221

worden  war.  Am  15.  Juli  eröffnete  Gallwitz  den  Angriff,  während
gleichzeitig  Mackensen,  nachdem  er  seine  Scharen  neugeordnet  katte,
zum  Angriff  schritt,  und  die  Riemen-Armee  ikhrerseits  den  Dormarsch
begann.  Fast  die  ganze  deutsche  Armee  setzte  sich  in  Zewegung.  Es
waren  im  ganzen  120  Divisionen,  die  zum  entscheidenden  Angriff  auf
der  COstfront  schritten.

Wir  wenden  uns  zunächst  der  Rjemen-Armee  zu,  die  verstärkt
worden  war  und  dementsprechend  jetzt  vom  General  O.  von  Below
befehligt  wurde.  Mit  gewaltigem  Schwunge  ging  ihr  linker  Klügel
über  die  Windau  vor  und  warf  die  Russen  trotz  tapferer  Gegenwehr
auf  Tukkum  und  HBofzumberge  zurück,  während  die  Mitte  bei  Kurschand
  und  Hopeljany  kämpfte,  und  der  rechte  bei  Rossienv  stand.  In
ungestümem  Dorgehen,  das  zu  wiederholten  hefligen  Gefechten  führte,
gelang  es,  den  Feind  über  die  Cinie  Kejdanp—DOoniewiet—Bansk
zurückzuwerfen,  Schaulen  zu  nehmen,  am  1.  August  Mitau  zu  besetzen
  und  an  der  Bahn  Honiewiez—Dünaburg  vorzudringen.  Die
5.  russische  Armee,  der  hier  die  Derteidigung  oblag,  war  gründlich
geschlagen.  Doch  war  die  Mjemen-Armee  viel  zu  schwach,  um  weitergehende
  Erfolge  zu  erzielen,  und  mußte  sich  daher  damit  begnügen,
das  gewonnene  Gelände  zu  behaupten  und  die  untere  Düna  zu
beobachten.  Auch  verstärkten  sich  die  durch  den  Angriff  völlig  überraschten
  Russen  zusehends.  Doch  waren  sie  anderweitig  zu  sehr  in
Anspruch  genommen,  um  hier  eine  Entscheidung  suchen  zu  können.
Denn  mittlerweile  war  auch  der  Angriff  auf  den  Narew  mit  überraschender
  Schnelligkeit  vorgeschritten.  Die  8.  Armee,  die  jetzt  General
von  Scholtz  an  Stelle  des  Generals  von  Below  kommandierte,  beteiligte
  sich  an  dem  Angriff  mit  der  75.  Reserve=  und  der  10.  Landwehrdivision.


Der  Russe  hatte  in  einer  Tiefe  von  mindestens  20  km  das  Land
mit  Rindernissen  bedeckt,  hinter  denen  die  stark  befestigte  Tarew-Cinie
sich  ausdehnte.  Er  fühlte  sich  ganz  sicher  in  seinen  Derschanzungen
und  hatte  daher  hier  wie  gegenüber  der  9.  Armee  und  der  Armeeabteilung
  Wo'rsch  Kräste  weggezogen,  um  sich  zwischen  Weichsel
und  Bug  zu  verstärken,  wo  der  gegen  seine  Klanke  gerichtete  Angriff
Wackensens  ihm  am  gefährlichsten  schien:  aber  rücksichtslos  durchbrach
  die  12.  Armee  diese  gewaltige  Derteidigungszone  und  zwang
den  Russen,  erhebliche  Derstärkungen  heranzuführen.

General  von  Gallwitz,  der  mittlerweile  durch  zwei  Divisionen
aus  der  9.  Armee  verstärkt  worden  war,  hatte  sich  entschlossen,  zu
beiden  Seiten  von  Hraschupsch  anzugreifen,  und  hatte  zu  diesem  Sweck
außer  der  Feldartillerie  von  drei  Korps  60  schwere  Geschütze  bereitgestellt.
  So  durchbrach  er  die  vorderste  feindliche  Linie  am  13.  und
14.  Juli.  Am  15.  wurde  eine  starke  hintere  Stellung  des  Feindes  erstürmt
  und  schon  am  17.  der  Marew  erreicht.  Hier  trat  eine  Hause
im  Angriff  ein.  Die  Artillerie  mußte  von  neuem  aufmarschieren.
Schon  am  20.  Juli  waren  zwei  neue  Divisionen  aus  dem  Westen  an-