186

XVIII.  Reservekorps.  Bei  der  3.  Armee  berechnete  man  die  Sahl
der  eingesetzten  Bataillone  etwa  auf  120,  denen  die  Franzosen,  abgesehen
  von  dem  VII.  und  XXI.  Armeekorps  und  der  gewaltig  überlegenen
  Artillerie,  etwa  145  Bataillone  entgegenzustellen  hatten.
Im  ganzen  werden  die  Deutschen  in  dem  Derhältnis  1:6  gefochten
haben,  und  trotzdem  haben  sie  sich  im  wesentlichen  behauptet,  obgleich
sie  Kranzosen  und  keine  Engländer  gegen  sich  hatten.

Am  16.  Februar  früh  —  das  Artilleriefeuer  hatte  sich  bis  dahin
zur  höchsten  Gewalt  gesteigert  —  brach  der  Infanteriesturm  los-Der
  Stoß  wendete  sich  hauptsächlich  gegen  das  Sentrum;  darauf
stürmten  die  Franzosen  auch  bei  Ripont  und  Massiges  gegen  das
VIII.  Reservekorps;  zuletzt  wurden  die  Bapvern  auf  dem  rechten
Flügel  des  VIII.  Korps  angegriffen.  Die  Infanterieschlacht  war
auf  der  ganzen  LCinie  entbrannt.  Uberall  aber  schlug  den  Stürmenden
das  Feuer  der  Überlebenden  aus  den  zerschossenen  Gräben  entgegen,
  und  die  Deutschen  behaupteten  im  großen  und  ganzen  ihre
Linien.  Der  Angriff  schwoll  zu  den  Höhen  von  Souain,  Herthes,
Beausejour,  Ripont  und  Tahure  heran;  die  vorderen  Gräben  wurden
vielfach  überrannt,  die  Zauptlinie  aber  wurde  gehalten,  obgleich
die  Franzosen  auf  8  km  Front  vorbrachen  und  auf  dieser  ganzen
Cinie  das  vom  Derteidiger  gehaltene  Gelände  durch  Artilleriefeuer
scheinbar  frei  geschlagen  hatten.  Trotzdem  kam  es  überall  sofort
zu  wechselvoller  Schlacht,  die  sich,  nachdem  der  erste  allgemeine  Sturm
mißglückt  war,  in  Einzelkämpfe  auflöste,  die  sich  hauptsächlich  um
die  Röhen  nordwestlich  Herthes  und  die  Höhe  106  nördlich  Ce  Mesnil
bis  zum  Biepewäldchen  drehten.  Dielfach  gingen  die  Deutschen  zu
Gegenangriffen  über,  um  verlorene  Stellungen  wieder  zu  nehmen.
Diese  Einzelkämpfe  gingen  tage=  und  wochenlang  ergebnislos  hin
und  her.  Die  deutschen  Verstärkungen  —  soweit  sie  von  den  Nachbarkorps
  und  -armeen  ausgeliehen  waren  —  traten  nach  getaner  Arbeit
in  ihre  alte  Stellung  zurück,  damit  dort  keine  Lücke  fühlbar  werde.
Auf  der  Höhe  106  mußte  die  37.  Reservebrigade  von  der  2.  Gardebrigade
  und  diese  nach  tagelangem  Ringen  von  der  1.  Gardebrigade
abgelöst  werden.  Vom  I1.  bis  5.  März  griffen  die  Franzosen  wiederholt
  an.  Am  6.  schienen  ihre  Angriffe  zu  erlahmen.  Am  7.  und
8.  lebten  die  Kämpfe  am  Westflügel  wieder  auf.  Den  9.  setzte
Langle  seine  letzten  Reserven  ein  und  gewann  das  Sabothölzchen
und  den  Südwesthang  der  Böhe  158.  Am  18.  März  endlich  wurde
französischerseits  noch  einmal  der  Dersuch  gemacht,  die  Böhe  106
nördlich  Le  Mesnil  ganz  zu  nehmen,  nachdem  schon  am  15.,  16.  und
4.  März  heftig  darum  gekämpft  worden  war.  In  das  Tal  der
Dormoise  wollten  die  Angreifer  hinabsteigen  und  die  deutschen
Cinien  aufrollen.  Das  4.  Turkoregiment  voraus,  dahinter  in  dicken
Kolonnen  ZSuaven  und  Cinieninfanterie,  so  gingen  die  Angreifer
unter  gewaltigen  Derlusten  über  den  Hügel  vor  und  drangen  teilweise
  bis  in  die  deutsche  Artilleriestellung  ein.  Bier  aber  wurden