Ortliche  Kämpfe  an  der  Westfront.  Durchbruchsversuch
  der  Engländer  bei  Lille.  Winterschlacht
in  der  Champagne.

Die  vorstehenden  Blätter  haben  gezeigt,  daß  Deutschland  zwar  zur
See  England  mit  allen  Mitteln  offensinv  bekämpfen  mußte  und
zu  diesem  Sweck  auch  den  Einsatz  seiner  Flotte  nicht  schenen  durfte,
daß  es  aber  auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatz  zu  Lande  sich  ganz
auf  der  Defensive  halten  und  Offensivoperationen  nur  insofern  durfte
eintreten  lassen,  als  sie  durchaus  nötig  waren,  um  den  Angriffsgeist
der  Truppe  nicht  einschlafen  zu  lassen.

Um  so  mehr  war  es,  wie  wir  sahen,  für  die  Kranzosen  und  Engländer
  geboten,  diese  Seit  offensinv  auszunutzen  und  den  Gegner  zu
schlagen,  solange  die  deutschen  Kräfte  noch  im  Osten  gebunden  waren.
Wir  haben  auch  gesehen,  daß  Joffre  einen  Versuch  in  dieser  Richtung
gemacht  hatte,  indem  er  überall  fast  zu  gleicher  Seit  angriff,  daß
er  aber  überall  gescheitert  war.  Damit  aber  wollte  er  die  Aufgabe
keineswegs  aufgeben,  die  ihm  die  Kriegslage  zu  lösen  gegeben  hatte.
Doch  konnte  er  nicht  ganz  frei  verfahren.  In  gewissem  Sinne  war
auch  er  in  einer  Swangslage.  Sunächst  konnte  er  den  Stellungskrieg
auch  auf  den  Fronten,  die  er  nicht  als  die  entscheidenden  betrachtete,
niemals  ganz  stillegen.  Grtliche  Deranlassungen  und  unter  Umständen
Gegenangriffe  der  Deutschen  hielten  die  ganze  Front  dauernd  in
Schwingung.  Dann  war  er  auch  abhängig  von  den  Cperationen
der  Kussen.  Er  mußte  deutsche  Truppen  auf  sich  ziehen  und  ihren
Abtransport  nach  dem  Csten  verhindern,  wenn  es  von  den  Zussen
verlangt  wurde  und  diese  einen  größeren  Schlag,  sei  es  in  der  #abwehr,
  sei  es  im  Angriff,  im  Auge  hatten.  Ahnlich  ging  es  den  Deutschen.
  Sie  mußten  im  Westen  die  feindlichen  Angriffe  abwehren  und
sie  bei  ihrer  Offensive  im  Csten  berücksichtigen,  und  sie  konnten
ihrerseits  den  örtlichen  Deranlassungen  zum  Kampf  nicht  immer  ausweichen.
  Zene  standen  eben  unter  dem  Gesetz  der  äußeren,  sie  selbst
unter  dem  der  inneren  LCinien.  So  kam  es  zu  den  verschiedensten
Kämpfen,  bevor  Joffre  zu  dem  Schlage  ausholen  konnte,  der  in
seinen  Augen  entscheidend  sein  sollte.

Vor  allem  tobte  der  Kampf  in  den  Dogesen,  ohne  daß  es  sich
hier  um  etwas  anderes  gehandelt  hätte,  als  um  örtliche  Vorteile  und
Rotwendigkeiten.  Dom  Hartmannsweiler  Kopf  aus  konnte  man,  wie
gesagt,  die  ganze  Rheinebene  übersehen.  Er  war  für  Deutsche  und