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Auch  mußte  man  sich  darüber  klar  sein,  daß  es  von  der  höchsten
Wichtigkeit  war,  den  rechten  Flügel  sehr  wesentlich  zu  verstärken.
Hierzu  auch  Bätte  eine  Ruhepause  ausgenutzt  werden  können.  Neue
Truppen  vom  linken  Flügel  mit  der  Bahn  und  infolgedessen  über
Belgien  heranzuzielten,  da  eine  andere  Bahnverbindung  nicht  bestand,
war  allerdings  unter  den  obwaltenden  Umständen  unmäöglich,  weil
viel  zu  spät.  Wohl  aber  hätte  man,  wie  mir  scheinen  will,  durch
Rechtsschiebung  der  ganzen  Armee  den  gleichen  Sweck  in  wenigen
Tagen  erreichen  können.  Die  6.  Armee  hätte  dann  die  Umschließung
von  Derdun  übernehmen  können,  und  eine  ganze  Armee  wäre  frei
geworden,  um  dem  rechten  Flügel  als  Staffel  zu  folgen.  Allerdings
hätte  man  sich  dann  entschließen  müssen,  das  Elsaß  unter  Umständen
prieszugeben  und  den  linken  Heeresflügel  durch  Behauptung  des
Donon,  der  Breuschlinie  und  der  Befestigungen  des  Rheinstromes
zu  sichern.  Su  so  hohen  Feldherrngedanken  vermochte  sich  die  Oberste
Beeresleitung  aber  nicht  aufzuschwingen.  Sie  suchte  einen  anderen
Ausweg,  der  leider  unmögliche  Operationen  ins  Auge  faßte.

Die  I.  Armee  war,  wie  wir  sahen,  nach  ihren  Siegen  gegen  die
Armee  Maunourp  stark  rechts  gestaffelt  nach  Süden  weitermarschiert.
Sie  hatte  Amiens  vorübergehend  besetzt  und  festgestellt,  daß  der  Gegner
  in  der  Richtung  auf  Haris  abgezogen  sei.  Nur  noch  zweimal,  am
I.  September  bei  Attichy  und  am  2.  September  bei  Senlis  und  Creil
war  sie  auf  den  Feind  gestoßen  und  hatte  ihn  jedesmal  in  Unordnung
zurückgeworfen.  Dabei  war  die  56.  Reservedivision  festgestellt  worden.
  In  dem  berechtigten  Wunsche,  die  vor  ihr  zurückgebenden.  Engländer
  doch  noch  zu  fassen,  war  sie  mindestens  um  einen  Tagesmarsch
der  2.  Armee  vorgekommen  und  marschierte  jetzt  rechts  vorwärts
derselben  unaufhaltsam  dem  Feinde  nach,  unter  schwacher  Sicherung
gegen  Haris.

Den  3.  September  sollten  das  IX.  und  III  Armeekorps  den  Vormarsch
  auf  TChateau  Thierrv  richten,  um  den  vor  der  2.  Armee
dorthin  zurückgehenden  Feind  in  der  Flanke  zu  fassen;  die  übrigen
Korps  sollten  gestaffelt  folgen,  das  IV.  Reservekorps  bis  in  die
Gegend  von  Senlis.  Das  IX.  Korps  warf  auch  wirklich  feindliche
Nachhuten  bei  Chateau  Thierrv  zurück.  Da  traf  am  3.  September
von  der  Obersten  Beeresleitung  auf  funkentelegraphischem  Wege
Befehl  ein:  „Absicht  ist,  Kranzosen  in  südöstlicher  Richtung  von  Haris
abzudrängen.  I.  Armee  folgt  gestaffelt  der  2.  und  übernimmt  weiterhin
  den  Flankenschutz  des  Beeres.“

Dieser  Befehl  stellt  ein  volles  Aufgeben  der  bisherigen  Absichten
dar.  Während  bisher  Haris  das  vorläufige  Siel  aller  Operationen
war,  ist  nunmehr  die  Absicht,  die  Franzosen  von  Haris  nach  Südosten
  abzudrängen,  Haris  selbst  aber  nur  zu  beobachten  und  dagegen
  zu  sichern.  Sugleich  war  aber  mit  diesem  Befehl  der  1.  Armee
eine  unmögliche  Aufgabe  gestellt.  Ein  Abdrängen  des  Feindes  in
südöstlicher  Richtung  war  bei  der  dermaligen  Stellung  des  Feindes