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Besitzstand.  Bei  St.  Mihiel  dagegen,  das  sie  allen  Gegenangriffen
zum  Trotz  behaupteten,  vermochten  sie  keine  weiteren  Fortschritte  zu
machen.  ·  «

Das  Charakteristische  an  allen  diesen  Kämpfen  ist,  daß  man  die
überall  zugunsten  des  Entscheidungsfeldes  dünn  gewordenen  Cinien
der  Infanterie  durch  vermehrte  Artillerie  zu  verstärken  und  die
Infanterie  selbst  durch  Eingrahen,  schwer  zu  überwindende  Hinder—
nisse  und  bombensichere  Unterkunftsräume  gegen  die  feindliche  Artillerie
  und  die  Angriffe  des  Gegners  zu  schützen  suchte.  So  entstand
allmählich  der  Grabenkrieg,  der  sich  zu  einer  wahren  Kunst  ent—
wickelte,  bis  endlich  auch  in  Flandern  die  stürmische  Offensive  ab
flaute,  weil  beide  Gegner  vor  den  feindlichen  Derteidigungslinien
ermüdeten  und  einsaben,  daß  ein  durchschlagender  Erfolg  mit  den
eingesetzten  Kräften  doch  nicht  zu  erzielen  sei.  Auch  hier  bequemten
sich  beide  Harteien  allmählich  zum  Grabenkrieg.  Aber  dennoch
herrschte  ein  gewaltiger  Unterschied.

Der  erste  Kriegsplan  der  Deutschen  war,  wie  wir  wissen,  mißglückt.
  Sie  hatten  mit  einem  gewaltigen  Schlage  die  westlichen
Gegner  niederwerfen  wollen,  um  sich  dann  gegen  Rußland  zurückzuwenden.
  In  der  Entscheidungsstunde  hatte  ihre  strategische  Kraft
versagt,  und  sie  waren  an  die  Aisne  zurückgegangen.  Sie  hatten
dann  darum  gekämpft,  den  Feldzug  wenigstens  vorteilhaft  enden  zu
können.  Sie  wollten  die  HDerbindungslinie  zwischen  England  und
Frankreich  bedrohen,  sich  bei  Calais  zwischen  die  beiden  Derbündeten
drängen  und  so  für  den  nächsten  Feldzug  günstige  Bedingungen
schaffen.  Auch  dieser  Hlan  war  mißlungen,  weil  die  Feinde  zunächst
das  Meer  zu  Hilfe  riefen,  als  die  Deutschen  im  Begriff  standen,  den
Sieg  zu  erringen,  weil  diese  an  sich  zu  einer  Offensive  mit  so  weiten
Sielen  zu  schwach  waren,  und  weil  später  die  Übermacht  der  Gegner
zu  groß  war,  um  entscheidend  geschlagen  werden  zu  können.  Sollen
doch  die  Engländer  allein  65  englische  und  12  indische  Regimenter
im  Felde  gehabt  haben,  während  auf  dem  gesamten  Kriegsschauplatz
im  Westen  Mitte  Oktober  etwa  2300  000  Mann  auf  seiten  der  Derbündeten
  gegen  1700000  Deutsche  fochten,  wobei  nur  Kampftruppen
  ohne  Stappen=  und  Ersatzformationen  gerechnet  sind.  So
mußten  sich  die  Deutschen  mit  einem  halben  Erfolge  begnügen  und  an
der  User  haltmachen.  Für  sie  drehte  sich  jetzt  der  Kriegsplan  vollständig
  um.

War  es  bisher  ihre  Aufgabe  gewesen,  im  Westen  die  Entscheidung
  zu  suchen,  und  war  der  Dersuch,  diese  Aufgabe  durchzuführen,
  bis  zu  einem  gewissen  Grade  von  den  Verhältnissen  ermöglicht
  worden,  so  waren  die  Bedingungen  des  Krieges  jetzt  durchaus
  andere  geworden.  Die  Gefahr  im  Osten  war  für  Deutsche  und
Osterreicher  zu  einer  Böhe  angeschwollen,  die  ein  Einschreiten  mit
stärkeren  Massen  zu  einer  unabweisbaren  Notwendigkeit  machten.
Infolgedessen  mußte  man  sich  jetzt  entschließen,  die  Kriegsentscheidung