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und  bei  Cykocin  auf  lebhaften  Widerstand  stieß,  den  sie  erst  nach  dreitägigen
  Kämpfen  zu  brechen  vermochte.  Sie  kam  dadurch  der  Sumpffeste
  Ossowietz  in  den  Rücken,  und  sie,  die  bisher  allen  Angriffen,
auch  der  schwersten  Artillerie  widerstanden  hatte,  wurde  jetzt  von
den  Russen  geräumt  und  fiel  am  25.  August  in  die  Hände  der
Deutschen.

Als  auf  diese  Weise  das  Vorgehen  der  letzteren  immer  mehr  zu
einem  frontalen  Nachdrängen  hinter  den  zurückweichenden  Russen
wurde,  wiederholte  der  Keldmarschall  von  Hindenburg  seinen  Vorschlag,
  über  Grodno  und  Wilna  in  den  Rücken  der  Russen  zu  stoßen.
Noch  konnte  man  hoffen,  wenigstens  einen  Teil  der  feindlichen  Armee
vernichtend  zu  treffen.  Die  Gberste  Beeresleitung  aber  versagte  nochmals
  ihre  Einwilligung,  obgleich  durchschlagende  Gründe  dagegen
auch  jetzt  eigentlich  nicht  vorbanden  waren.  Die  10.  Armee  hätte
allerdings  wesentlich  verstärkt  werden  müssen;  die  Truppen  dazu
aber  waren  in  der  8.  und  12.  Armee  und  in  der  heeresgruppe  Prinz
LCeopold  reichlich  vorhanden  und  konnten  noch  rechtzeitig  herangeführt
  werden,  wenn  auch  die  Zeit  drängte.  Man  versteht  die  Entscheidung
  der  Obersten  Heeresleitung  um  so  weniger,  als  ihre  eigene
Operation,  sofern  sie  die  russische  Armee  durch  Umfassung  außer
Gefecht  setzen  sollte,  gründlich  mißglückt  war.  So  blieb  denn  nichts
übrig,  als  mit  der  10.  und  der  Rjemen-Armee  allein  die  feindlichen
Kräfte  nach  Möglichkeit  zu  schädigen.  Rur  die  10.  Armee  wurde  nach
dem  Fall  von  Nowogeorgiewstk  durch  3  Landwehrdivisionen  und,  wie
es  scheint,  eine  aus  dem  Westen  herangeführte  Didvision  verstärkt.

Kowno  war  von  der  Njemen-Armee  durch  ihr  Vorgehen  über
die  Dubissa  und  über  Honiewiez  von  NMorden  her  durch  die  10.  Armee,
die  mit  ihrem  linken  Flügel  gegen  die  Kront  der  Festung  und  gegen
die  Jesia  vordrang,  von  Westen  und  Südwesten  her  bedroht,  hatte
aber  selbst  eine  Besatzung  von  mindestens  drei  Divisionen,  während
in  Wilna  noch  starke  Reserven  standen.  Dennoch  griff  General  Citzmann
  die  Festung  im  Angesicht  der  feindlichen  Armeen  mit  ungeheurer
  Kühnheit  an,  und  nahm  sie,  da  der  Entsatz  nicht  rechtzeitig
herankam  und  der  Verteidiger  bei  dem  heftigen  Feuer  der  schweren
deutschen  Artillerie  völlig  den  Kopf  verlor,  bereits  am  18.  August
ein.  20000  Mann  und  etwa  1500  Geschütze  fielen  den  Deutschen
in  die  Hände.  Die  10.  Armee  aber  ging  mit  ihrem  linken  Flügel  über
wilkomir  und  mit  ihrer  ganzen  übrigen  Front  gegen  den  mittleren
Mijemen.  vor,  während  die  Russen  von  Kalwarja  und  Mariampol
zurückwichen.  Die  5.  feindliche  Armee  hatte  rechts,  die  10.  links  von
der  bedrohten  Festung  gestanden,  die  sie  trotz  ihrer  zahlenmäßigen
Überlegenheit  nicht  hatten  retten  können:  jetzt  dachten  sie  nur  noch
daran,  die  Linie  Wilna-Olita—Grodno  und  Bielostok  zu  halten,
welch  letztere  Stadt  bereits  schwer  bedrängt  war  und  demnächst  ohne
besondere  Verteidigung  fallen  sollte.  Mach  dem  Falle  von  Kowno
standen  zwischen  Wilkomir  und  der  Wilija  nur  Kavallerie,  zwischen