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durchaus  berechtigt,  wenn  man  sich  dieses  Brückenkopfes  zu  bemächtigen
  suchte.  Auch  kam  es  darauf  an,  die  Aufmerksamkeit  der
Westmächte  vom  Osten  abzulenken,  wo  ein  großer  Schlag  geplant
wurde.  Auf  eine  weitergehende  strategische  Absicht  glaubte  man
um  so  mehr  verzichten  zu  müssen,  als  die  Haltung  Italiens  immer
gefahrdrohender  wurde.  Mehr  als  je  lag  das  Beil  in  der  konsequenten
  Durchführung  des  leitenden  operativen  Gedankens.  Andererseits
  aber  war  es  gelungen,  die  Gaswirkung  auf  eine  solche  Röhe
zu  steigern,  daß  man  sich  einem  überraschten  Feinde  gegenüber  die
bedeutendsten  Ergebnisse  versprechen  durfte.  Diesen  Umstand  wollten
die  Deutschen  ausnutzen.  Sie  warteten  günstigen  Wind  ab  und
gingen  am  22.  April  1015  zum  Angriff  über.

Die  Derhältnisse  beim  Feinde  hatten  sich  seit  der  Schlacht  in
Klandern  einigermaßen  geändert.  Den  Oberbefehl  über  die  Franzosen
  hatte  General  d'Urbal  an  General  Hutz  abgegeben.  Dieser
stand  mit  zwei  bis  drei  Reservedivisionen  zu  beiden  Seiten  des  Uzernkanals.
  Links  von  ihm  standen  die  Belgier,  durch  die  Uberschwemmung
  gedeckt;  in  Nieuport  General  de  Mitry  mit  den  ihm
unterstellten  französischen  Afrikanern;  rechts  von  Hutz  die  Engländer,
auf  deren  linkem  Flügel  ein  Kavalleriekorps  und  20  Bataillone
Kanadier  standen.  Daran  schloß  sich  dann  die  übrige  Armee  von
Sir  Herbert  Hlumer  an,  die  aus  dem  II.,  IV.  und  V.  Armeekorps
bestand.  Das  waren  die  Kräfte,  mit  denen  die  Deutschen  zunächst  zu
tun  hatten,  als  sie  mit  dem  XXIII.,  XXVI.  und  XXVII.  Korps  gegen
die  Engländer  vorbrachen.  Diese  fürchteten  seit  der  Megnahme  von
St.  Eloi  hauptsächlich  für  ihren  rechten  Klügel  und  waren  auf  einen
Angriff  gegen  ihren  linken  in  keiner  Weise  gefaßt.  Durch  das  Gas
wurden  sie  völlig  überrascht.  In  der  Nacht  zum  17.  April  hatten.
sie  die  Höhe  von  Sonnebeke,  von  der  aus  man  sie  im  Upernbogen
  beobachten  konnte,  durch  Minen  gesprengt.  Die  Deutschen
waren  sofort  zu  Gegenangriffen  geschritten  und  hatten  einen  Teil
des  verlorenen  Geländes  wieder  gewonnen.  Es  hatte  sich  ein  hin  und
her  schwankender  Grabenkrieg  ergeben,  und  als  diese  Kämpfe  noch
im  Gange  waren  und  die  Aufmerksamkeit  der  Briten  fesselten,  erfolgte
  der  überraschende  Angriff.  Er  wendete  sich  zunächst  in  nordsüdlicher
  Richtung  gegen  die  Kranzosen,  um  den  rechten  Flügel  der  Engländer
  zu  umfassen  und  aufzurollen.  Der  Wind  trieb  die  Gaswolken
  den  Derbündeten  gerade  entgegen.  Es  erfaßte  sie  ein  panischer
Schrecken.  Hilkem,  Bet  Sas  und  Steenstraate,  nebst  den  bei  letzteren
Orten  gelegenen  Brücken  fielen  in  deutsche  Hand.  Die  linke  Flanke
der  Uanadier  war  aufgerissen,  mehr  wie  50  Geschütze  wurden  von
den  Deutschen  genommen  und  die  kanadischen  Bataillone,  trotz  eines
Gegenstoßes  auf  St.  Julien,  zurückgeworfen.  Auf  dem  westtlichen
Userufer  drangen  zugleich  die  Deutschen  dem  weichenden  Feinde
nach  und  erstürmten  am  2t4.  April  LCizerne,  nachdem  ein  französischer
  Angriff  von  Boesinghe  aus  gescheitert  war.  Mittlerweile