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Marmaros-Sziget  vor,  ohne  doch  tiefer  in  Ungarn  selbst  einzudringen.
  Auch  besetzten  sie  Anfang  Oktober  den  Uszoker  Haß.  Mit
ihren  Hauptkräften  hielten  sie  es  wohl  für  um  so  mehr  nötig,  der
österreichischen  Armee  unmittelbar  zu  folgen,  als  die  Festung  Drzemyfsl
inter  dem  vorstürmenden  Russenheer,  der  sie  belagernden  3.  russischen
  Armee  Widerstand  leistete.  So  war  die  Lage  der  Ssterreicher
eine  fast  verzweifelte,  als  Hindenburg  durch  den  Sieg  an  den  Masurischen
  Seen  freie  Hand  bekam  und  neue  Entschließungen  fassen  konnte.

Die  Gberste  Beeresleitung  hatte  mittlerweile  ihrerseits  daran
gedacht,  die  Gsterreicher  unmittelbar  zu  unterstützen  und  wollte  zwei
Armeekorps  aus  Cstpreußen  nach  Schlesien  schicken.  Auf  Dorschlag
Hindenburgs  aber  entschloß  man  sich  deutscherseits  dazu,  den  größten
Teil  der  8.  Armee  nach  Süden  zu  senden  und  unter  Hindenburgs
Befehl  die  9.  Armee  gegen  die  Weicksel  und  die  rechte  Flanke  der
Russen  vorgehen  zu  lassen.  Der  Rest  der  8.  Armee,  zwei  Korps,
einige  Reservedivisionen  und  Landsturmtruppen  unter  dem  Befehl
des  Generals  von  Schubert,  der  bald  vom  General  von  Frangois
abgelöst  wurde,  mußte  das  Feuer  schwerer  Artillerie  gegen  Ossowietz
eröffnen  und  eine  Derfolgung  der  gesamten  Armee  gegen  den  NMijemen
vortäuschen,  was  die  Russen  auch  wirklich  für  äußerst  wahrscheinlich
  hielten.  Unter  dem  Schutze  dieser  Täuschung  aber  rollten  die
Rauptkräfte  der  8.  Armee  auf  der  Eisenbahn  unbemerkt  nach  dem
Süden.

Es  war  eine  ungeheuer  schwierige  Aufgabe,  die  sich  der  deutsche
Feldherr  gestellt  hatte.  Mit  fünf  Korps  wollte  er  gegen  die  gewaltige
russische  Kront  vorgehen,  ihre  Kräfte  auf  sich  ziehen  und  es  so  den
Esterreichern  ermöglichen,  wieder  vorzugehen,  über  den  San  vorzubrechen,
  Drzemyfl  zu  entsetzen  und  die  russische  Bauptarmee  über
Lublin  in  der  linken  Flanke  zu  fassen  und  aufzurollen.  Dabei  war
die  eigene  linke  Klanke  Kindenburgs  nur  durch  schwache  Truppen
gesichert  und  der  Umfassung  von  Warschau  und  Nowogeorgiewsk
her  ausgesetzt,  während  Ostpreußen  nur  von  der  schwachen
8.  Armee  besetzt  blieb,  der  als  Bauptverteidigungsmittel  nur  der
moralische  Erfolg  ihrer  beiden  großen  Siege  und  die  Derblendung
der  russischen  HBeeresleitung  zur  Verfügung  standen.  Aber  das  kühn
Unternommene  wurde  mit  MWeisterschaft  durchgeführt.

Mittlerweile  dachte  der  Großfürst  Rikolai  NKikolajewitsch,  der
die  gesamten  russischen  Armeen  befehligte,  nur  daran,  gegen  Cstpreußen
  zu  sichern,  seinen  Erfolg  im  Süden  auszubauen  und  die
Niederlagen  in  Ostpreußen  in  Galizien  wieder  gutzumachen.  Swischen
  Wilna,  Kowno  und  Grodno  wurden  acht  bis  zehn  Korps  als
10.  Armee  versammelt,  zwei  weitere  bei  Bialpstock.  Bei  Warschan
wurden  drei  Korps  bereitgestellt,  die  den  Kern  der  1.  Armee  bilden
sollten,  zwischen  Jwangorod  und  TLublin  die  0.  Armee.  Die  4.,  5.
und  8.  Armee  folgten  den  Esterreichern  an  den  Dunajec;  die  3.  belagerte
  Orzempfl  und  Jaroslau;  acht  bis  zehn  Kosaken=  und  Dra-—

