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die  Franzosen  heran;  auch  deren  Eingreifen  brachte  keine  Entscheidung,
  obgleich  die  Türken,  die  zum  Teil  von  deutschen  Offizieren
  geführt  wurden,  sehr  erheblich  unter  Munitionsmangel  litten
und  auf  beiden  Seiten  Derstärkungen  herangezogen  wurden.  So
kam  beispielsweise  aus  England  die  42.  Division.  Schon  am  29.  April
hatten  die  Engländer  80  Bataillone  und  zahlreiche  leichte  und
schwere  Geschütze  ausgeschifft.  Der  General  d'Amade,  der  bisher
die  Franzosen  geführt  hatte,  sich  aber  mit  dem  englischen  Gberkommando
  nicht  vertragen  konnte,  wurde  durch  den  General  Gouraud
ersetzt.  Andererseits  zogen  auch  die  Türken  aus  Konstantinopel  und
vom  asiatischen  Ufer  Truppen  heran:  Das  Ergebnis  blieb  immer  das
gleiche.  Die  Engländer  hatten  an  der  Südspitze  der  Halbinsel  und
bei  Ariburnu  Fuß  gefaßt;  die  Türken  konnten  sie  nicht  wieder  ins
Meer  werfen,  weil  sie  bei  solchem  Dersuch  in  das  vernichtende  Feuer
der  Schiffsgeschütze  gerieten.  Die  Engländer  aber  konnten  die  türkische
  Linie  nicht  durchbrechen,  weil  sie  den  braven  türkischen  Truppen
in  ihren  Felsenbergen  nicht  gewachsen  waren.  So  zog  sich  der  immer
wieder  aufflackernde  wilde  und  verlustreiche  Kampf  bis  zum  14.  Mai  hin
und  endete  in  einem  Stellungskriege,  bei  dem  die  Gegner  dicht  voreinander
  stehenblieben  und  sich  von  Graben  zu  Graben  bekämpften.

Der  Einfall  in  Kurland,  die  Durchbruchsschlacht  bei
Gorlice-TCarnow  und  die  Eroberung  von  Przemysl.

Wie  wir  sahen,  war  der  Seitpunkt  gekommen,  an  welchem  die
Deutschen  im  Osten  zum  Angriff  übergehen  konnten  und  der  allgemeinen
  Lage  nach  auch  mußten.  Wichtig  aber  war  es,  die  Aufmerksamkeit
  des  Feindes  von  der  Stelle  des  wirklichen  Angriffs
abzulenken.  Dieser  sollte  mit  frischen  Kräften  am  Dunajec  erfolgen.
Hier  hatten  sich  die  Russen  nicht  nur  zugunsten  ihrer  Karpathenoffensive
  geschwächt,  sondern  ein  Sieg  hier,  dem  ein  energisches  Vorgehen
folgte,  mußte  die  ganze  Karpatkenfront  des  Feindes  ins  Wanken
bringen,  da  er  in  ihren  Rücken  führte.  Auch  sah  man  in  einer  solchen
Operation  das  einzige  Mittel,  Gsterreich  dauernd  zu  sichern.  Um
aber  die  Aufmerksamkeit  des  Feindes  zu  fesseln,  wurde  an  der
ganzen  polnischen  Front,  von  der  Bzura  bis  zur  oberen  Welicksel,
das  Artilleriefeuer  vielfach  gesteigert,  und  es  wurden  einzelne  Angriffe
  ausgeführt.  Dor  allem  aber  war  es  ein  Dorstoß  in  Kurland,
der  den  Feind  in  Anspruch  nehmen  sollte.  Dieser  Sweck,  den  die
Oberste  Beeresleitung  allein  im  Auge  hatte,  wurde  auch  vollkommen
erreicht.  Wahrscheinlich  aber  ist  es,  daß  der  Feldmarschall  Zindenburg,
  der  einen  Teil  der  Ostfront  kommandierte,  darin  den  Anfang
einer  Operation  gesehen  hat,  die  bestimmt  war,  den  rechten  russischen
  Flügel  zu  umfassen.

Schon  früher  hatte  die  Oberste  Heeresleitung  die  nötige  Ka-