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IX.  Armeekorps,  das  hier  den  Flankenschutz  hatte,  zurückgebogen  war,
und  Sicherheitstruppen  über  die  Oise  hinübergeworfen  waren.  Der
linke  Flũgel  war  zunächst  noch  im  Zurückgehen.  An  eine  offensive
Cösung  der  gegebenen  Cage,  die  einen  völligen  Umschwung  der  Derhältnisse
  hätte  herbeiführen  können,  und  bei  der  inneren  Überlegenheit
  der  deutschen  Truppen  gegenüber  den  ganz  erschöpften  Franzosen
  und  Engländern  alle  Aussicht  auf  Erfolg  gehabt  hätte,  dachte
leider  kein  Mensch.  Die  wesentlichste  Boffnung  bestand  vielmehr
darin,  daß  das  VII.  Reserve-  und  das  XV.  Armeekorps  rechtzeitig
eintreffen  würden,  um  die  Schwächen  der  Schlachtordnung  auszugleichen.
  .

Das  VII.  Reservekorps  hatte  sich  sofort  nach  der  Wegnahme  von
Maubeuge  in  Marsch  gesetzt.  Diese  war  am  7.  September  erfolgt  und
hatte  45000  Gefangene  mit  vier  Generalen  und  400  Geschützen
den  Deutschen  in  die  Hände  geliefert.  Auch  die  rückwärtigen  Verbindungen
  waren  durch  den  Fall  der  Festung  wesentlich  erleichtert
worden.  In  Eilmärschen  war  dann  das  VII.  Reservekorps  Berangekommen.
  Die  Nachricht,  daß  es  nicht  darauf  ankäme,  den  rechten
Flügel  der  Armee  zu  stützen,  sondern  vor  allem  darauf,  die  Tücke
zwischen  der  1.  und  2.  Armee  auszufüllen,  hatte  die  neue  7.  Armee,
die  am  U.  September  der  2.  unterstellt  wurde,  noch  rechtzeitig  erreicht;
  sie  konnte  dem  VII.  Reservekorps  noch  die  notwendigen  Befehle
  geben  und  das  XV.  Korps,  das  ihm  folgte,  noch  nach  Laon
dirigieren.  Auch  eine  verstärkte  Brigade  der  15.  Division  und  eine
Landwehrbrigade  konnten  noch  rechtzeitig  heranbeordert  werden.
Aber  das  Schicksal  stand  auf  des  Messers  Schneide.

wWährend  auf  dem  linken  Flügel  des  zurückgehenden  Heeres  sich
Nackhhutkämpfe  abspielten,  die  durchweg  für  die  Deutschen  erfolgreich
  waren,  und  die  Nachhuten  der  2.  Armee  noch  an  der  Desle,
von  Fismes  bis  Prunay  und  Dhuisy  standen,  wo  sie  an  den  rechten
Flügel  der  3.  Armee  anschlossen,  griff  der  linke  Flügel  des  französisch-englischen
  Beeres  schon  am  12.  September,  wie  erzählt,  energisch
an,  und  wurde  von  der  deutschen  I.  Armee  blutig  abgewiesen.  Die
Armee  Maunoury  aber,  die  sich  hauptsächlich  gegen  den  rechten
Flügel  Klucks  wendete  und  bei  Carlepont  die  rechte  Flanke  der
I.  Armec  zu  gewinnen  suchte,  blieb  völlig  erfolglos.  Blutig  wies  das
IX.  Korps,  das  hier  die  Derteidigung  fübrte,  alle  Anstürme  ab,  und
auch  dic  übrigen  Korps  blieben  trotz  aller  Anstrengungen  des  Feindes
  unverrückt  in  ihren  Stellungen.  Die  Armee  focht  mit  Erfolg  in
einer  Cinie,  die  45  km  lang  war.

Dagegen  gelang  es  dem  linken  Flügel  und  der  Mitte  Franchet
d'Espérevys,  die  Machhuten  der  2.  Armee  an  der  Desle  zurückzuwerfen,
worauf  die  Stadt  Reims  geräumt  wurde  und  die  2.  Armee  eine
Linie  dicht  südöstlich  der  Stadt  besetzte,  deren  rechter  Flügel  sich  an
die  Aisne  lehnte;  das  VII.  Korps  bildete  hier  den  Flügel  der  Armee.
Die  Franzosen  aber  setzten  ihren  Angriff  fort  und  suchten  nunmehr