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nur  möglich,  wenn  die  I1.  Armee  dessen  linken  Flügel  umfaßte  und
also  vorwärts  gestaffelt  war,  eine  Sicherung  gegen  Haris  nur,  wenn
sie  rückwärts  gestaffelt  der  2.  Armee  folgte.  Da  jedoch  die  Oberste
Beeresleitung  ein  Vorbrechen  starker  feindlicher  Kräfte  aus  Haris
nicht  zu  fürchten  schien,  entschied  sich  die  L.  Armee  dafür,  nur  den
ersten  Teil  der  höheren  Weisung  als  maßgebend  zu  betrachten,  nur
schwache  Truppen  zur  Sicherung  gegen  Haris  stehen  zu  lassen,  mit
den  übrigen  Kräften  der  Armee  aber  sich  gegen  den  linken  Flügel
des  erkannten  Feindes  zu  wenden.  Sie  glaubte  sich  zu  solcher  Auffassung
  um  so  mehr  berechtigt,  als  die  Amiens-Gruppe  des  Feindes
für  vollständig  zersprengt  galt,  die  Tachrichten,  die  man  von  der
2.  Armee  erhielt,  durchaus  günstig  lauteten  und  die  Oberste  Reeresleitung
  selbst  ihrer  Ansicht  dahin  Ausdruck  gegeben  hatte,  daß  in
Daris  nur  Territorialtruppen  vorhanden  seien.  Die  Ereignisse  haben
ihr  unrecht  gegeben.  «

Tatsächlich  ist  durch  diesen  Entschluß  das  spätere  Abbrechen  der
Schlacht  nötig  geworden.  Der  Obersten  Heeresleitung  aber  ist  der
Dorwurf  nicht  zu  ersparen,  daß  sie  im  entscheidenden  Augenblick  die
Berrschaft  über  die  Armeen  vollständig  verloren  und,  in  völliger  Unkenntnis
  über  die  Lage,  Dinge  befohlen  hat,  die  überhaupt  nicht
durchzuführen  waren.  Sie  war  am  30.  von  Koblenz,  wo  sie  bis
dahin  geblieben  war,  nach  Luxemburg  gegangen,  also  noch  weit
zurück  hinter  den  Truppen.  Da  außerdem  die  Derbindung  mit  den
Armeen  äußerst  mangelhaft  war  —  mehrere  Befehle  haben  die
I.  Armec  gar  nicht  erreicht  —,  hätte  sie  zweifellos  in  diesem  alles
entscheidenden  Augenblick  näher  heran  sein  müssen.  Es  war  ihre
Oflicht,  für  eine  zuverlässige  und  rasche  Derbindung  zu  sorgen.  Dann
hätte  sie  auch  zweckmäßiger  befehlen  können.

Die  I.  Armee  setzte  also  ihren  dem  Gesamtheere  vorgestaffelten
Dormarsch  am  d.  und  trotz  mittlerweile  erhaltener  anderweitiger  Befehle
  auch  am  5.  September  im  Einverständnis  mit  einem  Cffizier
der  Obersten  Heeresleitung  fort  und  erreichte  die  Linie  Esternavp—
Sancy—Txhoispy—Coulommiers—Gegend  östlich  von  Meaux.  Das
IV.  Reservekorps,  das  durch  die  aus  Brüssel  nunmehr  herangezogene
Besatzungsbrigade  demnächst  verstärkt  werden  sollte,  und  die  sehr
geschwächte  4.  Kavalleriedivision  hatten  östlich  und  nordöstlich  Meaurx,
das  II.  Korps  südlich  der  Marne  gegen  Haris  zu  decken,  aus  dem  die
Regierung  am  4.  September  nach  Bordeaux  abgereist  war.  Das
2.  Kavalleriekorps  war  auf  Drovins  in  Marsch  gesetzt.  Die  2.  Armee
aber  rückte  in  die  Linie  Montmirail—Dertus  vor,  um  der  3.  Armee,  die
am  4.  bei  Thalons  rastete,  Seit  zu  lassen,  heranzukommen.  Da  traf  bei
der  1.  Armee  am  5.  früh  um  *7  Uhr  15  Minuten,  bei  der  2.  um  8  Uhr
30  Minuten  folgender  Funkspruch  der  GObersten  Beeresleitung  ein:
„l.  und  2.  Armee  verbleiben  vor  der  stfront  von  Haris,  1.  Armee
zwischen  Oise  und  Marne,  Marneübergänge  westlich  Thateau  Thierr'
besetzend;  2.  Armee  zwischen  Marne  und  Seine,  Seineübergänge