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Verlust  der  Seehäfen  am  Kanal  wäre  der  Zusammenhang  zwischen
England  und  Frankreich  verloren  und  England  selbst  sowie  vor
allem  der  Armelkanal  den  Angriffen  der  Deutschen  preisgegeben
gewesen.  Leider  sahen  diese  den  Angriff  nicht  von  vornherein
von  so  hohem  Gesichtspunkt  aus  an,  sondern  begnügten  sich  mit  einer
mehr  örtlichen  Beurteilung.

Die  Schlacht  an  der  User  zerfällt  in  zwei  Hauptabschnitte.

In  dem  ersten  rangen  die  Deutschen  im  Nordabschnitt  um  die
Entscheidung  und  wollten  zum  mindesten  nach  Calais  durchbrechen.
Sie  hatten  deshalb  auch  das  III.  Reservekorps  am  nördlichen  Flügel
eingesetzt  und  warfen  den  Feind  überall  entscheidend  zurück.  Es
gelang  ihnen,  die  User  zu  überschreiten  und  sich  an  den  Eisenbahndamm
  heranzuarbeiten.  Sie  standen  dicht  vor  der  Entscheidung.  Die
belgische  Armee  war  zusammengebrochen.  Das  XXII.  deutsche  Rorps
hatte  den  Keind  auf  Dixmuiden  zurückgeworfen,  und  auch  die  übrigen
Teile  der  4.  Armee  hatten  überall  siegreich  gefochten.  Da,  in  der
höchsten  Mot,  riefen  die  Zelgier  das  Meer  zu  Hilfe  und  setzten  einen
großen  Teil  ihres  Landes  zwischen  sich  und  dem  siegreichen  Gegner
unter  Wasser,  indem  sie  die  Schleusen  der  User  sprengten  und  dem
Meer  in  der  Flutzeit  Eingang  in  das  Land  gewährten.  Der  sonst  unvermeidliche
  Sieg  der  Deutschen  war  somit  in  des  Wortes  eigentlichster
  Zedeutung  zu  Wasser  geworden.  Am  Abend  des  30.  Oktober
  war  Ramscapelle  jenseits  der  Bahn  genommen,  in  Pervyse
stand  der  Kampf  günstig;  die  45.  Division  war  im  siegreichen  Fortschreiten
  auf  Ostkerke;  da  mußte  der  Kampf  aufgegeben  werden:
gegen  die  Naturkraft  war  nicht  anzukämpfen,  und  der  Schwerpunkt
des  blutigen  Ringens  mußte  aus  zwingenden  Gründen  weiter  nach
Süden  verlegt  werden.  Dieser  Umstand  nun,  verbunden  mit  dem
angriffsweisen  Dorgeben  der  6.  deutschen  Armee  und  vornebmlich
ihres  rechten  Flügels,  ergab  eine  neue  gemeinsame  Schlacht.  Damit
beginnt  der  zweite  Abschnitt  des  gewaltigen  Dramas.

Schon  am  21.  und  22.  Oktober  hatte  die  6.  Armee  den  Feind
bis  Armentières,  Neuve  Chapelle  und  Givenchy  zurückgedrückt.
Jetzt  wurde  der  Hlan  zu  einem  Entscheidung  suchenden  Angriff  festgestellt,
  schon  bevor  die  Entscheidung  im  Worden  gegen  uns  gefallen
war.  Dazu  sollten  unter  General  von  Fabeck  frische  Kräfte  herangezogen
werden:  das  XV.  Korps,  das  II.  baverische,  die  20.  württembergische
Division,  und  in  zweiter  Linie:  die  6.  baperische  Reservedivision,  die
3.  und  die  25.  Reservedivision,  die  Ul.  Landwehrbrigade,  die  2.  und
die  baperische  Kavalleriedivisiom  und  die  höheren  Kavalleriekommandeure
  1.  und  2.  mit  je  zwei  Kavallekiedivisionen.  Den  30.  Oktober
  sollte  der  allgemeine  Angriff  aus  der  Linie  Wervicq—Deulemont
beginnen  und  von  einem  allgemeinen  Angriff  der  4.  und  6.  Armee
begleitet  werden.  Der  Stoß  sollte  in  nordwestlicher  Richtung  erfolgen.

Mit  dem  Einsatz  dieser  frischen  Kräfte  gelang  es,  erhebliche
Fortschritte  zu  machen.  Messines,  Wytschaete  und  St.  Eloi  wurden