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größeren  Angriff  auf  die  Linie  Hrosnes—Herthes—Massiges  vor
und  schritten  am  20.  Dezember  1914  zum  Sturm  mit  dem  lI.  und
XVII.  Armeekorps.  Es  gelang  ihnen  im  tagelangen  Gefecht  einige
Gräben  und  Blockhäuser  zu  nehmen  und  zu  behaupten,  die  Böhe
des  Kalvarienberges  vermochten  sie  jedoch  nicht  zu  erreichen,  und
ebensowenig  die  Höhe  101,  als  sie  am  28.  Dezember  noch  einmal
mit  frischen  Truppen  zum  Angriff  ansetzten.  Kleinere  Angriffe,  die
sie  später  noch  unternahmen,  führten  ebenfalls  zu  keinem  befriedigenden
  Erfolge.  Immerhin  hatten  die  Franzosen  einige  Vorteile
errungen  und  behauptet  und  hatten  erkannt,  daß  in  der  Champagne
der  Schwerpunkt  des  Stellungskrieges  zu  suchen  sei.  Ein  Sieg  hier
war  offenbar  am  leichtesten  zu  erringen  und  mußte  zudem  die  weittragendsten
  strategischen  Folgen  haben:  wurden  doch,  wenn  es  den
Franzosen  gelang,  auf  Douziers  und  Rethel  durchzustoßen,  alle  deutschen
  Stellungen  an  der  Aisne,  bei  Rove  und  bis  Arras  hin  umgangen
  und  ihre  Verbindungen  durchschnitten.  Die  strategischen  Folgen
  waren  schwer  abzusehen,  aber  jedenfalls  sehr  bedeutend.  Bevor
jedoch  die  Franzosen  hier  zu  neuen,  besser  vorbereiteten  Angriffen
schreiten  konnten,  gerieten  sie  selbst  an  der  Aisne  in  dringende  Gefahr,
die  allerdings  nur  taktisch  und  operativ,  nicht  aber  strategisch  ausgewertet
  werden  konnte.

Die  Kämpfe  waren  hier  zunächst  von  geringerer  Zedentung  gewesen.
  Im  Mündungswinkel  der  GOise  und  Aisne  waren  die  Angriffe
sehr  bald  vom  deutschen  IX.  Linien=  und  IV.  Reservekorps  abgewiesen
  worden,  ohne  den  starken  Stellungen  der  Deutschen  gegenüber
  einen  ernsteren  Charakter  anzunebmen;  am  östlichen  Aisne-Abschnitt,
  wo  Franchet  d'espérey  das  Kommando  führte,  war  die
Gefechtstätigkeit  schon  im  Oktober  und  November  sehr  lebhaft  gewesen,
  so  daß  das  XII.  Korps  nicht  aus  dem  Feuer  herauskam,  das
X.  Korps  bei  Aguilcourt  und  Loivre,  und  das  VI.  Korps  bei  Witrv
vielfach  beschäftigt  wurden.  Am  12.  Dezember  1914  hatten  dann  die
12.  Division  bei  Beine,  das  XII.  Reservekorps  kurz  darauf  bei  Maronvillers
  starke  feindliche  Dorstöße  abgewiesen,  die  sich  mit  den  Kämpfen
in  der  TChampagne  verflochten  katter.

Einen  besonders  bedeutungsvollen  TCharakter  nahmen  aber  mit
der  Seit  die  Kämpfe  bei  Soissons  an.  Die  Franzosen  hatten  allerdings
  den  Brückenkopf  bei  Vailly  verloren;  dagegen  hatten  sie  die
Bochflächen  von  Dregny  und  Cuffies  sowie  Crouy  am  rechten  Aisneufer
  besetzt  und  beherrschten  infolgedessen  einen  weiten  Aufmarschraum
  zwischen  Missy  und  Soissons.  Diesen  Umstand  wollte  sich
General  Maunoury,  der  nach  dem  Abzug  der  Engländer  diesen
Abschnitt  befehligte,  zunutze  machen  und  von  hier  aus  ins  Ailettetal
und  auf  Laon  durchbrechen.  Gelang  das,  so  konnte  es,  ebenso  wie
der  Durchbruch  auf  Rethel,  die  weitgehendsten  strategischen  Folgen
haben,  indem  es  direkt  in  den  Rücken  der  deutschen  Aufstellung
führte  und  ihre  Derbindungen  bedrohte.  Als  daher,  um  seinen  Plan