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Dollau-Abschnittes  und  dem  Zurückhalten  des  rechten  Flügels  der
2.  Armee  war  aber  die  Lage  kritisch  geworden.  Die  Operationen
der  1.  Armee  waren  im  Susammenhange  des  Gesamtheeres  nicht
mehr  von  ihr  allein  abhängig,  sondern  der  rechte  Klügel  der  2.  Armee
war  für  sie  mit  entscheidend.

Schon  am  6.  September  waren  das  llI.  und  IX.  Korps  sowie  der
rechte  Klügel  der  2.  Armee  in  der  Linie  Courtacon—Esternav  von
dem  linken  Flügel  der  5.  französischen  Armee  mit  überlegenen
Kräften  angegriffen  worden.  Sie  hatten  sich  behauptet.  Die  Franzosen
  Ratten  es  nicht  gewagt,  den  Grand  Morin  zu  überschreiten.
Als  dann  aber  am  7.  September  erst  das  III.  Korps,  dann  auch  das
IX.,  das  zunächst  am  Dollau-Abschnitt  noch  aufgehalten  worden  war,
zurückgeben  und  den  Ziechtsabmarsch  der  1.  Armee  mitmachen
mußten,  hatte  auch  der  rechte  Flügel  der  2.  Armee  zurückgenommen
werden  müssen,  und  es  war  eine  Lücke  von  etwa  35  km  zwischen  der
1.  und  2.  Armee  aufgesprungen,  die  nur  von  der  Heereskavallerie
gedeckt  war.  Sunächst  war  noch  Wontmirail  gehalten  und  das
IX.  Korps,  wie  gesagt,  am  Dollau-Abschnitt  festgehalten  worden.  Als
aber  auch  dieses  nach  Norden  hatte  abmarschieren  müssen,  war
die  15.  Division  ohne  eine  Brigade,  die  scheinbar  zu  Stappenzwecken
  zurückgeblieben  war,  hinter  dem  rechten  Flügel  der  Armee,
der  immer  noch  Montmirail  festbielt,  gestaffelt  worden,  während
die  14.  Division  schon  früher  weiter  links  hatte  verwendet  werden
müssen.  So  hing  der  linke  Flügel  der  Beereskavallerie  am  8.  September
  in  der  Luft  und  wurde  teils  an  den  Dollau-Abschnitt,  teils
über  die  Marne  zurückgeworfen.  Die  Engländer  waren  allmählich
vorgekommen.

Der  Übergang  der  Engländer  über  die  Marne  konnte  allerdings
  am  8.  früh  nicht  vorausgesehen  werden;  aber  auch  ohnedem
  waren  die  Derhältnisse  äußerst  kritisch,  weil  das  Dorgehen
der  englischen  Massen  doch  auf  alle  Fälle  berücksichtigt  werden  mußte;
trotzdem  wurde  von  der  2.  Armee  auch  für  den  8.  eine  Offensive
vom  linken  Flügel  der  Armee  aus  befohlen,  weil  die  allgemeine
Tendenz  dahin  ging,  zwischen  Marne  und  Seine  Front  gegen  Haris
zu  nehmen,  wie  es  die  Gberste  Beeresleitung  befohlen  hatte,  und
weil  man  hoffte,  daß  die  1.  Armee  zurückgehen  werde,  um  die
zwischen  der  2.  und  1.  Armee  entstandene  TLücke  zu  schließen.

So  entstand  ein  zwiespältiges  Handeln.

Die  2.  Armee  griff  von  ihrem  linken  Flügel  aus  an,  weil  sie  im
Sinne  des  letzten  RHeeresbefehls  rechts  schwenken  und  zwischen  Marne
und  Seine  die  Front  gegen  Haris  nehmen  wollte.  Sie  schwächte  daher
ihren  rechten  Flügel.  Die  1.  aber  dachte  nur  daran,  den  aus  Haris
vorgebrochenen  Feind  zu  schlagen,  und  tat  unter  dem  Swange  der
Derhältnisse  nur  das  Notdürftigste,  um  die  Tücke  zwischen  beiden
Armeen  zu  schließen.  Die  Oberste  Beeresleitung  aber  tat  nichts,
um  die  beiden  verschiedenen  Standpunkte  zu  vereinigen.