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bedarf  ganz  auf  Deutschland  angewiesen.  Sie  war  durch  langwierige
  Kriege  erschöpft,  und  die  Bagdadbahn  war  immer  noch  nicht
fertig,  sondern  schritt  trotz  aller  Bemühungen  der  Deutschen  nur
langsam  vorwärts;  die  Militärtransporte  nach  Armenien,  Syrien
und  Mesopotamien  dauerten  daher  unendlich  lange;  trotzdem  war
die  Türkei,  besonders  ihrer  hohen  Bedeutung  für  die  Entente  wegen,
kein  zu  verachtender  Bundesgenosse.

Sunächst  kam  es  freilich  darauf  an,  ob  es  ihr  gelingen  würde,
die  Dardanellen  und  mit  ihnen  den  Ausstrallungspunkt  der  türkischen
  Macht  zu  behaupten.  England  und  Frankreich  hatten  das  dringendste
  Interesse  daran,  die  Wasserstraße  des  Rellesponts  in  ihren
Besitz  zu  bringen  und  damit  die  Einkreisung  der  Mittelmächte  zu
vollenden.  Es  war  das  für  die  Türken  um  so  wichtiger,  als  der  Beginn
  des  Krieges  für  sie  ein  höchst  unglücklicher  gewesen  war.  Die
türkische  3.  Armee  an  der  kaukasischen  Grenze,  die  bestimmt  war,
Kars  zu  nehmen,  hatte  unter  Enver  Hascha  selbst,  der  alles,  nur
kein  geschulter  Soldat  war,  eine  furchtbare  Niederlage  erlitten.
Sie  war  am  4.  Januar  19015  geschlagen  worden  und  hatte  von
90000  Mann,  die  ihre  anfängliche  Stärke  betragen  haben  mag,
kaum  12  000  gerettet.  Glücklicherweise  konnten  auch  die  Russen  ihren
Dorteil  mitten  im  Winter  nicht  ausnutzen.  Um  so  wichtiger  aber  war
es  nunmehr,  einen  entscheidenden  Erfolg  in  den  Meerengen  zu  erringen.


Anfangs  freilich  blieb  alles  ruhig.  Doch  war  diese  Zeit  offenbar
  nur  den  Dorbereitungen  des  Dardanellenangriffs  gewidmet,  der
demnächst  allem  Anschein  zum  Trotz  dennoch  in  die  Erscheinung
treten  sollte.  Truppen  und  Schiffe  mußten  versammelt  und  eine
Basis  geschaffen  werden,  von  der  aus  der  Angriff  mit  Sicherheit
geführt  werden  konnte.  Das  kostete  Seit,  die  die  Türkei  gewann,
um  die  Dorbereitungen  zur  Derteidigung  zu  treffen.

Sunächst  hatte  das  deutsche  Mittelmeergeschwader  unter  Admiral
  Souchon  in  den  Dardanellen  Schutz  gefunden  und  war,  einer
früheren  Abmachung  entsprechend,  in  türkischen  Besitz  übergegangen.
  Es  hatte  schon  am  3.  August  1914  aus  eigener  Initiative
Philippeville  und  Böne  bombardiert  und  hatte  dann  durch  FLunkspruch
  den  Befehl  erhalten,  sich  nach  Konstantinopel  durchzuschlagen.
  Nachdem  es  in  Messina  Kohlen  genommen  hatte,  war
es  ihm  gelungen,  die  Engländer  über  seine  Absichten  zu  täuschen,
und  war  nach  kurzem  Gefecht  mit  dem  Kreuzer  „Glouster“  am
10.  August  in  die  Dardanellen  eingelaufen.  Dann  waren  Ende
August  auch  die  deutschen  Admirale  Usedom  und  Merten  eingetroffen
  und  hatten  den  Ausban  der  Befestigungen  an  den  Meerengen
  und  die  Ausbildung  der  Küstenartillerie  übernommen,  die
zugleich  durch  deutsche  Offiziere  und  Unteroffiziere  verstärkt  worden
war.  Auch  500  deutsche  Techniker  waren  beteiligt.  Drei  türkische
  Divisionen  hũteten  die  Küste  von  der  Besilabai  bis  zum