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General  von  Mülmann  die  Flanke  zu  decken  hatte,  sollte  das
I.  deutsche  Armeekorps  bei  Usdau,  das  durch  die  Candwehrdivision
Unger  verstärkte  XX.  mit  der  5.  Reservedivision  die  Linie  Waplitz—
Bohenstein,  und  die  Landwehrdivision  von  der  Goltz  Rohenstein  selbst
angreifen.  Das  l.  Reservekorps  und  das  XVII.  Korps  mit  der
6.  Landwehrbrigade  waren  derart  vom  Feinde  gelöst  worden,  daß
erst  das  XVII.  Korps  unter  dem  Schutz  der  l.  Kavalleriedivision
und  des  l.  Reservekorps,  dann  dieses  letztere  selbst  abmarschierte,
so  daß  zuletzt  nur  die  Division  Brodrück,  Hauptreserve  von  Königsberg,
  und  die  1.  Kavalleriedivision  am  Feinde  blieben,  letztere,  um
als  einzige  Truppe  den  Rücken  der  8.  Armee  gegen  Rennenkampfs
gewaltige  Heerscharen  zu  decken.  Man  kann  sich  das  Derhalten
dieses  Generals  nur  dadurch  erklären,  daß  er  die  deutsche  Armee
geschlagen  und  auf  Königsberg  zurückgeworfen  glaubte  und  für
seine  eigene  linke  Klanke  sowie  für  die  Narew--Armee  infolgedessen
keinerlei  Besorgnis  empfand.  Mittlerweile  aber  sollten  die  beiden
deutschen  Armeekorps  mit  der  6.  Landwehrbrigade,  die  sich  unter
dem  Schutz  der  1.  Kavalleriedivision  vom  Feinde  gelöst  hatten,  gegen
Flanke  und  ZRücken  der  Narew-Armee  unter  Samsonow  vorgehen,
und  zwar  das  XVII.  am  weitesten  südlich.  Der  Angriff  des  verstärkten
  XX.  Korps  sollte  erst  am  22.  stattfinden,  weil  das  I.  Korps
nicht  früher  kampfbereit  sein  konnte;  dann  aber  spielte  sich  die
Schlacht  ganz  programmäßig  ab.

Das  VI.  russische  Korps  wurde  schon  beim  ersten  Susammentreffen
  vom  XVII.  auf  Ortelsburg  zurückgeworfen,  das  l.  kankasische
aber  wurde  absichtlich  aus  der  Umklammerung  herausgelassen,  weil
sonst  die  8.  Armee  zu  weit  hätte  auseinandergezogen  werden  mücssen.
RKindenburg  begnügte  sich  damit,  es  über  Soldau  vom  l.  deutschen
Korps  zurückwerfen  und  von  der  Brigade  Mülmann  beobachten
zu  lassen.  Auch  sein  späterer  Dorstoß  auf  Reidenburg  am  50.  August,
um  der  arg  bedrängten  russischen  Armee  zu  Hilfe  zu  kommen,  wurde
durch  das  lI.  deutsche  Korps  zurückgewiesen,  das  mittlerweile  selbst
nach  Neidenburg  vorgegangen  war.  Auf  Passenheim  und  Willenberg
  stieß  das  XVII.  Korps  durch,  während  das  l.  Reservekorps,
das  Allenstein  wieder  nahm  —  weiter  nördlich  gehalten  —,  der
Candwehrdivision  von  der  Goltz  die  Zand  reichte,  und  die  5.  Reservedivision
  mitten  durch  den  Feind  bhindurch  nach  Muschaken  gelangte
und  so  den  eisernen  Ring  schloß,  der  die  Tarew-Armee  umklammerte.
  Alle  noch  so  verzweifelten  Dersuche  des  Feindes,  auf  irgendeiner
  Seite  durchzubrechen,  blieben  erfolglos.  Hohenstein,  das  vorübergehend
  von  den  Russen  besetzt  worden  war,  wurde  genommen;
am  50.  kam  es  bei  Muschaken  und  Reidenburg  noch  zu  sehr  ernsten
Kämpfen,  da,  wie  gesagt,  das  I.  kaukasische  Korps  von  Mlawa  aus
gegen  den  Rücken  der  Deutschen  vorging:  aber  an  dem  Erfolge
der  deutschen  Waffen  war  nichts  mehr  zu  ändern.  Die  Narew-Armee
  war  vernichtet,  bevor  die  deutschen  Derstärkungen  aus  dem