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Feindes  fallen  sollte.  Selbstredend  konnte  sie  sich  aber  nur  behaupten,
wenn  sie  von  starker  Infanterie  unterstützt  wurde.  Statt  dessen
kamen  nur  abgehetzte  Brigaden  der  75.  und  1l5b.  Reservedivision
heran,  die  vom  vorgenommenen  und  verstärkten  linken  Flügel  der
10.  Armee  vorgesandt  waren,  während  die  Russen  von  Wilna  und
Minstk  aus  mit  starken  Kräften  gegen  sie  vorgingen  Auch  die  1.  Kavalleriedivision
  und  eine  baperische  waren  herangekommen.  Cetztere
war,  vom  Westen  abfahrend,  in  Erdtkuhnen  angekommen  und  dem
I.  Kavalleriekorps  unterstellt  worden.  Im  ganzen  waren  es  ?7  Kavallerie=
  und  2  Znfanteriedivisionen,  die  den  Russen  entgegentraten.
Bis  zum  20.  September  hielten  sie  noch  bei  Smorgon  und  an  den
Brückenköpfen  der  Wilija  fest,  am  21.  aber  nahmen  die  Russen
Wileika  wieder  und  warfen  die  Kavallerie  auf  den  Swirsee  zurück.
Sie  erlitt  schwere  Derluste.  Nur  mit  Mühe  entkamen  die  beiden
deutschen  Infanteriedivisionen  durch  einen  Gewaltmarsch.
Unterdessen  aber  hatte  Sichhorn  Wilna  genommen.  Schon  am
18.  September  war  er  in  die  Stadt  eingezogen,  hatte  ungefähr  20  000
Gefangene  gemacht  und  ungezähltes  Gerät  genommen.  Die  trotzig
zurückgehende  deutsche  Kavallerie  aber  machte  am  Swirsee  wieder
Front,  und  am  26.  September  bildete  sich  die  deutsche  Front  in  der
Cinie  Schodschischki—Solv—Lubotnicki—  Iwmje—Rowogrodek.  Sie  stieß
am  Njemen  mit  der  Heeresgruppe  des  Hrinzen  Leopold  zusammen.
Am  25,  wurde  die  Stadt  Riegniewitschi  genommen,  am  Tage  darauf  die
Linie  Smorgon  —Hischnew  erreicht,  und  am  50.  September  standen  die
Armcen  Zindenburgs  endgültig  in  der  Linie  Riga—  Friedrichstadt—
Jakobstadt—Dünaburg,  am  Driswiatvsee,  am  Warotschsee,  in  der
Wilijaschleife  westlich  von  Smorgon  und  am  rechten  Ufer  der  Beresina,
  wo  sich  die  Armee  des  Hrinzen  Leopold  anschloß.  Als  die
Russen  Anfang  Oktober  diese  Cinie  durch  Gegenstöße  zu  erschüttern
suchten,  wurden  sie  blutig  zurückgewiesen,  und  der  Kampf  ging  vorläufig
  in  einen  stehenden  Grabenkrieg  über.  Ein  Vorstoß  auf  Riga
mußte  unterbleiben,  weil  die  Oberste  Heeresleitung  die  hierfür  bestimmte
  Division  auf  einem  anderen  Kriegsschauplatz  verwendete.  Sie
entzog  überhaupt  dem  Oberkommando  Ost  eine  namhafte  Sahl  von
Divisionen,  die  auf  anderen  Kriegsschauplätzen  gebraucht  wurden.
So  endete  dieser  Feldzug,  der  mit  den  größten  Boffnungen  begonnen
  hatte,  eigentlich  ohne  Entscheidung.  Die  Kräfte,  die  Rindenburg
  noch  im  letzten  Augenblick  nach  Smorgon  warf,  hatten  sich
als  zu  schwach  erwiesen,  um  wenigstens  den  rechten  Flügel  der
russischen  Armee  einzukreisen.  Die  Russen  waren  zurückgedrängt,  sie
hatten  ungeheure  Derluste  erlitten,  aber  der  Susammenhang  ihres
Reeres  war  nicht  gebrochen.  Nur  der  Feldherr  war  allerdings  gestürzt
  worden.  Großfürst  Mikolai  Mikolajewitsch  war  am  5.  September
  nach  dem  Derlust  von  Brest-Litowst  als  Oberkommandant  des
russischen  GOstheeres  abgesetzt  worden  und  hatte  das  Kommando  im
Kaukasus  übernommen.  An  seine  Stelle  aber  trat  der  Zar  selbst  mit