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den  U-Booten  vernichtet  worden  waren,  und  die  Engländer,  wie  die
Erfahrung  gelehrt  hatte,  in  ausgedehntem  Maße  nicht  nur  die
Handelsschiffe  bewaffneten,  sondern  auch  neutrale  Flaggen  führten.
Hier  die  Richtigkeit  festzustellen,  waren  die  U-Boote  völlig  außerstande,
  ohne  sich  selbst  der  Gefahr  der  Dernichtung  preiszugeben.
Ob  freilich  die  Sahl  der  verfügbaren  Boote  genüge,  um  im  Handelskriege
  einen  durchschlagenden  Erfolg  zu  erzielen,  darin  gingen  die
Ansichten  in  der  U--Boot-Waffe  selbst  weit  auseinander  und  zeitigten
entgegengesetzte  Ergebnisse.  Die  Ansicht  aber,  daß  auf  alle  Fälle  der
unbeschränkte  Bandelskrieg  zu  eröffnen  sei,  überwog  an  maßgebender
Stelle,  und  am  d.  Februar  1015  erklärte  Großadmiral  von  Tirpitz
die  Gewässer  um  Großbritannien  einschließlich  des  Kanals  für
Kriegsgebiet  und  warnte  die  Meutralen  davor,  dieses  Gebiet  zu  befahren,
  da  auf  Befehl  der  britischen  Admiralität  englische  Schiffe
neutrale  Flaggen  zu  führen  hätten  und  es  daber  nicht  immer  möglich
  sein  würde,  die  wirkliche  Kationalität  rechtzeitig  festzustellen.
Am  18.  Februar  sollte  diese  Derfügung  in  Kraft  treten.  Bis  dahin
gab  man  den  Neutralen  Zeit,  das  fragliche  Gebiet  zu  räumen.  Mit
diesem  Datum  trat  der  Seekrieg  in  ein  neues  Stadium.

Wittlerweile  hatte  aber  auch  in  den  Kolonien  der  Kampf  begonnen.
  Wie  Usingtau  erlag,  haben  wir  bereits  gesehen.  Die
deutschen  Besitzungen  in  der  Südsee  fielen,  soviel  man  ersehen  kann,
kampflos  in  die  Hände  der  Japaner,  Engländer  und  Australier.
Den  Deutschen  fehlte  jedes  Mittel,  sie  zu  verteidigen.  Tur  in  den
Wäldern  Weuguineas  hat  sich  Bauptmann  Detzner  bis  zum  Fciedensschluß
  gehalten.  Den  Krieg,  der  in  den  westafrikanischen  Gebieten
geführt  wurde,  zu  schildern,  reichen  die  mir  bekannten  uellen  nicht
aus.  Fest  steht  jedoch,  daß  die  Deutschen,  soweit  ihre  schwachen  Kräfte
reichten,  sich  energisch  verteidigten  und  dem  Feinde  die  Eroberung
der  deutschen  Gebiete  sehr  wesentlich  erschwerten.  Togo  ging  schon
Ende  August  1914  verloren.  In  Kamerun  aber  wurde  der  Feind
bei  Garua  entscheidend  geschlagen;  es  wurde  das  von  den  Engländern
  besetzte  Usanokang  von  drei  deutschen  Kompanien  gestürmt.
Duala  wurde  am  27.  September  1914  im  Interesse  der  Krauen  und
Kinder  freiwillig  geräumt  und  das  Gouvernement  in  das  Innere
verlegt.  Auch  Zuea  und  Kribi  gingen  verloren.  Anfangs  und  Mitte
September  wurden  auch  die  Franzosen  bei  Messim  und  Minkobe
wiederholt  zurückgeschlagen.  Nach  französischen  Quellen  endlich
unternahmen  die  Deutschen  Ende  November  einen  lebhaften  Angriff
bei  Sdea.  Im  Dezember  rückten  die  Engländer  durch  Nigeria  gegen
Victoria  und  Mora  vor;  französische  Kolonnen  nahmen  Nola  und
Carnot  ein.  Aber  noch  Anfang  Januar  19015  griffen  die  Deutschen
erneut  bei  Sdea,  also  immerhin  noch  nahe  der  Küste,  an.  Sie  hielten
sich  tapfer  bis  zum  Anfang  des  neuen  Jahres  1015.

Das  gleiche  war  in  Südwestafrika  der  Fall.  Die  dortige  Schutztruppe
  war  durch  Einziehung  von  Reserven  auf  5000  Mann  gebracht

v.  Bernhardi,  Deutschlands  Beldenkampf.  12