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Bevölkerung  Furcht  und  Schrecken,  zugleich  aber  auch  weitgehende
Erbitterung.  Don  größerer  Tragweite  war  jedoch  das  Treffen  an
der  Doggerbank,  denn  es  bewies  —  wenn  die  Deutschen  das  auch
leider  nicht  erkannten  —  die  Überlegenheit  des  deutschen  schwimmenden
  Materials  über  das  englische.

Am  24.  Januar  1915  traf  ein  deutsches  Geschwader,  das  ausgelaufen
  war,  um  leichte  feindliche  Streitkräfte  anzugreifen,  die  sich
etwa  bei  der  Doggerbank  befinden  könnten,  auf  ein  sehr  viel
stärkeres  englisches  und  drehte  sofort  nach  Südosten  ab.  Die  fünf
englischen  Schlachtkreuzer  folgten;  mit  ihnen  nahmen  die  Deutschen
den  Kampf  auf.  Sie  hatten  die  modernen  Großen  Kreuzer  „Sepdlitz“,
„Derfflinger“  und  „Moltke“  mit  dem  schwächeren  Kreuzer  „Blücher“
in  ein  Geschwader  unter  dem  Admiral  Hipper  vereinigt  und  waren
den  englischen  weder  an  Schnelligkeit  noch  scheinbar  an  Gefechtskraft
  gewachsen.  „Moltke“  und  „Seddlitz“  verdrängten  22—23000
Tonnen  Wasser,  führten  als  schwerste  je  zehn  Rohre  zu  28  cm  und
liefen  28  Seemeilen.  „Derfflinger“  war  ein  26  000-Connen-Schiff,
lief  schneller  als  jene  und  führte  acht  30-Cm-Turmgeschütze.  „Blücher“
aber  verdrängte  nur  15  800  Tonnen  Wasser,  führte  als  schwerste
Waffe  nur  acht  21-#cm-Geschütze  und  lief  nur  25  Seemeilen.  Ihnen
traten  die  schönsten  und  größten  Schiffe  der  englischen  Marine  unter
Admiral  Beattv  entgegen,  die  den  Uberfall  bei  Scarborougk  rächen
wollten.  „Lion“  und  „Hrinceß  Roval“  verdrängten  26  800  Tonnen
Wasser  und  führten  je  acht  50,3-cm-Geschütze,  „Tiger“  verdrängte
gar  28500  Tonnen,  führte  acht  34,5-0m-Geschütze  und  eine  stärkere
Wittelartillerie  als  die  vorgenannten;  „New  Seeland“  und  „Indomitable“
  waren  zwar  von  geringeren  Ausmaßen  als  jene,  indem  sie
nur  10000  und  1%600  Connen  verdrängten,  sie  führten  aber  ebenfalls
  je  acht  34,5-cm-Geschütze  und  waren  schneller  als  die  Schiffe
der  Seddlitzklasse.

Unweit  der  Doggerbank  kam  es  zum  Kampf,  der  sich  bald  zu
einem  laufenden  Gefecht  entwickelte,  in  dem  die  Engländer  ihrer
weitertragenden  Geschütze  wegen  die  größten  Entfernungen  einzukalten
  suchten.  Die  Kleinen  Kreuzer,  „Graudenz“,  „Kolberg“,
„Stralsund“  und  „Rostock“,  die  mit  Torpedobooten  zunächst  die  Vorhut
  gebildet  hatten,  sowie  auch  die  englischen  Zerstörerflottillen
suchten  sich  möglichst  außer  Schußbereich  zu  halten.  Cetztere  wandten
sich  hauptsächlich  gegen  den  langsameren  und  weniger  kampfkräftigen
„Blücher“,  der  denn  auch  bald  den  weit  überlegenen  Engländern  erlag
  und  allmählich  nach  tapferster  Gegenwehr,  von  zahlreichen  Geschossen
  und  von  Corpedos  getroffen,  versank.  Mittlerweile  aber
hatten  die  anderen  deutschen  Schiffe  den  Kampf  mit  Erfolg  fortgesetzt,
  obgleich  sie  dauernd  gegen  Uberlegenheit  fochten.  Die  Engländer
  hatten  sehr  viel  stärker  gelitten  als  die  Deutschen.  „Lion“  mußte
von  „Indomitable“  abgeschleppt  werden,  da  seine  Maschinen  zum
Teil  unbrauchbar  geworden  waren.  „Tiger“  lag  mit  starker  Schlag-