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Standen  doch,  abgesehen  von  zwei  Armeen,  die  im  Kaukasus
bereitgehalten  wurden,  allein  neun  Armeen  auf  dem  europäischen
Kriegsschauplatz,  von  denen  die  elfte  Przemysl  belagern  sollte.  Sie
waren  jede  fünf  bis  acht  Armeekorps  einschließlich  der  Reservedivisionen
  stark.  Üüber  zwei  Millionen  Zajonette,  etwa  100  000  Säbel
und  etwa  7000  Geschütze  waren  gegen  die  Mittelmächte  in  Bewegung.
  Ihnen  konnten  diese  nur  sieben  an  Sahl  der  Einheiten
um  ein  Drittel  schwächere  Armeen  entgegenstellen,  von  denen  die
österreichischen  schon  bedenklich  am  Kampfkraft  abgenommen  hatten.

Der  Hlan  des  Großfürsten  Mikolai  ging  denn  auch  dahin,  unter
Dernachlässigung  der  Flügel  in  der  Mitte  vorzubrechen,  die  Warusschranke
  zu  bezwingen  und  über  die  Cinie  Hosen—Krakau  in  das  Berz
der  feindlichen  Länder  vorzubrechen.  Die  1.  Armee  sollte  beiderseits
der  Weichsel  auf  Thorn  vorbrechen,  die  2.,  vor  der  das  Kavalleriekorps
  Rovikow  Bergehen  sollte,  auf  Hosen,  die  5.,  4.  und  9.  auf
Breslau  und  Beuthen.  So  hoffte  man  die  Deutschen  zu  überwältigen
und  sak  für  die,  die  man  jetzt  als  die  wichtigsten  Feinde  erkannte,
keine  andere  Möglichkeit  als  die,  sich  diesem  Vorgehen  frontal  entgegenzustemmen.
  Diese  Auffassung  suchte  Hindenburg  auf  das
eifrigste  zu  unterstützen,  gleichzeitig  aber  den  Vormarsch  der  Russen,
der  an  sich  schon  außerordentlich  schwerfällig  war,  auf  jede  Weise
zu  verlangsamen,  um  auf  diese  Weise  Seit  für  weitere  Operationen
zu  gewinnen.  Straßen  und  Eisenbahnen  hinter  der  zurückgehenden
Armee  wurden  auf  das  gründlichste  zerstört,  Wegweiser  entfernt,
Telegraphen=  und  Fernsprechleitungen  vernichtet.  Durch  alle  diese
Maßregeln  wurde  auch  tatsächlich  die  russische  Heereswalze  so  lange
in  ihrem  Dormarsch  aufgehalten,  daß  Hindenburg  die  Seit  gewann,
eine  neue  Operation  vorzubereiten.

Er  war  gleich  nach  der  Schlacht  von  Tannenberg  zum  Generalobersten
  befördert  worden;  jetzt  wurde  er  am  1.  Movember  zum
Oberkommandierenden  im  Osten  ernannt  und  gewann  dadurch  die
Freiheit,  über  alle  Mittel  eines  weiten  Gebietes  verfügen  zu  können.
Er  nutzte  sie  in  der  genialsten  Weise  aus.

Sein  Hlan  ging  dahin,  so  starke  Kräfte,  wie  möglich,  bei  Thorn
auf  dem  linken  Weichselufer  zu  vereinigen,  mit  ihnen  überraschend
gegen  die  rechte  Flanke  der  großen  russischen  Armee  vorzubrechen,
wo  eine  weite,  nur  durch  schwache  Kräfte  geschlossene  Lücke  in  der
russischen  Gesamtstellung  klaffte,  und  sie  links  der  Weichsel  womöglichaufzurollen,
  jedenfalls  aber  sie  zu  verhindern,  ihren  großen  Hlan  auszuführen
  und  in  die  Kernlande  der  Verbündeten  einzubrechen.  In
der  Front  sollte  die  Hauptmasse  der  Zussen  durch  verhältnismäßig
schwache  Kräfte  und  die  Ferstörung  des  polnischen  Wege-  und
Straßennetzes  aufgehalten  werden,  bis  der  entscheidende  Schlag  im
Norden  erfolgen  könnte.

Der  Dlan  war  überaus  kühn  und  genial.  Auch  beruhte  er  auf