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nur  Defensivkämpfe  gewesen,  wenn  sie  auch  taktisch  meist  offensiv
geführt  worden  waren.  Sie  sollten  diesen  Charakter  auch  ferner  eine
Feitlang  noch  beibebhalten.  Sunächst  kam  es  darauf  an,  da  man
über  den  jemen  nicht  vorgehen  konnte,  solange  das  Land  zwischen
der  ostpreußischen  Grenze  und  der  Weichksel  noch  im  Besitz  der  Russen
war,  die  Hrovinz  Ostpreußen  selbst  gegen  den  Einbruch  des  Feindes
zu  schützen;  dann  mußte  der  Angriff  auf  die  ungarische  ESbene  abgewiesen
  werden.  Auch  mußten  Truppen  aus  dem  Westen  herangeholt
  werden,  um  einer  späteren  Offensive  den  gehörigen  Nachdruck
  geben  zu  können.

Wenden  wir  uns  zunächst  der  Derteidigung  GOstpreußens  zu.

Der  Großfürst  wollte  durch  eine  kräftige  Offensive  für  die  Dernichtung
  seiner  Armee  in  der  Winterschlacht  in  Masuren  Rache
nehmen.  Er  verstärkte  dazu  nicht  bloß  die  Reste  der  10.  Armee
durch  das  II.,  Xlll.  und  XV.  Armeekorps  und  setzte  sie  dadurch  in
den  Stand,  von  Grodno  und  Glita  aus  eine  neue  Offensive  zu  ergreifen,
  sondern  er  beauftragte  auch  die  noch  in  der  Dersammlung
befindliche  12.  Armee,  beschleunigt  auf  Hraschuvrsch  vorzugehen.  So
wollte  er  —  wie  schon  mehrmals  —  durch  Umfassung  GOstpreußen  erobern.
  Die  12.  Armee  wurde  dazu  mit  der  Seit  auf  sieben  Armeekorps
  und  vier  Kavalleriedivisionen  gebracht.

Der  Feldzug,  der  infolgedessen  entstand,  ist  im  allgemeinen  weniger
  beachtet  worden,  aber  es  ist  in  ihm  nichtsdestoweniger  Außerordentliches
  geleistet  worden.  Hindenburg  hatte  die  GOperationen,
die  der  Großfürst  plante,  vorausgesehen,  und  hatte  daher  alle  Anordnungen
  getroffen,  um  ihnen  zu  begegnen.  Er  hatte  die  8.  Armee
auf  Ossowietz  geschickt,  mit  dessen  Belagerung  die  11.  Landwehrbrigade
  betraut  war,  und  hatte  zwischen  der  Weichsel  und  dem
Orzre  die  Armee  des  Generals  von  Gallwitz  bereitgestellt,  um
COstpreußen  im  Süden  zu  decken.  Die  41.  Division  des  XX.  Korps  war
auf  LComscha,  die  37.  über  Myszyniec  vorgegangen.  Erst  später
trafen  die  5.  Reservedivision  und  die  5.  Infanteriebrigade  ein,  und
vom  21.  Februar  ab  entwickelten  sich  nördlich  Lomscha  bedeutende
Kämpfe,  die  erst  dann  ihren  kritischen  Charakter  verloren,  als  die
1U  Landwehrbrigade  zur  Unterstützung  eintraf.  Die  Gruppe  übernahm
General  von  Scholtz,  dessen  Befehlsbereich  später  bis  zur  Schkwa
ausgedehnt  wurde.  Westlich  der  Hissa  und  später  der  Schkwa  bis
zum  Orzyc  gewann  General  Staabs  mit  der  37.  Division  und  dem
dort  stehenden  Landsturm  gegen  den  Narew  Gelände.  Die  Kämpfe
dort  aber  wurden  so  erbittert,  da  die  Russen  aus  Mowogrod  und
Ostrolenka,  namentlich  mit  dem  IV.  sibirischen  Korps,  fortgesetzt
angriffen,  daß  allmählich  die  2.  Infanteri-division,  die  75.  Reservedivision,
  die  10.  Landwehrdivision,  die  4.  Kavalleriedivision  und
schließlich  noch  die  76.  Reservedivision  dort  eingesetzt  werden  mußten.
Die  Kämpfe  dauerten  bis  in  den  April  hinein.  Doch  hielten  sich  die
Deutschen  bis  zuletzt  vorwärts  der  Grenze.