47
——  —  —
tung  zu  verwehren,  teils  weil  sich  schon  der  Einfluß  der  bei  Amiens
sich  sammelnden  Massen  geltend  machte.  Der  rechte  Flügel  der
Armee  gelangte  nach  mehrfachen  Gefechten  in  die  Gegend  nördlich
  Péronne.  Mehrere  Bataillone  und  das  2.  Kavalleriekorps
bezogen  Quartier  in  Moislains,  Manancourt  und  Nurlu,  nördlich
Déronne.  Hier  wurden  sie  am  28.  früh  von  der  öl.  und  62.  Reserwedivision
  überfallen,  vermochten  aber  sich  des  Angriffs  zu  erwehren.
  Auch  Saillv-Saillisel  und  Morval  griff  der  Feind  an,
wurde  aber  nach  Nordwesten  zurückgeworfen,  und  erst  spät  abends
gelang  es,  den  Sommeübergang  westlich  Héronne,  der  von  acht
Alpenjägerbataillonen  und  der  5.  und  5.  französischen  Kavallerie-=division
  verteidigt  wurde,  zu  gewinnen.  Hier  ging  der  rechte
Klügel  der  Armee  am  29.  früh  über  den  Fluß  und  wurde  gegen
Amiens  abgedreht.  Nur  der  linke  Flügel  der  Armee  blieb  vorläufig
  geradeaus,  um  die  Engländer  weiter  zu  verfolgen,  und  hatte
noch  am  28.  ein  Gefecht  gegen  Truppen,  die  aus  St.  Quentin
vorstießen.

Am  29.  August  kam  es  zum  Kampf  gegen  die  von  Amiens  aus
vorgehenden  Truppen.  Das  IV.  Reservekorps  deckte  bei  Combles
die  rechte  Klanke  der  1.  Armee  gegen  Arras,  das  II.  Korps  war  bei
Drovard  in  sehr  heftige  Kämpfe  verwickelt,  und  das  IV.  wie  das
2.  Kavalleriekorps  fochten  bei  Rosières  und  Waharicourt  gegen
Alpenjäger  und  bedeutende  Teile  des  VII.  Armeekorps.  Der  Gegner
wurde  auf  der  ganzen  Cinie  geworfen  und  zersprengt.  Teile  der
6l.  Reservedivision  konnten  erst  bei  St.  Hol  wieder  gesammelt  werden.
Noch  in  der  Nacht  zum  30.  wurde  die  Derfolgung  bis  Dillers  Bretonneux
  vorgetragen;  die  Gruppe  d'Amade  ging  auf  Rouen  zurück,
Mannour'  auf  Clermont.  Am  30.  wurde  der  Warsch  fortgesetzt,
aber  sehr  bald  erkannt,  daß  der  auf  Haris  zurückgehende  Feind  auch
hinter  der  Avre  nicht  standhalten  würde.  Es  wurde  daher  wieder
die  Richtung  auf  Haris  eingeschlagen,  während  das  IV.  Reservekorps,
  das  in  Amiens  gewaltige  Derpflegungsmengen  erbeutete,
die  rechte  Klanke  der  Armee  sowie  ihre  Kolonnen  und  Trains  deckte.

Schon  am  27.  August  hatte  die  Oberste  Beeresleitung  neue  Anweisung
  für  die  Fortführung  der  Gperationen  erlassen.  Nach  ihnen
sollte  die  1.  Armee  gegen  die  untere  Seine  vorgeken,  aber  zugleich
bereit  sein,  in  die  Kämpfe  der  2.  Armee  einzugreifen  und  den
Flankenschutz  der  Armee  übernehmen.  Die  2.  sollte  über  La  Kere—
Caon  auf  Haris  marschieren,  die  3.  über  die  Linie  Laon  —Guignicourt
  auf  Chateau  Thierrv  vorgeben.  Die  4.  sollte  das  VI.  Korps
an  die  5.  abgeben  und  über  Reims  nach  Epernay  vordringen;
die  5.  endlich  unter  Staffelung  links  über  die  Linie  Chälons—itr'
le  Krangçois.  Sie  sollte  die  linke  Flanke  der  Armee  sichern  und  Derdun
einschließen.  Die  6.  Armee  endlich  sollte  zwischen  Toul  und  Epinal
die  Mosel  überschreiten,  die  7.  gegen  die  Schweizer  Grenze  decken.

Dieser  Befehl  war  für  die  1.  Armee  völlig  unausführbar.