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Feinde  begonnen  hatten,  durch  besondere  Gasbataillone  und  die  Artillerie
  zur  Erhöhung  der  Kampfkraft  durch  die  deutsche  Wissenschaft
  ermöglicht  und  gefördert.  Es  dauerte  aber  geraume  Zeit,
bis  in  dieser  Hinsicht  eine  gewisse  Sicherheit  bei  der  Truppe  erreicht
  wurde.

Auch  die  Luftschiffahrt  wurde  in  entscheidender  Weise  gefördert.
Das  Cenkluftschiff  des  Grafen  Seppelin  erwies  sich  den  Aufgaben
des  Krieges  gegenüber  nur  in  verhältnismäßig  geringem  Grade
brauchbar.  Dagegen  gelang  es,  die  verschiedenen  Arten  der  Flugzeuge
  in  einer  allen  militärischen  Aufgaben  genügenden  Weise  zu
entwickeln  und  einen  Geist  in  ihren  Besatzungen  großzuziehen,  der
immer  von  neuem  seine  überlegenheit  geltend  machte  und  die  deutschen
  Flieger  trotz  der  zahlenmäßigen  Überlegenheit  der  Gegner  zu
den  selten  nur  beschränkten  Beherrschern  der  Luft  machte.

Alle  diese  Vorteile,  mit  denen  man  die  zahlenmäßige  Uberlegenheit
  der  Feinde  auszugleichen  versuchte,  konnten  aber  nur  dann  zur
Geltung  kommen  und  den  Sieg  herbeiführen,  auf  den  man  deutscherseits
  stets  rechnete,  wenn  man  im  großen  richtig  verfuhr  und  alle
nur  irgend  verfügbaren  Mittel  anwendete,  um  den  Gegner  niederzukämpfen.
  Besonders  England  war  zu  berücksichtigen.  Es  war  von
vornherein  klar,  daß  es  keineswegs  ausreichte,  Snglands  Beere  auf
dem  TLande  zu  besiegen,  daß  es  vielmehr  nötig  war,  England  zur  See
niederzukämpfen  und  seine  Seemacht  zu  brechen,  wenn  man  es  zum
Frieden  zwingen  wollte.  Dazu  mußte  man  entweder  seiner  Kriegsflotte
  so  Herr  werden,  daß  eine  Landung  möglich,  oder  man  mußte
ihm  den  Handel  und  die  Zufuhr  zur  See  derart  abschneiden,  daß  es
aus  Hunger  zum  Frieden  gezwungen  würde.  Besonders  seit  der
Schlacht  an  der  Marne,  die,  wenn  auch  mit  einem  taktischen  Siege,
so  doch  mit  einem  strategischen  Rückzuge  der  Deutschen  endete,
mußte  es  jedem  klar  sein,  daß  England  nur  auf  seinem  eigenen  Gebiet
besiegt  werden  könne,  und  nach  diesem  Gesichtspunkt  mußten  alle
Aabregeln  getroffen  werden.  Ceider  war  das  aber  keineswegs
der  Fall.

Sowenig  man  sich  hatte  entschließen  können,  dem  Schlieffenschen
Grundgedanken  beim  Aufmarsch  und  bei  den  späteren  Anordnungen
treu  zu  bleiben,  sondern  überall  zu  halben  Maßregeln,  wenn  auch
aus  menschlich  verständlichen  Gründen,  gegriffen  hatte,  sowenig
wollte  man  die  Flotte  aufs  Spiel  setzen.  Sie  blieb  dem  Kampfe  fern,
während  draußen  auf  der  offenen  See  die  Kleinen  und  Großen
Kreuzer  ihre  Haut  zu  Markte  trugen.  Man  fürchtete,  daß,  wenn  erst
die  Klotte  im  Kampfe  gegen  die  überlegene  englische  vernichtet  wäre,
dann  niemand  mehr  vorhanden  sein  würde,  um  die  bedrohten  Küsten
zu  schützen.  Der  Grund  ist  an  sich  verständlich,  doch  vom  politischen
und  militärischen  Standpunkt  aus  gewiß  nicht  zu  billigen.

Es  liegt  auf  der  Hand,  daß  man  vorsichtig  zu  Werke  gehen
mußte,  um  die  Flotte  nicht  unnötig  auszusetzen,  aber  ebenso  gewiß