv  geblieben
wäre,  dann  wäre  es,  wie  die  Derhältnisse  jetzt  zu  übersehen  sind,
wahrscheinlich  zu  einer  völligen  Einkreisung  der  vorgeschobenen  französischen
  Kräfte  gekommen.  Doch  läßt  sich  heute  schwerlich  sagen,
wie  weit  die  Derhältnisse  damals  bekannt  waren  und  ob  ein  frontaler
  Angriff,  wie  er  ausgeführt  wurde,  nicht  notwendig  erschien.
Tatsächlich  sind  die  Franzosen,  obgleich  sie  schon  am  23.  August  den
Rückzug  antraten,  nur  mit  knapper  Not  entkommen  und  konnten
bei  ihrem  fluchtartigen  Rückzuge  die  Richtung  auf  St.  Quentin  südlich
  bei  WMaubeuge  vorbei  gerade  noch  einschlagen.  Etwa  20000
Mann  warfen  sich  in  diese  Festung.

Auch  die  4.  deutsche  Armee  hatte  mittlerweile  ihren  Dormarsch
angetreten  und  stieß  am  22.  August  auf  die  über  den  Semois  vorgegangene
  4.  französische  Armee.  In  dem  sehr  zerrissenen  unübersichtlichen
  Gelände  zu  beiden  Seiten  und  vorwärts  Neufchateau  gelang
  es  den  Franzosen  nicht,  sich  ordnungsmäßig  zu  entwickeln.  Sie
wurden  außerdem  auf  ihrem  linken  Flügel  bei  Gedinne  umfaßt  und
strömten  daher  nach  beftigem  Widerstande  gegen  und  über  den
Semois  zurück.  Erst  an  der  Maas  vermochten  sie  sich  wieder  zu  setzen.

Nicht  besser  erging  es  aber  der  5.  französischen  Armee,  als  sie
über  die  Linie  Audun—Montmedy  vorbrach.  Sie  traf  auf  die
5.  deutsche  Armee,  die  ebenfalls  den  Vormarsch  angetreten  hatte,
und  wurde  in  äußerst  blutigen  Gefechten  am  22.  August  zurückgeworfen
  und  geschlagen.  Die  5.  Armee  mußte  dem  Kriegsplan  nach
eigentlich  defensip  bleiben  und  die  Derbindung  mit  Diedenhofen