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Seestreitkräfte  mit  einer  zweifellosen  Niederlage  der  Deutschen,  die
höchst  niederdrückend  auf  die  gesamte  Flotte  wirkte  1).

Infolge  dieses  Gefechtes  wurden  die  deutschen  VDorposten  grundsätzlich
  geändert,  so  daß  sie  unter  Ersparung  von  Kräften  feindlichen
Angriffen  nicht  mehr  so  ausgesetzt  waren,  wie  bisher.  Sie  wurden
näher  an  Helgoland  herangezogen,  beweglicher  gemacht  und  zum
großen  Teil  durch  Minensperren  ersetzt.  Die  Engländer  haben
sie  denn  auch  nicht  mehr  angegriffen,  und  bald  sollten  die  Deutschen
für  ihre  Niederlage  vom  28.  August  gerächt  werden.

Am  22.  September  traf  Kapitänleutnant  Otto  eddigen  bei
einer  Unternehmung  gegen  den  englischen  Kanal  in  der  Nähe  der  holländischen
  Boheitsgrenze  auf  den  größeren  Teil  des  Kreuzergeschwaders
  des  Admirals  Christians,  drei  Kreuzer,  „HBogue“,  „Aboukir“  und
„Cressy“,  die  zwischen  der  Themsemündung  und  Hoek  van  Holland
kreuzten.  Sie  hatten  seinerzeit  an  der  Schlacht  bei  Helgoland  teilgenommen,
  waren  aber  nicht  zum  Eingreifen  gekommen.  Sofort  war
Weddigen  zum  Angriffentschlossen,  und  es  gelang  ihm,  alle  drei  Kreuzer
durch  Torpedoschüsse  zu  vernichten  und  dann  doch  den  verfolgenden
englischen  Serstörern  zu  entkommen.  Ganz  Deutschland  hallte  von
dem  Jubel  wider,  den  diese  Tat  hervorrief,  noch  dazu,  da  es  demselben
  Weddigen  gelang,  am  l6.  Oktober  den  englischen  Kreuzer
„Hawle“  in  der  Nordsee  zu  versenken.  Auch  die  deutsche  Flotte
lebte  zu  neuer  Tatenlust  auf.  Am  le.  Oktober  zwar  kam  es  nochmals
zum  Gefecht.  Auch  in  ihm  waren  die  Briten  siegreich.  Doch
war  die  Übermacht  eine  so  erdrückende,  daß  ein  anderer  Ausgang
nicht  erwartet  werden  konnte.  Eine  Halbflottille  britischer  Zerstörer,
bei  der  jedes  einzelne  Schiff  doppelt  so  stark  war  wie  ein  entsprechendes
  deutsches,  unter  Führung  des  Kreuzers  „Undaunted“  griff  vier
kleine  deutsche  Corpedoboote  an  und  brachte  ihnen,  wie  zu  erwarten
war,  den  Untergang.  Auch  das  deutsche  Cazarettschiff  „Opkelia“,
das  die  Schlachtgegend  nach  Überlebenden  absuchte,  wurde  wider
alles  Dölkerrecht  mit  Beschlag  belegt.  Dafür  aber  rächten  sich  die
Deutschen;  der  Rilfskreuzer  „Berlin“  legte,  obne  von  den  Engländern
wahrgenommen  zu  werden,  an  der  Nordspitze  Schottlands  Minen
aus,  denen  gegen  Ende  Oktober  das  Cinienschiff  „Audacious“,  eines
der  neuesten,  die  England  besaß,  zum  Opfer  fiel.  Auch  der  englische
Krenuzer  „Hermes“  wurde  vor  Dünkirchen  versenkt.  Bald  sollte  auch
England  selbst  die  deutsche  Eisenfaust  zu  fühlen  bekommen.

Am  Z.  November  wurden  die  Befestigungsanlagen  von  Narmouth,
  und  am  16.  Dezember  die  von  Scarborough  und  Bartlepool
von  einem  deutschen  Kreuzergeschwader  unter  Admiral  Hipper  beschossen,
  nicht  ohne  gewaltigen  Erfolg;  auch  Minen  wurden  an  der

1)  Auf  englischer  Seite  standen  mehrere  Krenzer  der  Städteklasse,  Hanzerkreunzer
  vom  „Sbannon"“-Typ.  vier  Schlachtkreuzer  unter  Fährung  von  Admiral
Beatty  auf  „Ltion“,  etwa  dreißig  Ferstsrer  und  acht  U.  Bocte.