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noch  durch  die  erlittenen  Niederlagen  und  den  langen  Rückzug  tief
erschüttert  und  konnten  sich  nur  allmählich  erholen.  Nur  so  erklärt
sich  ihre  geringe  taktische  Leistungsfähigkeit  gegenüber  den  sehr  viel
schwächeren  Deutschen.  .

Den  vielen  Dorbereitungen  zum  Angriff  gegenüber  blieben  diese
im  ununterbrochenen  Dorgehen.  Sie  fürchteten,  daß,  wenn  sie  im
Nachdrängen  nachließen,  die  geschlagenen  Franzosen  sich  zu  neuem
Widerstand  ordnen  würden.  Nur  mühsam  vermochten  daher  die
notwendigsten  Fahrzeuge  zu  folgen,  die  Lebensmittel  und  WMunition
heranschleppten.  Nur  der  Reichtum  des  Landes  in  Derbindung  mit
der  Jahreszeit  ermöglichte  es  dem  Heere,  sich  zu  ernähren.  An
einen  geregelten  Mannschaftsersatz  war  nicht  zu  denken.  Bei  der
1.  Armee  war  ein  Ruhetag  überhaupt  nicht  angesetzt  worden.  Aber
auch  bei  den  anderen  Armeen  war  an  Ruhe  wenig  zu  denken  gewesen.
  Allerdings  waren  die  Sperrbefestigungen  und  Forts  des
Vordens  größtenteils  gefallen.  Der  Kommandant  von  Montmed',
das,  wie  wir  wissen,  schon  am  20.  August  von  den  Deutschen  besetzt
  worden  war,  hatte  seine  Festung  verlassen  und  hatte  sich  mit  der
Besatzung  durchschlagen  wollen,  war  aber  mit  700  Mann  gefangen
worden,  während  1800  Mann  zersprengt  oder  vernichtet  wurden.
Den  25.  August  war  Avpelles  gefallen;  der  Kommandant  hatte  sich
das  Leben  genommen,  nachdem  das  Fort  lebe  zusammengeschossen
und  die  Besatzung  entflohen  war.  Am  26.  hatte  sich,  wie  wir  wissen,
Congwy  ergeben,  nachdem  die  letzte  Hatrone  gegen  die  umschließende
Feldartillerie  verfeuert  war.  Hirson  wurde  gesprengt,  als  sich  die
deutschen  Truppen  näherten.  Givet  fiel  am  l.  August  und  blieb
durch  ein  Infanterieregiment  besetzt,  während  der  Rest  der  Einschließungstruppe,
  die  24.  Reservedivision,  ihrer  Armee  nacheilte.
Nur  Maubeuge  mit  seiner  starken  Besatzung  leistete  noch  Widerstand.
Durch  diesen  Fall  der  Sperrfesten  waren  die  deutschen  Verbindungen
  allerdings  wesentlich  erleichtert  worden.  Da  aber  auch  die
Etappentruppen  nur  spärlich  nachströmten  und  die  Entfernungen
täglich  wuchsen,  reichte  das  alles  nicht  aus,  um  einenen  geregelten
achschubverkehr  irgend  zu  gewährleisten.  Maubeuge  sperrte  zudem
die  ZKauptverbindungslinien.  Da  außerdem  die  Truppen  in  den  andauernden
  und  blutigen  Gefechten,  die  sie  hatten  liefern  müssen,
schwerste  Verluste  erlitten  und  bei  der  Stappe  hatten  aushelfen
müssen,  waren  die  Gefechtsstärken  sehr  erheblich  Beruntergegangen.
Bei  kaum  einem  Bataillon  wird  der  ausrückende  Stand  mehr  wie
500  Gewehre  betragen  haben.  Da  infolge  dieser  Derhältnisse  die
Deutschen  an  der  Marne  mit  nur  rund  40  gegen  58½  Infanteriedivisionen
  ins  Gefecht  treten  konnten  und  nur  über  acht  Kavalleriedivisionen
  verfügten,  gegen  neuneinehalbe  französische,  war  schon
die  Uberlegenheit  an  Infanterie  und  Reitern  eine  sehr  bedeutende.
Man  muß  bedenken,  daß  während  der  Schlacht  die  6.  Armee  durch

das  IV.  Korps  der  Armee  Sarrail  und  Abteilungen  der  Besatzung
v.  Bernhardi.  Deutschlands  Beldenkampf.  5