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worden  und  gab  das  Land  nur  vor  der  Gewalt  überlegener  Waffen
preis.  An  der  Küste  wie  am  Oranjefluß  wurde  wiederholt  gefochten.
Die  Engländer  besetzten  die  Walfischbai  und  kämpften  mehrfach  bei
der  Cũderitzbucht,  die  sie  besetzten.  Ihren  Hauptangriff  aber  mußten
sie  zunächst  verschieben,  da  in  Britisch-Afrika  ein  Burenaufstand  zunächst
  unterdrückt  werden  mußte.  Immerhin  rückten  sie  bei  Romansdrift
  über  den  Oranjefluß  vor,  wurden  aber  bei  Sandfontein  vom
Oberstleutnant  von  Hevdebreck  aufs  RKaupt  geschlagen.  Ceider  starb
bald  darauf  der  deutsche  Kührer,  und  sein  Tachfolger,  Major  Francke,
mußte  sich  zunächst  nach  dem  Norden  wenden,  schlug  die  Hortugiesen
am  18.  Dezember  1914  trotz  seiner  geringen  Streiterzahl  und  wandte
sich  dann  nach  der  Mitte  der  Kolonie  zurück,  während  die  Engländer
Cüderitzbucht  als  Etappe  besetzt  hatten.  So  blieb  der  Sustand,  soviel
man  sehen  kann,  bis  zum  Frühjahr  1015.  Einen  irgend  durchschlagenden
  Erfolg  vermochten  die  Engländer  nicht  zu  erringen.

Mit  dem  größten  Erfolge  wehrte  sich  Deutsch-Ostafrika  1).  Am
Tanganjikasee  wie  an  der  ganzen  englisch-belgischen  Grenze  kam  es
zu  lebhaften  Gefechten,  die  für  die  Deutschen  meistens  siegreich
waren,  obgleich  sie  immer  gegen  eine  Übermacht  geführt  wurden.
Der  Feind  ließ  meistens  unzählige  Tote  auf  dem  Walplatz.  Der
Gouverneur  Dr.  Schnee  und  vor  allem  der  Kommandeur  der  Schutztruppe,
  Oberst  von  Lettow--Dorbeck,  verstanden  es,  alle  Hilfsmittel
der  Kolonie  ihrer  Derteidigung  dienstbar  zu  machen,  die  erforderlichen
  Waffen  und  die  nötige  Munition  aber  dem  reichlich  mit
beidem  versehenen  Keinde  in  großen  Mengen  abzunehmen.  Die
weißen  Streitkräfte  wurden  bis  Ende  1914  durch  Einziehung  von
Reserven  auf  3000  Mann,  die  Askaris  durch  Werbung  auf  6000
Mann  erhöht.  Aber  was  wollte  das  der  feindlichen  UÜbermacht
gegenüber  bedeuten?  Dennoch  fochten  die  Deutschen  siegreich  vor
allem  in  der  Schlacht  bei  Tanga  und  dem  Gefecht  am  Longiddo  am
5.  bis  5.  Rovember  1014.  ·-Bei

  Tanga  fuhren  die  Engländer  mit  zahlreichen  Schiffen  in  den
Hafen  ein  und  setzten  eine  bedeutende  Truppenmacht  an  Cand.
Acht  Kompanien  des  Lancashire-Regiments  und  acht  indische  Regimenter
  —  im  ganzen  etwa  8000  Mann  —  nahmen  an  dem  Kampfe
teil,  der  von  den  um  ein  Dielfaches  schwächeren  Deutschen  erst  aufgenommen
  wurde,  nachdem  die  Engländer  bereits  ihre  Bauptkräfte
an  Land  gebracht  hatten.  Diese  waren  ihres  Sieges  so  sicher,  daß
sie  einen  Gouverneur  und  den  ganzen  Derwaltungsapparat  bereits
mitgebracht  hatten.  In  Wirklichkeit  aber  wurden  sie  in  der  dreitägigen
  Schlacht  bei  Canga  aufs  Haupt  geschlagen,  ließen  150  Engländer
  und  600  Inder  tot  auf  dem  Hlatze  und  verloren  zahlreiche
Gefangene,  obgleich  sie  in  dem  Derhältnis  8:1  gefochten  hatten.
Unsere  Askaris  waren  eben  den  feindlichen  Truppen  unendlich  über-1)

  Siebe  Karte  55.