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kampfe  zu  unterstützen  —  die  feindliche  Überlegenheit  war  mittlerweile
  allein  an  Infanterie  auf  700  ZBataillone  angewachsen  —  auf
einen  endgültigen  Erfolg  gegen  Rußland  aber  mußte  man  verzichten
und  gab  damit  den  Ausgang  des  Krieges  völlig  aus  der  Hand,  der
schon  einmal  —  infolge  der  fehlerhaften  Maßregeln  vor  der  Marneschlacht
  —  ernstlich  gefährdet  worden  war.

Die  Entscheidung  war  allerdings  schwer  zu  treffen,  da  die  Nebenzwecke

  ein  schweres  Gewicht  in  die  Wagschale  warfen,  und  der
militärische  Lehrsatz,  daß  die  Böchste  Kühnheit  zugleich  die  höchste
Weisheit  darstelle,  wenn  die  Möglichkeit  des  Gelingens  überhaupt
vorhanden  sei,  konnte  nur  wahrhaft  großen  Geistern  und  Charakteren
  verständlich  sein.  Der  Kaiser,  bei  dem  beide  Anschauungen
zum  Dortrag  gelangt  zu  sein  scheinen,  entschied  sich  daher  unter  dem
Einfluß  des  Generalstabschefs  im  Sinne  des  Generals  von  Falkenhayn.
  Ein  späterer  Dersuch  aber,  nach  der  Megnahme  von  Wilna
die  Russen  doch  noch  zu  umfassen,  scheiterte,  weil  der  Angriff  notgedrungen
  zu  schwach  war,  nicht  weit  genug  um  den  rechten  Flügel
der  bereits  zurückgegangenen  Russen  herumfassen  konnte,  und  diese
bei  der  damaligen  Lage  imstande  waren,  ihm  genügende  Kräfte
entgegenzuwerfen.
«  So  wurden  denn  die  Operationen  im  Sinne  des  Großen  Generalstabs
  als  ein  zusammenhängendes  Ganzes  eingeleitet  und  müssen
auch  als  solches  betrachtet  werden.  Die  einzelnen  Teile  mußten
sinngemäß  ineinandergreifen,  im  ganzen  aber  kam  es  darauf  an,
nachdem  auch  die  teilweise  Umfassung  sehr  bald  gescheitert  war,
um  einen  Ausdruck  des  Generals  von  Falkenhayn  zu  gebrauchen,
„diejenige  Linie  zu  finden,  die  unter  dem  geringsten  Kraftaufwand  die
dauernde  Sicherung  von  Ostpreußen  und  Ungarn  verbürgte,  während
wir  auf  anderen  Kriegsschauplätzen  mit  so  starken  Kräften,  wie  irgend
möglich,  die  Entscheidung  des  Krieges  herbeizuführen  suchten“.

Hier  kündigt  sich  schon  die  verderbliche  Auffassung  an,  daß  wir
den  Krieg  siegreich  beendigen  könnten,  ohne  vorher  Rußland  endgültig
  niedergeworfen  zu.  haben.  Damit  war  eine  Entscheidung  getroffen,
  die  für  den  ganzen  Fortgang  des  Krieges  von  maßgebender
Bedeutung  sein  sollte.

A.  Bis  an  die  Düna  und  Weichsel.  Der  Durchbruch  am  Narew.

Die  deutsche  U.  Armee  war  nach  der  Eroberung  von  Cemberg
und  Rawa-Ruska  zugleich  mit  der  4.  österreichischen  Armee  links
geschwenkt  und  hatte  die  VDerfolgung  der  nach  Norden  ausgewichenen
Russen  aufgenommen,  während  die  2.  österreichische  Armee  die  Verbindung
  mit  der  Süd-Armee  unterbielt.

Die  Derfolgung  war  aber  am  3.  Juli  zum  Stehen  gekommen,
als  Zwanom  seinerseits,  wieder  verstärkt  und  neugeordnet,  zum  Angriff
  überging.  Die  4  Ssterreichische  Armee  wurde  sogar  schwer