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Westen  eintrafen;  Samsonow  scheint  sich  in  der  Verzweiflung  erschossen
  zu  haben.  40000—50000  tote  Russen  bedeckten  das
Schlachtfeld.  90000  Mann  musßten  sich  gefangengeben,  unter  ihnen
befanden  sich  vier  Generale;  516  Geschütze  und  Feldzeichen  und  unzähliges
  Kriegsgerät  fielen  in  die  ZKände  der  Sieger.  Nur  Trümmer
der  Tarew--Armee  retteten  sich  über  die  Grenze.  Von  ihnen  war
so  bald  nichts  mehr  zu  fürchten.  Für  die  Deutschen  aber  gab  es
kein  Rasten.  Galt  es  doch,  Ostpreußen  zu  befreien  und  der  Njemen-Armee
  ein  ähnliches  Schicksal  zu  bereiten,  wie  es  die  Rarew-Armee
erlebt  Ratte.  Eine  doppelseitige  Umfassung,  wie  sie  bei  Tannenberg
  stattgefunden  hatte,  war  freilich  nicht  möglich,  da  der  Feind
sich  mit  dem  rechten  Klügel  an  das  Meer  lehnte,  und  bei  seiner
großen  UÜberlegenheit  und  der  Gesamtlage  auch  nicht  anzustreben;
immerhin  aber  ließ  sich  hoffen,  durch  Umfassung  des  feindlichen
linken  Klügels  dem  Gegner  erhbebliche  Verluste  beizubringen.  Auch
diese  Operation  aber  war  von  unerhörter  Kühnheit,  denn  abgesehen
  von  der  Überlegenheit  des  Feindes  mußten  bei  Ossowietz
und  Augustow  noch  weitere  Derstärkungen  der  feindlichen  Armee
ins  Auge  gefaßt  werden.  Hier  waren  noch  vier  bis  sechs  Divisionen
in  der  Dersammlung  begriffen;  außerdem  hatte  die  rrssische
Division  16  Bataillone,  die  deutsche  nur  12,  und  die  russische  Armee
zählte,  auch  ohne  die  erwarteten  Derstärkungen,  24  Divisionen,
während  die  deutsche  einschließlich  aller  Verstärkungen  nur  15  bis
16  Divisionen  an  den  Feind  führen  konnte.  Die  Schlacht  war  also
an  und  für  sich  ein  äußerst  kühnes  Unternehmen,  und  zwar  um  so
mehr,  als  die  Russen  bis  an  den  Hals  eingegraben  waren  und  von
der  Kunst  der  Feldbefestigung  den  ausgiebigsten  Gebrauch  gemacht
atten.

Die  Deutschen,  die  jetzt  im  ganzen  etwa  170  O00  Mann  zum  Angrisf
  stark  sein  mochten,  marschierten  derart  auf,  daß  die  aus  dem
Westen  herangekommenen  Armeekorps,  die  bei  Elbing  und  Allenstein
ausgeladen  wurden,  auf  dem  linken  Flügel  verwendet  wurden.  Das
Garde-Reservekorps  stand  an  der  unteren  Hassarge,  das  Xl.  Korps
nördlich  Allenstein;  zwischen  beiden  das  I.  Reservekorps.  Südlich
dieser  Stadt  schloß  das  XX.  Korps  an,  bei  Hassenheim  stand  das
XVII.  Den  rechten  Flügel  der  Armee  bildete  das  I.  Armeekorps
bei  Ortelsburg,  noch  weiter  südlich  zur  Deckung  der  linken  Flanke
bei  Willenberg  stand  die  5.  Reservedivision;  die  Landwehrdiovision
von  der  Goltz  war  bei  Meidenburg  versammelt,  und  die  Truppen
des  Generals  von  Mülmann  sollten  von  Soldau  aus  auf  Mlawa
vorgehen.  Die  8.  Kavalleriedivision  endlich  sollte  über  Lötzen  vorstoßen,
  wohin  sie  im  Marsch  war;  die  1.  Kavalleriedivision  ohne
eine  Brigade,  die  bei  Johannisburg  stand,  sollte  ihr  ebendorthin
folgen.  Die  Schwierigkeiten  aber,  die  für  diesen  Aufmarsch  und
die  demnächstige  Leitung  der  Operationen  zu  überwinden  waren,
waren  viel  größer,  als  man  es  heute  denkt.  Die  Kolonnen  und