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nicht  ab,  sondern  schritten  schon  am  12.  September  umfassend  zum  Angriff
  auf  den  rechten  Flügel  der  Deutschen.  Sie  waren  in  der  Marneschlacht
  bereits  zum  Rückzug  entschlossen  gewesen,  schon  weil  sie  keine
Artilleriemunition  mehr  hatten,  und  hatten  den  betreffenden  Befehl
am  9.  September  bereits  entworfen.  Jetzt  aber  hielten  sie  jede
weitere  Vorsicht  für  überflüssig.  Ja  sie  wollten,  wie  es  scheint,  auch
die  Derbindungen  der  Deutschen  unterbrechen  und  sich  der  belgischen
Bahnen  bemeistern.

Am  9.  September,  als  der  allgemeine  deutsche  Rückzug  bekannt
wurde,  brachen  fünf  belgische  Divisionen  aus  Antwerpen  vor  und
warfen  sich  überraschend  auf  die  Deutschen.  Sie  waren  auch  nicht
ganz  ohne  Erfolg.  Das  XV.  Armeekorps,  das  über  Belgien  heraneilte,
  mußte  zum  Teil  ausgeladen  werden.  Auf  persönliche  Deranlassung
  des  Stappenkommandeurs  von  Tirlemont,  des  Majors  von
Deltheim,  wurde  es  angehalten  und  nahm  mit  einigen  Kräften,  die
der  Major  selbst  vorführte,  an  der  Bekämpfung  der  Belgier  teil.
Diese  konnten  denn  auch  nur  anfangs  Dorteile  erringen,  wurden
dann  aber  in  die  Festung  zurückgeworfen  und  waren  am  15.  wieder
zuter  dem  Schutz  der  Festungswerke,  ohne  Wesentliches  erreicht  zu

aben.

Vicht  viel  besser  aber  ging  es  den  Franzosen  selbst,  als  sie  am
12.  September  siegesbewußt  angriffen.  Sie  glaubten  nur  Nachhuten
  vor  sich  zu  haben  und  stießen  zu  ihrem  größten  Erstaunen  auf
die  ganze  deutsche  Armee,  die  ihren  Angriff  blutig  zurückwies.  So
entwickelte  sich  aus  diesen  Kämpfen  eine  neue  Schlacht,  in  der  die
französisch-englische  Uberlegenheit  an  Sahl  und  Kriegsgerät  von
neuem  zur  Geltung  kam.  .

Der  erste  Kriegsplan  der  Deutschen  hatte  versagt.  An  der
Marne  war  er  durch  eigene  Schuld  gescheitert.  Jetzt  galt  es,  nach
beiden  Seiten  hin  Front  zu  machen,  und  zwar  in  einem  Augenblick,
da  die  Osterreicher  bei  Lemberg  unglücklich  fochten.  Um  so  wichtiger
war  es,  sich  an  der  Aisne  siegreich  zu  behaupten.

Die  Schlacht  an  der  Aisne  und  die  Kämpfe
südlich  von  Verdun.

Die  strategische  Cage  der  Deutschen  war  schwierig.  Ihre  Armee
bildete  hinter  der  Aisne  noch  keine  geschlossene  Schlachtlinie.  Zwischen
  der  1.  und  2.  Armee  klaffte  —  wie  wir  sahen  —  eine  weite
ücke,  die  es  noch  immer  nicht  zu  schließen  gelungen  war,  obgleich
die  1.  Armee  selt  dem  10.  September  der  2.  unterstellt  war;  ja  Bülow
vergrößerte  sie  noch  mehr  als  nötig,  da  er  in  dem  irrtümlichen
Glauben,  daß  der  Feind  weiter  östlich  durchbrechen  wolle,  seine  Armee
nach  links  hin  massierte.  Der  rechte  Klügel  des  Beeres  hing  ganz  in
der  Cuft,  wenn  er  auch  an  die  Oise  angelehnt,  der  rechte  Klügel  des

v.  Bernhardi.  Datschlands  Beldenkampf.  4  6