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Armee  stand  immer  noch  am  Meneczul,  vor  dem  Ostry  und  dem
Zwinin  gefesselt.  Ihr  rechter  Klügel  war  durch  die  Entsendung  des
Generals  von  Marschall  geschwächt.  Die  Russen  benutzten  diesen
Umstand,  um  ihrerseits  anzugreifen.  Vom  25.  Februar  1015  an  stürmten
  sie  im  ganzen  Abschnitt  Wiszkow—Tucholka  immerfort  vor.  Am
28.  wären  sie  beinahe  in  die  deutschen  Stellungen  eingedrungen,
und  bis  zum  7.  März  dauerten  ihre  vergeblichen  Angriffe.  Die
4.  Division  mußte  die  durch  den  Abzug  der  Kavallerie  entstandene
Lücke  ausfüllen.  —

Die  Deutschen  waren  in  einer  schlimmen  Cage.  Vorn  stürmte  der
Feind,  und  im  Rücken  drohte  der  Witterung  wegen  die  Verbindung
mit  der  Grundstellung  abzureißen,  aus  der  Munition  und  Cebensmittel
  in  die  vordere  Cinie  geschafft  werden  mußten.  Zu  Hunderten
fielen  die  Pferde.  Sie  konnten  nicht  schnell  genug  verscharrt  werden.
  Ochsen  mußten  die  Geschütze  in  die  Feuerstellungen  schaffen
und  sie  mit  Munition  versorgen.  Trotzdem  schritten  die  Deutschen
zum  Gegenangriff.  Cinks  von  ihnen  standen  die  Truppen  Szurmays.
Zwischen  ihnen  und  der  3.  Armee  Boroevics  war,  wie  wir  wissen,
die  Armee  Boehm--Ermollis  eingeschoben  worden.  LCangsam  rang
sich  Linsingen  vor.  Sein  rechter  Klügel  —  Korps  Gerok  —  kam  nach
langen  Kämpfen  vor  den  letzten  Sperren  des  Swicatales  und  am
Westhange  des  Meneczul  zum  Stehen.  Das  Zentrum  warf  die  Russen
langsam  zurück;  aber  diese  setzten  sich  wieder  in  ihrer  RKauptstellung,
der  Cinie  Czrrak—Kiczerka.  Der  linke  Flügel  endlich  hatte  sich  an
die  Kuppe  des  Swinin  näher  herangearbeitet.  Am  20.  März  schritt
er  zum  Sturm,  um  die  Esterreicher  zu  entlasten,  da  der  Druck  der
Russen  an  der  Duklasenke,  im  Laborczatal,  bei  Delatyn  und  Obertyn
sich  von  Tag  zu  Tage  steigerte.  Der  Sturm  mißglückte,  aber  immerhin
  war  hier  wenigstens  der  Russe  in  die  Verteidigung  geworfen.
Cinks  von  Linsingen  hatte  Szurmay  in  immer  näher  herandrängenden
Gefechten  den  Uszoker  Haß  behauptet,  weiter  westlich  aber  ging  in
wochenlangen  Kämpfen  der  Lupkowpaß  verloren.  Auch  ein  Vorstoß
der  österreichischen  4.  Armee  von  Gorlice  aus,  der  zu  hartnäckigen
Kämpfen  führte,  blieb  ergebnislos.  Am  15.  März  konnte  er  als
gescheitert  gelten.  Am  22.  März  aber  kapitulierte  Przemysl.  44000
Streiter,  28000  Kranke  und  45.000  Nichtkämpfer  gingen  in  die  Gefangenschaft.
  Ein  großartiger  Gottesdienst  feierte  diesen  russischen
Sieg.  Stwa  100  000  Mann  —  die  ganze  Il.  Armee  —  konnten  nunmehr
  für  den  Karpathenangriff  verwendet  werden.  Die  Russen
drangen  denn  auch  siegreich  ins  Laborczatal  vor  und  drohten  in  die
ungarische  Sbene  einzubrechen.  In  dieser  höchsten  Not  traten  wiederum
  die  Deutschen  vor  den  Riß.

Die  deutsche  Beeresleitung  hatte  zur  Unterstützung  der  Esterreicher
  das  Beskidenkorps  unter  General  von  Marwitz  gebildet;  Linsingen
  hatte  dazu  die  4.  Division  abgegeben,  die  25.  Reservedivision.
kam  von  der  Sucha,  die  35.  Reservedivision  von  der  Hilitza  heran;