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fangene  gemacht,  80  Geschütze  und  250  Maschinengewehre  erbeutet.
Derzweifelte  russische  Gegenstöße  wurden  unter  großen  Derlusten  des
Feindes  zurückgewiesen.  Der  VDormarsch  wurde  ununterbrochen  fortgesetzt,
  die  Karpathenarmeen  schlossen  sich  an,  je  nachdem  der  in
seinem  Rücken  bedrohte  Feind  die  Karpatken  räumte.  Den  14.  Mai
war  Przemysl  auch  im  Süden  abgeschlossen.  Zoroevic  marschierte  auf
diese  Kestung  und  auf  Dubrompl,  Boehm--Ermolli  erreichte  die  Röhen
südwestlich  Stary  Sambor,  und  Linsingen  drang  über  Turka  und
Skole  gegen  Borvslaw  und  Stryj  vor.  Da  aber  starke  Kräfte  der
Esterreicher  an  die  italienische  Grenze  eilen  mußten,  um  dort  den
verräterischen  Feind,  dem  man  am  liebsten  offensiv  zu  Leibe  gegangen
wäre,  zunächst  in  der  Derteidigung  abzuweisen,  kam  die  Angriffsbewegung
  zunächst  zum  Stehen,  obgleich  Verstärkungen  herangeführt
wurden,  die  in  Holen  und  Flandern  verfügbar  gemacht  waren.  Am
linken  Weichselufer  aber  wich  der  Russe  in  der  Macht  vom  10.  zum
U.  und  vom  12.  zum  15.  Mai  vor  der  nur  dreieinhalb  Dioisionen  starken
Armee  Dankl  und  der  Armeeabteilung  Woyrsch,  die  drei  deutsche
und  zwei  österreichische  Divisionen  zählte,  zurück  und  suchte  seinen
Rückzug  durch  Gegenstöße  zu  bemänteln  und  Seit  zum  Abziehen  zu
gewinnen:  Gegenstöße,  die  ungeheures  Blut  kosteten  und  meist  mit
schweren  Niederlagen  endeten.

Mittlerweile  hatte  der  Großfürst  beschlossen,  einerseits  die  San-Cinie
  zu  behaupten,  andererseits  im  Süden  gegen  Pflanzer-Baltin  mit
starken  Kräften  offensiv  zu  werden  und  so  die  Lage  wiederherzustellen.
In  beiden  Richtungen  sollte  er  sich  verrechnet  haben.  Hflanzer-Baltin
gelang  es  in  weckselvollen  Kämpfen  sich  über  den  14.  Mai  hinaus  am
Drutk  in  der  Cinie  Czernowitz—Sablotow—HKolomea—Lanczyna—
Hasieczna  zu  behaupten,  und  am  San  scheiterten  alle  Derteidigungsmaßregeln.
  Nicht  weniger  als  23  Divisionen,  die  von  allen  Teilen
des  Kriegsschauplatzes  zusammengeholt  wurden,  sollten  sich  dem  Angreifer
  entgegenstellen.  Auch  die  im  Süden  Rußlands  gegen  die
Türkei  bereitgestellten  Kräfte,  die  schon  früher  in  Anspruch  genommen
waren,  wurden,  wie  es  scheint,  jetzt  herangeholt.  Radymno  und
Jaroslau  waren  schon  frühzeitig  als  Brückenköpfe  ausgebaut  worden:
aber  es  war  alles  vergebens.

Noch  am  14.  griffen  Mackensens  Truppen  den  Brückenkopf  von
Jaroslau  an  und  drangen  nach  mehrtägigem  Gefechte  siegreich  über
den  Kluß,  während  weiter  abwärts  auch  Emmich  mit  dem  X.  Korps
den  Übergang  über  den  FKluß  erzwang.  Am  18.  Mai  krönten  Smmichs
und  Plettenbergs  Divisionen  die  rechtsufrigen  Böhen  am  San,  während
  die  Russen  unter  schweren  Derlusten  auf  der  ganzen  Cinie  Sieniawa—Radymno
  zurückwichen  1).

Zu  gleicher  Seit  war  die  5.  Armee  vor  der  West=  und  Südfront
der  Festung  Przemysl  erschienen.  Sie  wurde  jetzt  von  General  von

1)  Siebe  HKarte  36.