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Festung  retten  zu  können.  In  Wirklichkeit  fielen  schon  am  2.  Oktober
die  NRetheforts,  am  3.  Fort  Duffel;  am  5.  und  6.  Oktober  Fort
Kessel  und  Broechem,  während  Fort  Braindonck  niedergekämpft  war;
am  6.  gingen  die  Angreifer,  einschließlich  der  20.  Landwehrbrigade,
über  die  Nethe,  nachdem  in  der  Nacht  vom  5.  zum  6.  ein  Gegenangriff,
  den  die  Belgier  und  Engländer  ausführten,  blutig  zurückgewiesen
  worden  war;  am  v.  Oktober  wurden  sie  unter  Verlust
ihrer  sämtlichen  Geschütze  auf  die  inneren  Forts  zurückgeworfen.
Sugleich  kündete  Beseler  die  demnächstige  Beschießung  der  Stadt
an,  wenn  sie  nicht  übergeben  würde.  Da  das  abgelehnt  wurde,  setzte
die  Beschießung  wirklich  ein  und  hatte  sehr  bald  den  gewünschten
Erfolg.  Während  die  schweren  Kaliber  die  letzten  Festungswerke
niederkämpften,  warfen  die  Deutschen  1250  Geschosse  in  die  Stadt
und  erzielten  damit  deren  Übergabe,  während  die  Engländer  die
unbeweglichen  Güter,  die  in  der  Stadt  lagerten,  Detroleumtanks  und
ähnliches,  durch  Sprengung  der  Wegnahme  zu  entziehben  suchten
und  die  letzten  Schiffe  den  Hafen  verließen.  Am  0.  Oktober  wurde
die  Stadt  übergeben,  am  10.  auch  die  nördlichen  Forts.  Antwerpen
war  in  deutschem  Zesitz,  die  belgische  Armee  und  die  Engländer
suchten  sich  durch  beschleunigten  Abmarsch  längs  der  holländischen
Grenze  der  Gefangenschaft  zu  entziehen.  500  Geschütze  und  eine
ungeheure  sonstige  Kriegsbeute  fielen  in  die  Bände  des  Siegers.
Mittlerweile  waren  die  Deutschen  in  Dendermonde  durch  die
4.  Ersatzdivision  verstärkt  worden.  Hier  gelang  es,  die  Schelde  zu
überschreiten.  Die  unterdes  herangekommene  1.  Landwehrbrigade
sollte  von  Alost  aus,  das  sie  besetzte,  Gent  angreifen,  und  eine  aus
bavperischen  leichten  Truppen  zusammengesetzte  fliegende  Abteilung
war  bereits  am  7.  Oktober  bei  Mazareth  südwestlich  Gent  angekommen
  und  hatte  dort  ein  Gefecht  geliefert.  Feindlicherseits  war  die
Abteilung  Ronachs  am  10.  Oktober  in  Gent  eingetroffen,  und  ebenso
die  7.  Division  des  IV.  englischen  Korps.  Es  war  aber  unmöglich,
unter  den  genannten  Umständen  die  bereits  umgangene  Stadt  zu
bekaupten,  und  so  zogen  sich  auch  diese  Truppen  nach  einem  zwecklosen
  Gefecht  zurück.  Schon  am  II.  besetzten  die  Deutschen  die  Stadt
Gent,  am  15.  überschritten  sie  den  Terneuzenkanal,  der  in  nördlicher
Richtung  von  Gent  zum  Weere  führt,  den  14.  warfen  sie  die  belgische
Kavallerie  auf  Thielt  zurück  und  besetzten  am  15.  Ostende,  von  wo  sie
weiter  gegen  die  User  vorgingen.  Gent  und  Brügge  waren  besetzt
worden.  Die  Belgier  und  Engländer  ihrerseits  gingen  so  rasch  als
möglich,  wobei  sie  von  der  Eisenbahn  Gebrauch  machten,  zurück
und  besetzten  die  User=  bzw.  die  Kanalstellung  vom  Meere  bis  Bösinghe,
  während  die  französischen  Reiter  unter  Conneau  —  wie  bereits
  erwähnt  —  den  Houtbkulster  Wald  besetzt  hielten.  Sie  waren
verstärkt  durch  die  87.  Territorialdivision,  rechts  von  ihnen,  nach
vorwärts  gestaffelt,  stand  die  I.  belgische  Kavalleriedivision;  Dixmuiden
  war  von  der  Abteilung  Ronach  besetzt,  die  3.  belgische  Divi-