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noch  darauf  an,  die  Dardanellen  zu  bezwingen,  um  Rußland  zu  Schiff
Kriegsmaterial  zuzuführen  und  die  sonstigen  mit  der  Eroberung
Konstantinopels  verbundenen  Vorteile  einzuheimsen.

Mit  dem  verfehlten  Versuch,  die  Dardanellen  mit  Gewalt
durch  die  Slotte  nehmen  zu  lassen,  war  der  Plan  im  ganzen  noch
keineswegs  aufgegeben,  obgleich  in  England  durchaus  nicht  alle
Welt  damit  einverstanden  war.  Was  zu  Wasser  nicht  gelungen
war,  sollte  nun  zu  Cande  versucht  werden.  Sir  Jan  Hamilton
wurde  damit  beauftragt.  Er  bildete  in  Agypten  eine  starke
Armee  und  verließ  dieses  Cand  am  7.  April,  nachdem  er  eine
glänzende  Heerschau  über  Briten,  Inder,  Australier,  Neuseeländer
und  das  französische  Kolonialkorps  abgehalten  hatte.  Dazu  trat
die  Royal-Naval-  Division,  die  schon  auf  den  Inseln  vor  Konstantinopel
  bereit  lag.  Wie  stark  diese  Truppen  im  ganzen  waren,
läßt  sich  heute  noch  nicht  sagen.  Die  Franzosen  beteiligten  sich  mit
einer  Division;  Australier  und  Neuseeländer  bildeten  ein  Armeekorps
  von  50  000  Mann;  außerdem  war  noch  die  29.  Felddivision  zur
Stelle.  Demgegenüber  hatten  die  Türken  schon  seit  dem  24.  März
eine  5.  Armee  zum  Schutz  der  Dardanellen  gebildet.  Sie  war  anfangs
fünf,  dann  bald  sechs  Divisionen  stark.  Auch  schossen  sich  die  Türken
mit  den  Cinienschiffen  des  Feindes  herum.  Am  16.  April  wurde  das
Cinienschiff  „Orince  George“  schwer  getroffen,  den  17.  das  Tauchboot
„E  15“  auf  den  Strand  gejagt,  am  18.  das  Schiff  „Albion“  außer
Gefecht  gesetzt.  Am  25.  April  erfolgte  dann  die  feindliche  Landung,
die  angesichts  der  weittragenden  Schiffskanonen  nicht  verhbindert
werden  konnte.  Die  Franzosen  griffen  die  asiatische  Seite,  die
Engländer  Gallipoli  selbst  an  verschiedenen  Stellen  an,  während
sie  an  anderen  nur  demonstrierten.  "“

Demgegenüber  hatte  der  deutsche  General  Liman  von  Sanders
die  sechs  Divisionen  der  5.  Armee,  die  er  führte,  derart  verteilt,  daß
zwei  Divisionen  die  asiatische,  drei  die  Gallipoliseite  verteidigten  und
eine  bei  Maidos  zu  seiner  Derfügung  stand.  Die  Kräfte  waren  ohne
die  Flotte  allem  Anschein  nach  ungefähr  gleich,  an  Material  aber
die  Angreifer  unendlich  überlegen.  -

Die  Schlacht,  die  sich  nun  entspann,  drehte  sich  hauptsächlich
um  Kum  Kale,  Sid  ul  Bahr  und  Kaba  Tepe.  In  Kum  Kale  auf
der  asiatischen  Seite  landeten  die  Franzosen  1).  Sie  konnten  sich  aber
trotz  der  gewaltigen  Masse  der  den  Türken  vielfach  überlegenen
Schiffsgeschütze  nicht  behaupten  und  gingen  in  der  Nacht  auf  den
20.  April  wieder  auf  ihre  Schiffe  zurück.  Der  Kampf  hatte  im
Skamandertale  auf  den  Gefilden  Trojas  getobt,  an  den  Gräbern
des  Hatroklos  und  des  Achilles.

Noch  blutiger  wurde  auf  Gallipoli  selbst  gefochten.  Aber  auch
hier  vermochten  die  Engländer  nicht  durchzubrechen.  Sie  zogen

1)  Siehe  Karte  29.