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nirgends  zum  Stillstand  gekommen.  Die  Argonnen  waren  siegreich
durchschritten,  alle  Vorstöße  aus  Derdun  waren  mit  Erfolg  zurückgewiesen
  worden;  Revigny  war  erreicht,  und  noch  für  den
Abend  des  9.  September  war  ein  gemeinsamer  Angriff  mit  der
4.  Armee  in  der  Richtung  auf  Bar  le  Duc  verabredet  worden.  Auch
bei  dieser  war  die  taktische  Lage  durchaus  zufriedenstellend.  Sie
war  siegreich  bis  an  den  Ornain  und  darüber  hinaus  vorgedrungen,
hatte  Vitry  le  Frangois  besetzt  und,  wie  wir  sahen,  für  den  9.  abends
einen  Angriff  mit  der  5.  Armee  verabredet,  der  allerdings  auf  Befehl
der  Obersten  Heeresleitung  unterblieb.  Sie  hatte  alle  Aussicht,  auch
weiterhin  erfolgreich  zu  kämpfen.  Für  die  mißliche  Lage  der  Franzosen
  auf  diesem  Beeresflügel  spricht  allein  schon  der  Umstand,  daß
das  XV.  und  das  XXI.  Armeekorps  vom  rechten  Heeresflügel  mit
der  Bahn  herangeführt  worden  waren,  um  die  3.  und  4.  Armee  in
ihrer  Mot  zu  Jiten.

Dorzüglich  aber  war  die  Lage  bei  der  5.  deutschen  Armee.  Sie
focht  allerdings  in  zwei  Gruppen  im  Anschluß  an  die  2.  und  die
4.  Armee,  aber  sie  war  —  verstärkt  durch  die  24.  Reservedivision,  die
von  dem  eroberten  Givet  Berangekommen  war  —  siegreich  vorgedrungen
  und  hatte  besonders  mit  ihrer  rechten  Flügelgruppe  im
Derein  mit  der  2.  die  französische  9.  Armee  energisch  über  den  Haufen
geworfen  und  einen  Durchbruch  durch  die  Mitte  des  Feindes  in  der
Richtung  auf  Mailly,  wo  eine  bedeutende  Lücke  der  franzäösischen
Reeresfront  klaffte,  vorbereitet.  Sein  Gelingen  war  allem  Auschein
nach  nur  noch  eine  Frage  der  Geit.

So  war  die  Lage  der  ganzen  Armee,  außer  auf  dem  rechten
Flügel  der  2.,  eine  durchaus  günstige,  als  der  Kampf  abgebrochen
wurde  und  die  2.  Armee  mit  der  zugehörigen  HBeereskavallerie  über
Dormans  und  Damer,  die  I.  über  den  Wald  von  Dillers  Cotterets
zurückging.

Der  Feind  wagte  zunächst  gar  nicht  zu  folgen,  besonders  auf
den  Flügeln,  wo  er  ganz  niedergekämpft  war.  Nur  die  5.  und
9.  Armee  drängten  den  abziehenden  Deutschen  nach.  Sehr  bald  aber
bemächtigte  sich  des  feindlichen  Heeres  einschließlich  der  LCeitung
ein  wahrer  Siegestaumel.  Man  glaubte,  daß  die  Deutschen  geschlagen
  seien,  obgleich  sie  im  wesentlichen  freiwillig  zurückgingen,
weil  sie  in  eine  ungünstige  strategische  Lage  geraten  waren.
Man  rechnete  darauf,  mindestens  bis  an  die  Maas  in  glänzender
Derfolgung  marschieren  zu  können.  Das  ganze  Land  richtete  sich  an
der  vermeintlich  siegreichen  Marneschlacht  wieder  auf.  Ein  neuer
Siegeswillen  erfüllte  alle  Herzen.  Man  kann  den  moralischen  Einfluß
  des  großen  Kampfes  fast  nicht  hoch  genug  einschätzen.  Destomehr
  aber  muß  man  die  Derantwortungsfreudigkeit  dessen  bewundern,
  der  trotz  allem,  was  dagegen  sprach,  den  Befehl  zu  diesem
Rückzug  erlassen  hat  —  wenn  er  sich  überhaupt  seiner  Tragweite
bewußt  gewesen  ist  und  ihn  sachlich  für  unvermeidlich  hielt.