188

deutschen  Kront  Erwähnung  tat  und  darauf  hinwies,  wie  gerade
bei  St.  Mihiel  am  leichtesten  die  deutsche  Kront  umfaßt  werden
könne.  Die  Kämpfe,  die  sich  nun  entspannen,  dauerten  bis  zum
l4.  April,  brachten  aber  trotz  der  verzweifelsten  Anstrengungen  der
Franzosen  und  trotz  ihres  gewaltigen  Artillerieeinsatzes  keinerlei  Entscheidung.
  Wohl  gelang  es  den  Angreifern,  den  Dorsprung  von
Ces  Eparges,  einige  Klankengräben  der  Combresköke,  die  ebenso
blutig  wie  Rhartnäckig  umstritten  wurde,  einige  hundert  Quadratmeter
im  Walde  von  Aillv,  sowie  die  Dörfer  Fey  en  Haie,  Regneville,
Goussainville  und  Kromezer  zu  nehmen,  im  großen  und  ganzen
aber  behaupteten  die  Deutschen  ihre  Stellung  und  wiesen  überall
die  Kranzosen  siegreich  ab.  Sie  gingen  nach  dem  14.  April  sogar
zu  Gegenstößen  über  und  eroberten  einige  verlorene  Gräben  zurück.
Dagegen  mußten  sie  sich  am  Hartmannsweiler  Kopf  mit  einem  halben
Erfolge  begnügen.

Hier  war  seit  den  Kämpfen  um  den  Reichsackerkopf  der  Krieg
ununterbrochen  weiter  gegangen.  Die  Franzosen  gewannen  im
kleinen  Fechttal  Boden  und  richteten  sich  am  17.  April  auf  dem
Schnepfenriethkopf  ein.  Sie  besetzten  das  Zurgköpfle,  das  das
kleine  Fechttal  bis  Metzeral  beherrschte.  Die  Deutschen  beschränkten
sich  seitdem  darauf,  die  Derbindungen  zwischen  dem  Mühnsterund
  dem  Cauchtal  auf  den  rechtsufrigen  Höhen  des  Fechttales
aufrechtzuerhalten.  Desto  eifriger  waren  sie  bemüht,  die  Kuppe
des  Hartmannsweiler  Kopfes,  die  im  Februar  verlorengegangen
war,  wieder  zu  erobern.  Wegen  der  Heichtigkeit  dieses  Berges
ist  es  nicht  zu  verwundern,  daß  ihm  auch  die  Deutschen  eine  große
Bedeutung  beimaßen.  Am  Z.  und  8.  April  bestürmten  sie  ihn
vergebens.  Am  28.  aber  erneuerten  sie  den  Angriff,  der  am  30.  April
1015  endlich  zu  einer  Art  Entscheidung  führte.  Die  Deutschen  behaupteten
  die  Ostflanke  des  Berges  und  den  größeren  Teil  der
Kuppe.  Sie  hielten  den  Aussichtspunkt  besetzt  und  verwehrten  dem
Feinde  den  Blick  in  die  Rheinebene.  Die  Franzosen  dagegen  hielten
den  Westabhang  mit  dem  kleineren  Teil  der  Kuppe  und  versperrten
den  Deutschen  den  Weg  zum  Molkenrain  und  zur  Berrenfluh.  Nur
wenige  Meter  voneinander  entfernt  lagen  sich  die  Gegner  gegenüber.
Die  Besitzverhältnisse  aber  blieben  fortan  die  gleichen  bis  auf  wenige
Tage  im  Dezember  1015,  wenn  auch  die  Kämpfe  im  Gebirge  nicht
aufbörten.

An  dem  gleichen  Tage,  an  dem  der  letzte  deutsche  Sturm  auf
den  RKartmannsweiler  Kopf  begann,  fing  auch  in  Flandern  eine  neue
Schlacht  an.  Es  ist  klar,  daß  die  Engländer,  die  sich  zugleich  Arabiens,
  Syriens  und  Mesopotamiens  zu  bemächtigen  suchten,  versuchen
  mußten,  an  der  flandrischen  Küste  Kuß  zu  fassen,  um  von
dort  aus  einen  entscheidenden  Druck  auf  den  rechten  deutschen  Klügel
ausüben  zu  können.  Hier  lag  allem  Anschein  nach  die  Entscheidung.
Ihrer  Absicht  aber  war  der  weitgeschweifte  Brückenkopf  bei  Upern