94

Bedeutung  vermochten  jedoch  auch  diese  Kämpfe  nicht  zu  erlangen.
Sie  waren  ungeheuer  blutig,  besonders  bei  Messines  und  Wytschaete.
Cetzteres  Dorf  wechselte  mehrere  Male  den  Zesitzer,  bevor  es  endgültig
  in  deutscher  Hand  blieb;  aber  die  feindliche  Übermacht  war
zu  groß,  und  wenn  auch  die  deutschen  Truppen  nirgends  ernste
Rückschläge  erlitten,  so  kostete  ihnen  doch  das  langsame  Vorwärtskommen
  unendlich  viel  Blut  und  brachte  ihr  Vorgehen  endlich  zum
Stillstand.  Es  mußten  abermals  neue  Kräfte  eingesetzt  werden.  Es
gelang  noch,  eine  zusammengesetzte  Garde-Infanteriedivision  unter
Generalleutnant  von  Winckler,  die  4.  Infanteriedivision  und  vom
16.  Rovember  an  die  zusammengesetzte  Division  Hoffmann  für  den
Norden  frei  zu  machen  und  sie  rechts  neben  der  Gruppe  Fabeck  bis
zum  Holvgonwalde  einzusetzen,  wo  dann  das  XXVII.  Reservekorps  anschloß.
  General  von  Cinsingen  sollte  sie  führen.  Aber  auch  diese
Gruppe,  die  den  II.  Movember  angriff,  vermochte  —  wenn  sie  auch
dauernd  im  Vorgehen  blieb  —  einen  entscheidenden  Erfolg  nicht
mehr  zu  erkämpfen.  Auch  Mitte  und  linker  Flügel  der  6.  Armee
kamen  nicht  mehr  vorwärts;  nur  die  4.  Armee  hatte  noch  einen
Erfolg  zu  verzeichnen.  Hier  war  neben  einigen  Landwehrtruppen
auch  die  Marinedivision  eingesetzt  worden,  und  es  gelang  diesen
Truppen,  indem  sie  einen  Vorstoß  des  Feindes  zurückwiesen,  Lombartzpde,
  das  verlorengegangen  war,  im  Nachstoß  zurückzugewinnen.
Noch  größer  aber  war  der  Erfolg  bei  Dixmuiden,  das  von  ungefähr
zwei  französischen  Divisionen  verteidigt  wurde.  Das  XXII.  Reservekorps
  und  die  4.  Ersatzdivision  nahmen  den  Ort  am  10.  November
im  wütenden  RKandgemenge  und  brachten  damit  einen  der  wenigen
Brückenköpfe  zu  Fall,  die  der  Gegner  auf  dem  rechten  Userufer  noch
festhielt.  Auch  Zixschote  war  von  der  4.  Armee  genommen  worden.

Im  großen  und  ganzen  aber  hatten  die  Kämpfe,  die  bis  Mitte
November  in  gleicher  Erbitterung  auf  der  ganzen  Wordfront  tobten,
nur  den  Erfolg,  daß  sie  die  Linie  endgültig  festlegten,  die  die  Deutschen
  danernd  besetzen  sollten.

Der  rechte  Klügel  der  6.  Armee,  bei  der  St.  Uves  noch  zuletzt
von  der  Heereskavallerie  genommen  worden  war,  reichte  fortan  über
Messines,  Wtschaete  nach  St.  Eloi.  Dort  schloß  der  Upernbogen  an,
der  über  Swarteelen  und  Reutel  im  Bogen  über  Langemarck,  das
die  Engländer  hartnäckig  behaupteten,  bis  nach  Steenstrate  führte,
das  die  Derbündeten  besetzt  hielten.  Don  diesem  Dorf  an  folgte  die
deutsche  Stellung  im  allgemeinen  dem  Mpernkanal  und  der  Userselbst
  bis  zum  WMeere.  Dixmuiden  und  Combartzyde  waren  in
deutscher  Rand.

In  dieser  Linie  fanden  auch  nach  Mitte  Movember  noch  einige
Kämpfe  statt.  Die  Verbündeten  mußten  ihren  plan,  Belgien  zu
befreien  und  von  dort  gegen  den  Rhein  vorzudringen,  endgültig  aufgeben.
  Aber  auch  den  Deutschen  war  es  nicht  möglich,  nach  Talais
und  Dünkirchen  durchzubrechen.  Immerhin  war  es  ihnen  gelungen,