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im  Hafen  liegenden  Schiffe  und  das  große  Trockendock  wurden  versenkt,
  der  Kran  wurde  umgelegt,  alles  irgend  Wertvolle  vernichtet.
Am  6.  November  verließ  das  einzige  Flugzeug  unter  dem  Leutnant
Plũschow  die  verlorene  Stadt.  Diese  wehrte  sich  noch  mehrere  Tage
und  ergab  sich  erst,  als  die  letzte  Kartusche  verbraucht  war  und
2000  Samurais  in  die  letzte  Verteidigungsstellung  einbrachen.  Am
9.  Rovember  1014  hielten  die  Japaner  ihren  Einzug.  170  Tote
und  600  Verwundete  hatten  die  Verteidiger  verloren.  Dagegen
hatte  der  Angreifer  4000  Mann  eingebüßt.  Der  zukunftreichste
Platz  Chinas  gehõrt  nicht  mehr  den  Deutschen,  und  mit  ihm  ist
auch  der  größte  Teil  des  chinesischen  Marktes  verlorengegangen.
Es  ist  wenig  Hoffnung  vorhanden,  daß  Deutschlands  Stellung  in
Gstasien  in  absehbarer  Seit  wieder  mrückgewonnen  werden  könnte.

Während  aber  hier  an  den  fernen  Küsten  Ostasiens  Unwider=Pringliches
  verlorenging,  hatte  sich  in  Europa  selbst  die  Türkei  im
Oktober  für  die  Mittelmächte  entschieden  und  wie  diese  den  Kampf
um  ihr  Dasein  aufgenommen.  Blieben  die  Staaten  der  Entente
Sieger,  so  war  es  allerdings  wahrscheinlich,  daß  sie  die  Türkei  in
Interessensphären  zerlegen  würden,  und  daß  an  eine  selbständige
Entwicklung  des  Staates  auch  dann  nicht  mehr  zu  denken  sein  würde,
wenn  er  den  Frieden  mit  den  europ#ischen  Staaten  aufrechtzuerhalten
versucht  hätte.  Es  blieb  ihm  daher  keine  andere  Wahl,  als  Krieg
zu  führen  oder  sich  zu  unterwerfen  und  damit  auf  ein  selbständiges
Dasein  zu  verzichten.  Trotzdem  wird  es  für  alle  Zeiten  der  Ruhm
Enver  paschas,  der  damals  die  maßgebende  Hersönlichkeit  in  Konstantinopel
  war,  sein,  daß  er  das  richtig  erkannt  hat.  Suerst
erklärten  die  Türken  am  29.  Oktober  1914  an  Rußland  den  Krieg;
dann  erfolgte  am  3.  November  ihre  Kriegserklärung  an  England
und  Frankreich;  dagegen  erklärte  England  am  3.  Movember  Zypern
und  Agvpten  für  englischen  Besitz,  und  zugleich  rückte  ein  englischindisches
  Korps  in  das  Gebiet  des  Schat-el-Arab  ein,  eroberte  die
alte  Kalifenstadt  Zasra,  besetzte  em  25.  Movember  auch  Korna  im
Mündungswinkel  des  Euphrat  und  des  Tigris,  und  bedrohte  Bagdad.

Der  Kampf  hier  hatte  eine  gewaltige  Tragweite.

Kür  England  handelte  es  sich  um  den  Besitz  des  Nillandes  und
Arabiens,  um  die  Landverbindung  zwischen  Agyppten  und  Indien  und
unter  Umständen  um  ein  arabisches  Kalifat;  für  die  Entente  als
solche  aber  konnte  der  Besitz  der  Dardanellen  von  kriegsentscheidender
  Bedeutung  sein.  Wenn  es  gelang,  sich  der  Meerengen  zu  bemächtigen,
  die  in  das  Schwarze  Meer  führten,  konnten  nicht  nur
Rußland  auf  dem  Wasserwege  Mittel  zum  Kriegführen  in  beliebiger
Menge  gebracht  werden,  sondern  die  Mittelmächte  konnten  auch
völlig  eingekreist  werden,  indem  ihnen  auch  der  Weg  nach  Asien
abgeschnitten  wurde.  Auch  konnte  man  einen  unberechenbaren  Einfluß
  auf  die  Balkanstaaten  und  sogar  auf  den  Kalifen  selbst  gewinnen.
  Allerdings  war  die  Türkei  für  Munition  und  Heeres-