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dampfte  die  gewaltige  Flotte  siegesgewih  heran  und  begann  mit
dem  ersten  Treffen  in  der  Böhe  von  Erenkör  einen  Kreis  zu  bilden,
aus  dem  Schuß  auf  Schuß  hervorblitzte,  während  das  zweite
Treffen  aus  dem  Hintergrunde  und  die  „Tueen  Elisabeth“  aus
weiter  Ferne  feuerte.  Es  war  ein  furchtbarer  Kampf,  der  sich
nun  entspann.

Der  deutsche  Oberst  Wehrle,  der  die  Derteidigungsartillerie
kommandierte,  hatte  seine  Batterien  in  den  letzten  Tagen  weiter
auseinandergezogen  und  zahlreiche  Scheinbauten  angelegt,  so  daß
sich  die  Angreifer  vor  lauter  neuen,  unbekannten  Sielen  befanden.
Der  Deutsche  aber  leitete  das  Feuer  nach  vorher  festgesetztem  Schießplan
  so  ruhig  wie  auf  dem  Schießplatz,  und  brachte  denn  auch  bald
den  „Inflexible“  durch  einen  glücklichen  Treffer  zum  Abdrehen.  Das
Schiff  schleppte  sich  außer  Feuerbereich  in  seichtes  Wasser.  Ein
andrer  Teil  der  Schiffe  aber  löste  sich  aus  dem  feuerspeienden  Kreis
und  stieß  weit  in  die  Dardanellen  vor,  um  die  Rauptverteidigungslinie
  des  Gegners,  Tschanak  Kale—Kilid  Bahr  auf  nur  6000  m
mit  Feuer  zu  überschütten.  Aber  auch  dieses  kühne  Vorgehen  blieb
ohne  Erfolg.  Die  Türken,  vielfach  von  Deutschen  geführt,  standen
unerschütterlich  bei  ihren  Geschützen.  Umsonst  wurde  das  zweite
Treffen  und  das  Reservegeschwader  herangezogen,  umsonst  ging
sogar  die  „Queen  Elisabeth“  so  nahe  an  den  Feind  heran,  daß
sie  fünf  schwere  Treffer  erhielt  und  aus  dem  Kampfe  entweichen
mußte:  die  Möglichkeit  eines  Durchbruches  zeigte  sich  nirgends.  Im
Gegenteil!  Es  wurden  noch  mehrere  Schiffe  teils  in  den  Grund
geschossen,  teils  völlig  kampfunfähig  gemacht.  Der  Franzose  „Bouvet“
  ging  vollständig  unter;  der  „Gaulois“  kam  noch  bis  Tenedos
und  strandete  dort  im  seichten  Wasser.  „Irresistible“  und  „Ocean“
gingen  unter.  Der  Befehl  zum  Rückzug  mußte  gegeben  werden.  Der
gewaltsame  Durchbruch  durch  die  Dardanellen  war  mißlungen.
Er  war  gescheitert  an  der  Widerstandskraft  der  Türken.  Diese  aber
hätten  niemals  einen  solchen  leisten  können,  wenn  sie  nicht  von
Deutschen  unterwiesen  und  von  Deutschen  geführt  worden  wären,
wenn  nicht  Deutsche  die  Befestigungen  spstematisch  und  zweckentsprechend
  angelegt  hätten.  Der  Sieg  in  den  Dardanellen  kann
also  zu  nicht  geringem  Teil  als  eine  deutsche  Waffentat  gelten  und
zählt  zu  den  Ruhmesblättern  der  deutsche  Armee,  ohne  daß  damit
der  Tapferkeit  der  türkischen  Verteidiger  zu  nahe  getreten  würde.

Der  Krieg  zur  See  und  in  unseren  Kolonien.

Als  der  Krieg  ausbrach,  war  die  englische  Flotte  zwar  seit
langer  Zeit  kriegsfertig  und  eingefahren,  aber  dennoch  —  wie  der
englische  Admiral  Scott  sich  später  ausdrückte  —  „in  einem  gänzlich
unzulänglichen  Sustand“.  „Sie  wäre  einem  ernsthaften  Angriff  der