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russischen  Ubermacht  besonders  im  Süden  die  Flanke  des  Feindes
zu  umfassen  strebten,  hatten  die  Russen  eingesehen,  daß  sie  ihre  weit
nach  Westen  vorspringende  Mittelgruppe,  die  ihre  besten  Kräfte  enthielt,
  vor  einer  solchen  Umfassung  nur  retten  konnten,  wenn  sie  auf
der  ganzen  Linie  zurückgingen  und  auf  den  Flügeln  nur  so  lange
hielten,  bis  sie  die  Armeen  der  MWitte  und  das  ganze  dort  aufgespeicherte
  Kriegsmaterial  gerettet  hätten.  War  der  Entschluß
hierzu  aber  einmal  gefaßt,  dann  war  der  von  den  deutschen  Armeen
umspannte  Bogen  viel  zu  flach,  um  noch  eine  wirksame  Umfassung
möglich  zu  machen,  wie  das  übrigens  leicht  vorauszusehen  war.  Anfangs
  zwar  scheinen  die  Russen  noch  geglaubt  zu  haben,  daß  es
ihnen  gelingen  werde,  zwischen  Bug  und  Weichsel  sowie  am  Narew
standzuhalten,  bald  aber  kamen  sie  Bhiervon  ab  und  kämpften  nur
noch  um  einen  gesicherten  Rückzug.  Sie  hatten  zwar  über  700000
Mann  und  mehrere  hundert  Geschütze  seit  dem  Beginn  des  Sommerfeldzuges
  im  freien  Felde  verloren,  doch  hatte  die  Armee  ihren
inneren  Susammenhalt  gewahrt  und  war  wieder  herzustellen,  wenn
sie  sich  vom  Feinde  löste.  Das  aber  stand  ihnen  um  so  mehr  in
Aussicht,  als  die  Deutschen  der  schwierigen  rückwärtigen  Verbindungen
  wegen  nur  langsam  folgen  konnten.

Der  Entschluß  zum  Rückzuge  kam  aber  auch  den  deutschen
Armeen  westlich  der  Weichsel  insofern  zugute,  als  in  dem  Augenblick,
  in  dem  sie  sich  jetzt  zum  entscheidenden  Angriff  entschlossen,  der
Abtransport  des  Kriegsmaterials  von  Warschau  und  Jwangorod
chon  am  14.  Juli  begonnen  hatte,  und  die  russischen  Truppen  an
er  Weichkselfront,  soweit  man  es  beurteilen  kann,  vielfach  geschwächt
worden  waren,  um  die  Kräfte  am  Narew  und  zwischen  Bug  und
weichsel  zu  verstärken.  Trotz  alledem  war  das  Unternehmen  der
Deutschen,  besonders  des  Generals  von  Woyrsch,  ein  ungeheuer
gewagtes:  galt  es  doch,  angesichts  des  Feindes  einen  Strom  von
der  Mächtigkeit  der  Weichsel  zu  überschreiten.

General  von  Woyrsch  verfügte  nur  noch  über  das  XII.  österreichische
  Korps,  sein  eigenes  Landwehrkorps  unter  dem  Befehl  des
Generals  von  König,  die  Landwehrdivision  Bredow  und  die  7.  österreichische
  Kavalleriedivision.  Don  ihnen  standen  die  Esterreicher  vor
Jwangorod,  die  Dreußen  vor  Nowoalexandria.  HRier  sollte  zunächst
der  Übergang  stattfinden,  und  General  von  Woyrsch  ließ  alles  für
ihn  vorbereiten.  Erst  im  letzten  Augenblick,  als  die  Truppen  bereits
  das  Ubersetzen  beginnen  sollten,  kam  die  Nachricht,  daß  die
Oberste  Beeresleitung  sich  mit  einem  anderen  Hlane  einverstanden
erklärt  Rabe,  den  der  General  von  Woyrsch  entworfen  hatte.

Dieser  ließ  nun,  nachdem  er  alles  für  den  #bergang  vorbereitet
  hatte,  die  preußischen  Truppen  am  28.  Juli  hinter  den
Esterreichern,  die  mittlerweile  die  Festung  berennen  mußten,  links
abmarschieren  und  kam  am  Abend,  ohne  daß  die  Russen  seinen
Linksabmarsch  gemerkt  Bhätten,  in  der  Nähe  der  RKadomkamün-