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von  Haris  verstärkt  worden  ist,  daß  zur  Unterstützung  der  4.  Armee
das  XXI.  Korps  von  der  I.  und  zu  der  der  5.  Armee  das  XV.  Korps
von  der  2.  Armee  hBeranbefördert  wurden,  daß  endlich  auch  die
9.  Armee  durch  die  18.  Infanteriedivision  verstärkt  worden  ist.  Alle
diese  Truppen  sind  bei  obiger  Berechnung  mitgerechnet  worden.
Außerdem  aber  war  auf  französischer  Seite  die  Sahl  der  vorhandenen
  Batterien  sehr  bedeutend  größer  als  bei  den  Deutschen.  Bei
der  3.  Armee  beispielsweise  standen.  844  Feldgeschütze  gegen  468
deutsche  im  Feuer.  Das  franzäsische  Feldgeschütz  aber  war  dem
deutschen  an  Tragweite  sehr  bedeutend  überlegen,  was  doch  nur
zum  Teil  dadurch  ausgeglichen  werden  konnte,  daß  die  deutsche
schwere  Artillerie  des  Feldheeres  der  französischen  ihrerseits  überlegen
  war.  Diese  #berlegenbeit  der  Feldartillerie  mußte  sich  besonders
  dann  fühlbar  machen,  wenn  die  Deutschen  wie  gewöhnlich
zum  Angriff  schritten.  Sie  konnten  schon  auf  Entfernungen  unter
Feuer  genommen  werden,  auf  denen  die  deutsche  Artillerie  überhaupt
noch  nicht  zu  wirken  imstande  war,  und  wurden  daher  vielfach  zu
Nachtangriffen  gezwungen,  um  die  französische  Artillerie  auszuschalten.
Alles  in  allem  genommen  wird  man  gewiß  nicht  zu  hoch  greifen,
wenn  man  eine  vielfache  Überlegenheit  der  Franzosen  annimmt  1).
Damit  geschieht  ihnen  gewiß  kein  Unrecht.  Man  kann  es  ihnen
nur  zum  höchsten  Ruhme  anrechnen,  wenn  sie  auf  dem  Entscheidungsfelde
  möglichst  stark  erschienen,  wenn  sie  alle  Kräfte  zusammennahmen,
  um  trotz  aller  bisherigen  Tiederlagen  das  Schicksal  dennoch
zu  ihren  Gunsten  zu  wenden.  Wenn  die  Deutschen  trotz  alledem  den
ihnen  gebotenen  Kampf  in  der  Weise,  wie  es  geschehen  ist,  annahmen,
  so  zeigt  das  einesteils  freilich,  daß  sie  die  Gesamtlage  durchaus
  falsch  beurteilten,  andererseits  aber  läßt  es  erkennen,  welches
Gefühl  der  Mberlegenheit  sie  beseelte,  als  sie  endlich  wieder  auf
den  Feind  stießen,  der  sich  ihnen  nach  den  Anfangsschlachten  entzogen
hatte.  Der  Verlauf  der  Schlacht  aber  läßt  erkennen,  daß  dieses
Gefühl  ein  berechtigtes  war.  Hat  doch  nicht  viel  gefehlt,  daß  die
Tapferkeit  der  deutschen  Truppen  den  strategisch  höchst  ungünstig
eingeleiteten  Kampf  trotz  der  feindlichen  Überlegenheit  zu  einem
Siege  gestaltete.

Trotz  alledem  wäre  es  meiner  Ansicht  nach  angezeigt  gewesen,
eine  Ruhepause  einzulegen,  bevor  man  zu  der  großen  Entscheidung
des  Feldzuges  schritt.  Man  hätte  dann  allerdings  von  den  Feinden
zunächst  abgelassen  und  diesen  eine  erhöhte  Möglichkeit  gegeben,  ihre
Schlagfähigkeit  nach  dem  unglücklichen  Feldzugsbeginn  wieder  herzustellen;
  selbst  aber  Rätte  man  bei  der  bestehenden  großen  UÜberlegenheit
  der  deutschen  Truppen  in  noch  viel  höherem  Grade  gewonnen.

1)  General  Zaumgarten-Crusins  berechnet  eine  lechsache  Überlegenheit  der
französischen  Infanterie  und  eine  solche  von  mehreren  100  Geschützen  s  die  Feldartillerie.
  Ich  bin  geneigt,  seine  Berechnung  für  einigermaßen  richtig  zu  halten.