136

servekorps  mit  der  72.  Candwehrbrigade,  die  I.  Division,  das  XVII.
und  das  XIII.  Korps  wurden,  soviel  ich  sehen  kann,  eingesetzt  und
führten  eine  starke  Artillerie  mit  sich.  Die  Russen  ihrerseits  hatten
die  Dörfer  Humin,  Bolimow  und  Majdan  besetzt  und  ausgiebig  befestigt,
  um  auf  diese  Weise  die  Straße  nach  Warschau  zu  decken.
HRinter  der  Mitte  dieser  Stellung  lag  die  stark  ausgebaute  Wodkafabrik
  von  Wola  Szydlowicka.  Der  Angriff  wurde  in  den  ersten
Tagen  des  Januar  aufgenommen.  SEs  dauerte  aber  bis  zum  Ende
des  Monats,  bis  die  sehr  starke  Stellung,  die  von  der  2.  Armee
der  Russev  verteidigt  wurde,  sturmreif  geschossen  war.  Am  S1.  Januar
endlich  schritten  die  Deutschen  zum  entscheidenden  Angriff.  Der
Kampf  währte  mehrere  Tage  und  war  ußerst  erbittert.  Die
2.  Armee,  die  in  General  Smirnow  einen  neuen  Kommandeur  erhalten
  hatte,  wehrte  sich  verzweifelt,  ja  sie  machte  am  2.  Februar
einen  nahezu  20  km  breiten  Gegenangriff,  der,  energisch  geführt,
bis  dicht  vor  die  deutschen  Linien  gelangte  und  teilweise  zum
Handgemenge  führte,  dann  aber  in  seiner  ganzen  Ausdehnung  zusammenbrach
  und  die  Deutschen  als  Sieger  auf  dem  Hlatze  ließ.
Der  Russe  aber  gab  sich  nun  endgültig  geschlagen  und  ging,  nachdem
er  die  Schlacht  von  Bolimow  verloren  hatte,  hinter  die  Sucha
zurück.  Er  war  zufrieden,  Warschau  behauptet  zu  haben,  das  seiner
Meinung  nach  von  den  Deutschen  erstrebt  wurde,  und  hatte  keine
Ahnung  davon,  daß  der  gewaltige  Kampf  lediglich  den  Sweck  gehabt
hatte,  russische  Kräfte  von  Ostpreußen  fernzuhalten,  wo  Bindenburg
in  aller  Stille  einen  großen  Schlag  plante  und  vorbereitete.

Als  der  Großfürst  aus  den  stattgehabten  Kämpfen  ersah,  daß  ein
Durchbruch  in  Holen  unmöglich  sei,  andererseits  aber,  daß  die
2.  Armee  stark  genug  sei,  um  Warschau  zu  sichern,  faßte  er  sofort
neue  Hläne.  Suerst  galt  es  freilich,  die  Armeen  und  ihr  Fuhrwesen
neu  zu  ordnen,  dann  aber  wollte  der  russische  Feldherr  über  den
Kamm  der  Karpathen  nach  Ungarn  durchbrechen  und  seine  siegreichen
Armeen  über  Ofenpest  zur  letzten  Entscheidung  vorführen,  während
in  Ostpreußen  und  polen  die  Deutschen  durch  fortgesetzte  Angriffe
festgehalten  werden  sollten.  So  wenigstens  muß  man  sich  den  Gedankengang
  des  russischen  Feldherrn  nach  den  Geschehnissen  vorstellen.
  Er  zog  die  0.  Armee,  wie  gesagt,  aus  der  Front,  setzte  sie  zum
größten  Teil  gegen  Ungarn  ein  und  bereitete  sich  mit  allen  Mitteln
auf  den  geplanten  Vorstoß  vor.  Drei  starke  russische  Armeen  wurden
in  Galizien  versammelt,  während  eine  vierte  Przemysl  belagerte.
So  wurden  auf  seiten  der  Russen  sowohl,  wie  auf  der  der  Deutschen
neue  Angriffsunternehmungen  ins  Auge  gefaßt.

Auch  die  Esterreicher  hatten  nach  der  Schlacht  von  Limanova  die
Kämpfe  fortgesetzt,  waren  aber  bald  auf  starken  Feind  gestoßen  und
hatten  die  Karpathenpässe  verloren.  Den  l.  Januar  1015  wurde
der  Uszoker  Daß  von  den  Russen  genommen.,  Jetzt  plante  General
von  Conrad  eine  große  Offensive  in  den  Kaxpathen  selbst,  teils  um