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Kräfte  im  Westen  zu  fesseln,  und  beschäftigten  sich  zunächst  damit,
ihre  tief  erschütterten  Armeen  wieder  kampfkräftig  zu  machen.  So
trug  ihr  ganzes  Verhalten  den  Stempel  der  Unentschlossenheit  und
Ralbheit,  bis  die  überall  geschlagenen  Russen  dringend  um  Mitwirkung
  ihrer  Verbündeten  baten  und  eine  solche  sogar  forderten.
Da  endlich  entschloß  sich  Joffre  zu  einer  allgemeinen  Entlastungsoffensive,
  die  an  der  ganzen  Front  zugleich  einsetzen  und  den  Feind
vom  französischen  Boden  vertreiben  sollte.  Am  17.  Dezember  gab  er
den  entsprechenden  Befehl.  Die  Engländer  beteiligten  Hich  übrigens
auch  jetzt  nur  mit  geringen  Kräften.  Sie  mochten  wohl  finden,  daß
nach  den  Erfahrungen  in  Flandern  zu  schließen,  ihre  Truppen  für
einen  energischen  Angriff  noch  nicht  geeignet  seien.  Die  alte  Kriedensarmee
  war  völlig  verbraucht  und  hielt  nur  eine  Kront  von  40  km  besetzt,
  Lord  Kitchener  aber  war  unterdessen  bemüht,  etwa  800  000
Mann  für  den  Grabenkrieg  auszubilden.

Wenn  demnach  die  Franzosen  erst  vom  17.  Dezember  an  planmäßig
  zum  Angriff  schritten,  so  haben  doch  vorher  schon  zahlreiche
Kämpfe  stattgefunden,  die  meist  örtlichen  Ursprungs  waren.  In
Flandern,  bei  Lille  und  an  der  CLorettohöhe,  bei  Arras,  an  der  Somme
und  an  der  Aisne,  in  der  kreidigen  Champagne  und  in  den  buschigen
Argonnen,  bei  Verdun  und  auf  den  bewaldeten  oder  grasigen  Kuppen
der  Dogesen  wie  in  der  Belforter  Senke:  überall  wurde  gefochten;
nirgends  ruhten  die  Waffen  ganz,  nirgends  aber  war  ein  höherer
Sweck  mit  diesen  Scharmützeln  verbunden.  Dieser  stellte  sich  erst  ein,
als  Joffre  seinen  allgemeinen  Angriffsbefehl  gegeben  hatte,  der
indes  von  einer  falschen  Voraussetzung  ausging.  Der  französische
Feldherr  bildete  sich  ein,  er  könne,  da  doch  zahlreiche  deutsche  Truppen
nach  dem  Osten  überführt  worden  waren,  dank  der  numerischen
Überlegenheit,  die  er  an  sich  schon  besaß  und  durch  vollständige
wiederherstellung  seiner  Armee  erhöht  hatte,  die  Deutschen  in  ihren
Gräben  einfach  überrennen,  wenn  er  überall  gleichzeitig  angriffe
und  sie  dadurch  verhindere,  Unterstützungen  an  die  angegriffenen
Stellen  zu  fahren.  Er  sollte  sich  sehr  über  die  Widerstandsfähigkeit
fester  Gräben  getäuscht  haben,  wenn  sie  von  Truppen  verteidigt
würden,  wie  es  die  deutschen  damals  waren.  Abgesehen  von  einigen
unbedeutenden  örtlichen  Verlusten  blieben  die  Deutschen  überall
Sieger,  und  so  endete  der  allgemeine  Angriff  der  Franzosen  und
Engländer  mit  einer  zweifellosen  Niederlage  der  Verbündeten.

Don  allen  diesen  Kämpfen  können  und  brauchen  nur  die  wichtigsten
  hier  hervorgehoben  werden.  Sie  brachten  die  ganze  französische
  Kront  in  Bewegung  und  fanden  der  Sache  nach  ihren  Abschluß
  in  der  für  die  Deutschen  siegreichen  Schlacht  von  Soissons,
die  selbst  die  nahen  Hariser  in  Angst  und  Sorge  versetzte,  und  in  den
daran  anschließenden  Gefechten.

Schon  den  16.  und  17.  Dezember  kam  es  bei  Lombartzvde  zu  heftigen
  Gefechten,  die  mit  einer  völligen  Niederlage  der  dabei  verwen-