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die  diesen  Festungen  am  nächsten  stehenden  Armeen  aber  sollten
jederzeit  bereit  sein,  nach  Süden  einzuschwenken.  Die  6.  Armee  war
fünf  Armeekorps  stark  gemacht  worden  und  marschierte  zwischen
Kurzel—Saarburg—Saargemünd  auf,  die  7.  —  drei  Armeekorps
stark  —  bei  Straßburg  und  am  Oberrhein.  Beide  waren  dem  Oberbefehl
  des  Kronprinzen  Rupprecht  von  Bapern  unterstellt,  der  den
Auftrag  hatte,  falls  die  Franzosen  nicht  ihrerseits  angriffen,  gegen  die
Mosel  unterhalb  Krouard  und  gegen  die  Meurthe  vorzustoßen,  um
die  Franzosen  am  linken  Flügel  festzuhalten,  oder,  falls  diese  mit  überlegenen
  Kräften  selbst  zwischen  Metz  und  den  Vogesen  vorgingen,
ilnen  zunächst  auszuweichen,  eine  Bedrohung  des  linken
Flügels  der  Hauptkräfte  der  deutschen  Armee  aber  zu  verhindern.
Die  7.  Armee  hatte  außerdem  das  GOberelsaß  und  das  südliche  Zaden
während  der  Aufmarschbewegung  zu  decken,  „damit  das  Land  nicht
schutzlos  jeder  feindlichen  Unternehmung  preisgegeben  würde“.  Doch
war  diese  Aufgabe  ausdrücklich  als  eine  vorübergehende  bezeichnet:
das  RKauptgewicht  lag  auf  dem  Susammenwirken  mit  der  6.  Armee.
Dor  stärkeren  Kräften  sollte  auf  die  Breuschstellung  zurückgegangen
werden.  .

Man  sieht  den  gewaltigen  Unterschied  zwischen  diesem  Aufmarsch
und  dem  Schlieffenschen  Plan.  Dieser  war  einfach  und  klar.  Er  gab
zu  keinerlei  Zweifeln  Anlaß.  Bei  dem  wirklich  ausgeführten  Moltkeschen
  Aufmarsch  aber  war  nicht  nur  der  rechte  Flügel  zu  schwach,
sondern  auch  die  Aufgabe  des  linken  unklar  und  zwiespältig.  Ver—
schlimmert  wurden  diese  Verhältnisse  noch  dadurch,  daß  die  Ersatzdivisionen
  alle  beim  ersten  Anzeichen  eines  feindlichen  Angriffs  auf
Elsaß-Lothringen  auf  den  linken  statt  auf  den  rechten  Flügel  des
Heeres  gefahren  wurden,  und  auch  in  der  Ausführung  hat  man  dem
Schlieffenschen  Grundgedanken  zuwider  und  überhaupt  unzweckmäßig
  gehandelt.

Für  den  Fall,  daß  die  Franzosen  mit  starken  Kräften  zwischen
Metz  und  den  Dogesen  vorgeben  würden,  war  beabsichtigt,  mit
der  6.  Armee  auf  die  Saar  zurückzugehen,  und  dann,  wenn  die
Franzosen  folgten,  ihnen  von  Metz  und  Straßburg  aus  in  die  Flanke
zu  fallen  und  sie  womöglich  zu  vernichten.  In  diesem  Sinne  aber
ist  keineswegs  verfahren  worden.  Die  Kiedstellung,  die  hierbei  die
Franzosen  in  ihrer  linken  Flanke  fesseln  sollte,  ist  überhaupt  nicht
zur  Wirkung  gekommen,  sondern  man  hat  sich  auf  das  Drängen
des  Armeeführers  hin  entschlossen,  die  FKranzosen  gleich  an  der
Grenze  zu  schlagen  und  zurückzuwerfen,  ohne  ihre  Armee  zu  zertrümmern,
  wie  das  sehr  wohl  möglich  gewesen  wäre.  Wahrscheinlich
haben  die  Nerven  gefehlt,  um  den  Feind  weit  genug  in  das  Land
hineinzulassen  und  dann  erst  in  entscheidender  Richtung  anzugreifen.
Möglich  aber  ist  es  auch,  daß  man  Cothringen  dem  Feinde,  wenn
auch  nur  kurze  Seit,  ebensowenig  preisgeben  wollte  wie  das  Elsaß
und  daher  schon  an  der  Grenze  die  Schlacht  schlug,  die  erst  an  der